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Grundbuchauszug

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Erklärung zum Begriff Grundbuchauszug

Jede Person, die ein berechtigtes Interesse daran hat, darf gemäß §§ 12 und 12a GBO Einblick in das Grundbuch nehmen. „Berechtigtes Interesse“ bedeutet in diesem Fall, dass die betreffende Person dem Grundbuchamt sachliche Gründe für eine Einsichtnahme vorweisen kann; eine Einsicht ausschließlich aus Neugier wäre somit nicht gestattet [OLG Schleswig-Holstein, 12.01.2011, 2 W 234/10].

Neben dem Grundstückseigentümer, der generell das Recht auf Grundbucheinsicht hat, steht dieses auch sämtlichen anderen im Grundbuch eingetragenen Rechtinhabern zu. Dieses schließt auch Gerichte, Behörden und Notare mit ein, wenn diese im Zuge der Amtshilfe einen Blick in das Grundbuch werfen möchten. Doch auch andere Personen beziehungsweise Personengruppen können im Einzelfall ein Interesse daran haben, Grundbucheinsicht zu nehmen. Diese können beispielsweise sein:

  • Gläubiger, welche eine Forderung gegen den Grundstückseigentümer besitzen, und aufgrund eines Vollstreckungstitels eine Zwangsversteigerung in das Grundstück betreiben möchte
  • Kreditgeber des Grundstückseigentümers, wenn der Kredit grundbuchlich abgesichert werden soll
  • Potentielle Käufer eines Grundstücks beziehungsweise einer Immobilie

Wer ein berechtigtes Interesse an einer Grundbucheinsicht vorzubringen hat, muss dieses vor dem zuständigen Grundbuchamt tun, und zwar unter Darlegung sämtlicher hierfür bestehenden Gründe. Dabei ist zu beachten, dass sich eine solche Darlegung erübrigt, wenn der betreffende Grundstückseigentümer beziehungsweise einer der im Grundbuch eingetragenen Rechtinhabern der Einsichtnahme zustimmt oder der Interessierte eine schriftliche Bevollmächtigung von einer dieser Personen vorlegt.

Dabei ist zu beachten, dass das Grundbuchamt grundsätzlich nicht zur Erteilung von Auskünften verpflichtet ist. Die Pflicht herfür ergibt sich lediglich anhand von gesetzlichen Vorschriften, welche ganz besonders im Rahmen der Grundstücksvollstreckung auftreten. Sollte hingegen das Grundbuchamt mit den Gründen, welche der Antragsteller zur Erteilung von Auskunft dargelegt hat, nicht einverstanden sein, so darf es die Einsichtnahme verweigern.

Einen Sonderfall nimmt das berechtigte Interesse seitens der Presse an einer Grundbucheinsicht ein: die Presse besitzt ein berechtigtes Interesse daran, wenn dieses Interesse auch als öffentliches Interesse zu werten ist [BVerfG, 28.08.2000, 1 BvR 130/91]. Dies ist beispielsweise bei Recherchen über mögliche Vermögensübertragen im Falle der Schlecker-Insolvenz der Fall: der betreffende Journalist bekam das Recht auf Grundbucheinsichtnahme zugesprochen, da seine diesbezügliche Recherche von öffentlichem Interesse ist [OLG Stuttgart, 27.06.2012, 8 W 228/12].

Grundbuchauszug

Die Abschrift aller Eintragungen im Grundbuch wird als „Grundbuchauszug“ bezeichnet“. Demzufolge werden dort Informationen über den Eigentümer des Grundstücks, über etwaige Hypotheken, sowie über Wohn- und Nutzungsrechte des betreffenden Grundstücks.

Benötigt wird der Grundbuchauszug unter anderem vor dem Kauf einer Immobilie oder für die Beleihungsprüfung anhand der Beleihungsunterlagen. Der Antrag auf einen Grundbuchauszug muss ebenfalls beim zuständigen Grundbuchamt gestellt werden; auch hierfür bedarf es eines berechtigten Interesses. Zu beachten ist, dass die Erteilung des Grundbuchauszugs kostenpflichtig ist. Die jeweiligen Gebühren richten sich nach der Form des Antrags.

Der Grundbuchauszug kann in zwei verschiedenen Formen erstellt werden: der einfache Auszug kostet 10,- €, der beglaubigte Auszug 18,- €.

Die Anforderung des Grundbuchauszugs kann sowohl vom Antragsteller durch persönliches Erscheinen beim Grundbuchamt vorgenommen werden, aber auch durch einen schriftlichen Antrag oder durch ein Online-Formular, welches die meisten Grundbuchämter heutzutage zur Verfügung stellen.

 




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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Nachrichten zu Grundbuchauszug

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