Gesetzliche Unfallversicherung

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Erklärung zum Begriff Gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung spaltet sich von der Sozialversicherung ab. Sie beruht auf der gesetzlichen Grundlage des Siebten Buch Sozialgesetzbuch und hat ihre Wurzeln in der Bismarck'schen Sozialgesetzgebung von 1884. Versicherungsnehmer einer gesetzlichen Unfallversicherung sollen im Versicherungsfall bei einem Gesundheitsschaden bestmöglich unterstützt werden.


Für was die gesetzliche Unfallversicherung gut ist

  • Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
  • Zur Verfügung Stellung von Geldmitteln für den Versicherten oder dessen Hinterbliebene im Versicherungsfall
  • Unterstützung des Versicherungsnehmers im Versicherungsfall zur Wiederherstellung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Wann kann ein Versicherungsnehmer die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung in Anspruch nehmen?

Der Versicherte ist dann berechtigt, sich an seine gesetzliche Unfallversicherung zu wenden, wenn es zu einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit gekommen ist. Die gesetzliche Unfallversicherung verlangt eine Verbindung zwischen der versicherten Tätigkeit und dem Unfallgeschehen. Der Gesundheitsschaden muss ebenfalls seinerseits kausal auf dem Unfallgeschehen beruhen.
Liegen die geforderten Ursachenzusammenhänge vor, wird subsumiert, ob ein geforderter Arbeitsunfall bzw. eine Berufskrankheit vorliegt.

Diese Begriffe definieren sich dabei wie folgte:

Arbeitsunfall:
Bei einem Arbeitsunfall liegt ein Unfall vor, in den der Versicherungsnehmer aufgrund seiner versicherten Tätigkeit verwickelt ist.
Dafür muss sich der Versicherte nicht nur im Betrieb aufhalten, in dem er angestellt ist, sondern kann sich auch auf dem Weg zu oder von der Arbeit befinden (sogenannter Wegeunfall). Bezüglich des immer beliebter werdenden Home Offices hat das Sozialgericht Karlsruhe 2010 entschieden, dass ein Unfallversicherungsschutz erst ab Beschreitung der Außentür des Wohngebäudes gegeben ist. Ereignet sich ein Unfall innerhalb der Wohnung zwischen dem Wohnraum und dem häuslichen Arbeitszimmer ist kein Wegeunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung gegeben. [Sozialgericht Karlsruhe, Urteil vom 30.09.2010, -S 4 U 675/10 - ]

Berufskrankheit:
Darunter ist eine Krankheit zu verstehen, unter der der Versicherungsnehmer aufgrund seiner Arbeit leidet. Zudem muss die Krankheit selbst in der Berufskrankheiten-Verordnung aufgeführt sein. Ist sie dies nicht, müssen neuste medizinische Erkenntnisse ergeben, dass ihre Ursachen im ausgeübten Beruf des Versicherten liegen.
Ist eine Krankheit in der Berufskrankheiten-Verordnung genannt, sagt dies aus, dass medizinisch erkannt ist, dass von der Ausübung bestimmter Tätigkeiten besondere Einwirkungen auf die Arbeitnehmer ausgehen, denen Menschen die diesen Beruf nicht ausüben auch nicht ausgesetzt sind.

Was kann der Versicherungsnehmer im Falle einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalles verlangen?
Die gesetzliche Unfallversicherung stellt verschiedene Entschädigungsleistungen zur Verfügung. Dazu gehört die Heilbehandlung, Leistungen in Form von finanziellen Mitteln, Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben oder auch Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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Entscheidungen zum Begriff Gesetzliche Unfallversicherung

  • BildOLG-KARLSRUHE, 14.09.2010, 12 W 59/10
    Ein Erstattungsanspruch eines privaten Krankenversicherers gegen eine gesetzliche Unfallversicherung ist vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit geltend zu machen.
  • BildSG-GIESSEN, 28.05.2009, S 3 U 202/06
    Gesetzliche Unfallversicherung - Arbeitsunfall - Streckenposten bei Autorennen - versicherte Tätigkeit
  • BildSG-KARLSRUHE, 05.03.2013, S 1 U 4282/12
    1.) Der Versicherungsschutz in der gesetzliche Unfallversicherung auf Wegen zur und von der Nahrungsaufnahme endet bzw. beginnt mit dem Durchschreiten der Außentür des Gebäudes, in dem die Kantine oder Gaststätte liegt, d.h. mit dem Verlassen des öffentlichen Verkehrsraums (Anschluss an BSG vom 24.06.2003 - B 2 U 24/02 R - ). 2.)...
  • BildHESSISCHES-LSG, 13.05.2011, L 9 U 154/09
    1. Der Versicherungsschutz auf dem Weg von der Arbeit zum Wohnort entfällt, wenn allein wesentlich für das Unfallereignis die alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit des Versicherten ist. 2. Die gesetzliche Unfallversicherung löst auch bei der Verletzung der Fürsorgepflicht des Unternehmers gegenüber den Beschäftigten die zivilrechtlichen...
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