Impressum | Registrierung | Foren-Login
 
Disclaimer | Datenschutz | RSS-Feeds

JuraForum.deJuraForum-WikiHHandwerksordnung 

Handwerksordnung

Lexikon

(0)
 

Erklärung zum Begriff Handwerksordnung

Die Handwerksordnung (HandwO oder HwO) ist ein deutsches Gesetz, das die Schranken der Freiheit, ein Handwerk auszuüben, bestimmt.

Basisdaten
Titel: Gesetz zur Ordnung des Handwerks
Kurztitel: Handwerksordnung
Abkürzung: HwO
Art: Bundesgesetz
Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland
Rechtsmaterie: Gewerberecht
FNA: 7110-1
Ursprüngliche Fassung vom: 17. September 1953 (BGBl. I S. 1411)
Inkrafttreten am:
Neubekanntmachung vom: 24. September 1998 (BGBl. I S. 3074,
ber. 2006 I S. 2095)
Letzte Änderung durch: Art. 146 VO vom 31. Oktober 2006
(BGBl. I S. 2407, 2424)
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
8. November 2006
(Art. 559 VO vom 31. Oktober 2006)
Bitte beachten Sie den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung!

Neben der Gewerbeordnung ist die Handwerksordnung das bedeutendste Gesetz innerhalb des Gewerberechts.

Inhaltsverzeichnis

Regelungsgehalt

Die Handwerksordnung trennt zwischen zulassungspflichtigem und zulassungsfreiem Handwerk. Voraussetzung für den Betrieb des zulassungspflichtigen Handwerks ist die Eintragung in die Handwerksrolle. Teilweise besteht auch noch sog. "Meisterzwang". Handwerker, die in die Handwerksrolle eingetragen werden, sind zugleich (Pflicht-)Mitglieder der Handwerkskammer.

Inhalt

  1. Teil: Ausübung eines Handwerks oder handwerksähnlichen Gewerbes, §§ 1-20
  2. Teil: Berufsbildung im Handwerk, §§ 21-44b
  3. Teil: Meisterprüfung, Meistertitel, §§ 45-51d
  4. Teil: Organisation des Handwerks, §§ 52-116
  5. Teil: Bußgeld-, Übergangs- und Schlussvorschriften

Anlagen

Der Handwerksordnung sind mehrere Anlagen beigefügt:

  • Anlage A stellt ein Verzeichnis der Gewerbe dar, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können.
  • Anlage B ist das Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke oder handwerksähnliche Gewerbe betrieben werden können.
  • Anlage C ist die Wahlordnung für die Wahlen der Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammern
  • Anlage D ist die Konkretisierung der Art der in der Handwerksrolle eingetragenen personenbezogenen Daten sowie die Daten im Inhaberverzeichnis der zulassungsfreien Handwerke und der Daten in der Lehrlingsrolle.

Handwerksrechtsnovelle zum 1. Januar 2004

Zum 1. Januar 2004 trat die sogenannte Handwerksrechtsnovelle (Drittes Gesetz zur Änderung der Handwerksordnung und anderer handwerksrechtlicher Vorschriften) in Kraft. Sie enthält:

  • Der "Meisterzwang" wird auf 41 zulassungspflichtige Handwerke beschränkt.
  • Die übrigen 53 (2004), mittlerweile 57, Handwerke sind zulassungsfrei. Ihre selbständige Ausübung setzt keinen Befähigungsnachweis also auch keine Gesellenprüfung voraus.
  • Bis auf wenige Ausnahmen können sich erfahrene Gesellen auch in zulassungspflichtigen Handwerken selbständig machen. Voraussetzung dafür ist der Nachweis der praktischen Tätigkeit von sechs Jahren, wobei vier Jahre davon in leitender Position ausgeübt wurden. Zu den Ausnahmen gehören: Schornsteinfeger, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher und Zahntechniker.
  • Für Ingenieure und Hochschulabsolventen sowie staatlich geprüfte Techniker ist der Zugang zum Handwerk möglich.
  • Das Inhaberprinzip wurde abgeschafft. Unternehmen, die ein zulassungspflichtiges Handwerk ausüben, können dies ausüben, wenn ein Meister als Betriebsleiter eingestellt wurde.
  • Tätigkeiten, die innerhalb von zwei bis drei Monaten erlernt werden können, unterliegen nicht dem Meisterzwang.

Weblinks




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.

Kommentare und Diskussion

(Keine Kommentare vorhanden)

Kommentar hinzufügen

Sieben + 9 =

Entscheidungen zum Begriff Handwerksordnung

  • NIEDERSAECHSISCHES-OVG, 11.03.2010, 8 LB 9/08
    1. Das bloße Aufstellen von fertigen Grabmalen auf einem Friedhof ist keine wesentliche Teiltätigkeit des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks; sie darf auch ohne Eintragung in die Handwerksrolle im stehenden Gewerbe selbständig ausgeübt werden.2. Wesentlich im Sinne des § 1 Abs. 2 Satz 1 HwO sind Tätigkeiten, die nicht nur fachlich...
  • OLG-KOELN, 26.11.1993, 6 U 78/93
    1. Der Verkehr ist daran gewöhnt, bestimmte Ausführungen von Gewerken oder Sanierungsarbeiten bestimmten Handwerksgruppen zuzuordnen. Dachreparaturen oder Dachsanierungen weist er üblicherweise Dachdeckern oder Dachdeckerhandwerksbetrieben zu. 2. Wirbt ein Unternehmen für "Flachdachsanierung mit Spezialpolyester", ruft es bei...
  • OVG-NORDRHEIN-WESTFALEN, 08.11.2010, 6 B 1318/10
    Erfolgreicher Antrag eines Bewerbers um die Einstellung in den Vorbereitungsdienst für den Laufbahnabschnitt II des Polizeivollzugsdienstes auf Erlass einer einstweiligen Anordnung mit dem Ziel der Verpflichtung des Dienstherrn, einen Ausbildungsplatz vorläufig freizuhalten. Die Einstellungsvoraussetzung des § 11 Abs. 1 Nr. 3 LVO Pol...
  • VG-KARLSRUHE, 09.06.2005, 9 K 1555/04
    Der Inhaber eines "Nagelstudios" betreibt nicht das handwerksähnliche Gewerbe eines Kosmetikers nach § 18 Abs 2 S 2 HwO iV mit Nr 48 des Abschnitts 2 der Anlage B zur Handwerksordnung.
  • OLG-FRANKFURT, 28.04.2005, 6 U 36/05
    Die Zulassungsregelungen der Handwerksordnung stellen (auch) Marktverhaltensregeln im Sinne von § 4 Nr. 11 UWG dar.

  • mehr Entscheidungen anzeigen

Nachrichten zu Handwerksordnung

  • Handwerksrechtliche Beschränkung beim Berufszugang (01.09.2011, 14:17)
    Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass die Handwerksordnung mit dem Grundgesetz vereinbar ist, soweit sie die selbstständige Ausübung bestimmter Handwerke im stehenden Gewerbe im Regelfall vom Bestehen der Meisterprüfung oder einer ihr gleichgestellten Prüfung oder vom Nachweis einer sechsjährigen...
  • Ausbildung von behinderten Menschen: Musterempfehlungen des ... (08.07.2011, 10:10)
    Wenn aufgrund von schweren Behinderungen bei Jugendlichen eine Berufsausbildung nicht nach der gültigen Ausbildungsordnung möglich ist, lassen sich diese Ausbildungsgänge so anpassen, dass sie den besonderen Bedingungen behinderter Auszubildender gerecht werden. Die zuständigen Stellen – in der Regel Industrie- und Handels-, Handwerks-...
  • Keine eigene Innung für Bestatter (17.06.2010, 12:00)
    Die Handwerkskammer Trier ist nicht verpflichtet, die am 19. April 2008 beschlossene Satzung der in Gründung befindlichen Bestatterinnung Trier zu genehmigen. Dies hat die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Trier mit Urteil vom 09. Juni 2010 entschieden und hat damit die Klage der Bestatterinnung in Gründung abgewiesen. Zur...
  • Fahrzeugklempner: Keine Anerkennung eines polnischen Meisterbriefs (06.03.2009, 10:02)
    Abgewiesen hat die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Mainz die Klage eines Mannes, der die Anerkennung seines in Polen erworbenen Meisterbriefs als Fahrzeugklempner begehrt. Nach seiner Einreise in die Bundesrepublik Deutschland arbeitete der Kläger mehrere Jahre als Karosseriespengler bzw. Automechaniker im...
  • BIBB-Hauptausschuss empfiehlt Annahme von neuen ... (02.07.2008, 10:00)
    Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat auf seiner Sitzung am 27. Juni 2008 in Bonn einstimmig eine Empfehlung zur Annahme von neuen Musterprüfungsordnungen für den Fortbildungsbereich verabschiedet. Die Empfehlung gilt sowohl für den Bereich des Berufsbildungsgesetzes (§ 56 in Verbindung mit § 47 BBiG) als...

Handwerksordnung – Weitere Begriffe im Umkreis




Sie sind gerade hier: JuraForum.deJuraForum-WikiHHandwerksordnung 

Top Orte der Anwaltssuche zum Rechtsgebiet Handwerksrecht

Weitere Orte finden Sie unter:

© 2003-2014 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.

Kanzleinews einstellen | Sitemap | RSS | Kontakt | Team | Jobs | Werbung | Presse | Datenschutz | AGB | Impressum

Anwälte