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Geschmacksmuster schützen - im Unterschied zu Patenten oder Gebrauchsmustern, die für technische Produkte oder Verfahren vergeben werden - Gestaltungen. Hier wird also das Design von Produkten geschützt.
Als Geschmacksmuster geschützt werden können Farb- und Formgestaltungen gewerblich nutzbarer Gegenstände, die auf das optische Empfinden des Menschen wirken.
Geschützt werden können z.B. Ausführungen und Formgebungen an Erzeugnissen wie Stoffen, Tapeten, Gläsern oder Flaschen.
Die Schutzfähigkeit des Musters setzt voraus, dass es im Zeitpunkt der Anmeldung neu ist. Neu ist eine Gestaltung dann, wenn sie den Fachkreisen bei zumutbarer Berücksichtigung der vorhandenen Gestaltungen nicht bekannt sein konnte. Ein zu schützendes Design hat dabei eine gewisse Eigentümlichkeit aufzuweisen, das heißt, es muss eine den Schutz rechtfertigende persönliche, schöpferische Leistung darstellen. Die Anforderung an das Gestaltungsniveau des Werks ist allerdings geringer als das für den urheberrechtlichen Schutz von Werken der angewandten Kunst erforderliche Maß an individueller schöpferischer Leistung. Ein urheberrechtsfähiges Werk der angewandten Kunst kann indes gleichzeitig als Geschmacksmuster geschützt werden.
Durch den Geschmacksmusterschutz erlangt der Anmeldende das alleinige Recht, das Muster gewerbsmäßig nachzubilden und durch Gebrauch oder Verkauf zu verwerten.
Die Erlangung von Geschmacksmusterschutzes setzt die Anmeldung des zu schützenden Gestaltungsgedankens beim Patentamt voraus.
Das Patentamt beschränkt seine Prüfung darauf, ob die Anmeldung verfahrensrechtlich ordnungsgemäß, also frei von Formfehlern, erfolgt ist. Daher setzt das Patentamt die Angaben des Anmelders durch Eintragung in das Musterregister um, ohne zu prüfen, ob das angemeldete Muster seiner Art nach geschmacksmusterfähig ist oder ob die Schutzvoraussetzungen der Neuheit und Eigentümlichkeit des Werks vorliegen. Diese Voraussetzungen werden erst im Streitfall zwischen dem Anmelder und einem Dritten durch die ordentlichen Gerichte untersucht.
Wer ein Geschmacksmuster anmelden will, sollte überprüfen, ob dieses Muster bereits im vorhandenen "Formenschatz" existiert. Die hierfür erforderliche Recherche übernehmen darauf spezialisierte Unternehmen für etwa 150,- bis 350,- EUR.
Die wesentliche Wirkung eines angemeldeten Geschmacksmusters besteht in dem Verbot, es zur gewerblichen Verbreitung nachzubilden. Dadurch ist nicht nur die Anfertigung von Duplikaten untersagt, sondern auch die Herstellung von mehr oder weniger deutlich angenäherten Reproduktionen. Zur Durchsetzung des Nachbildungsverbotes sieht das Geschmacksmustergesetz zivilrechtliche (unter anderem Störungsbeseitigung/Unterlassung, Schadensersatz oder Gewinnherausgabe) und strafrechtliche Sanktionen vor. Die unmittelbare Rechtswirkung einer Geschmacksmusteranmeldung beim Patentamt beschränkt sich auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb von sechs Monaten nach dem Anmeldetag können allerdings in anderen Staaten Nachanmeldungen erfolgen, so dass sich der Schutz beliebig ausdehnen lässt.
Erlaubt sind trotz des Gebrauchsmusterschutzes aber
Unabhängig von den Voraussetzungen des Geschmacksmustergesetzes kann z.B. ein bestimmtes Produktdesign darüber hinaus auch nach den Vorschriften des Urheberrechtsgesetzes und des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb geschützt sein. Diese Rechte entstehen - bei Vorliegen der gesetzlichen Anforderungen - ohne entsprechende Anmeldung beim Patentamt.
Die regelmäßige Schutzdauer bei Geschmacksmustern beträgt zunächst fünf Jahre. Dieser Zeitraum kann jeweils um fünf Jahre auf höchstens 20 Jahre verlängert werden.
GeschmMG
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