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Freibetrag

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Erklärung zum Begriff Freibetrag

Ein Betrag, welcher in der Lage ist, die Steuerbemessungsgrundlage zu mindern, wird als Freibetrag bezeichnet.

Im Gegensatz zur Freigrenze müssen bei Überschreitung des Freibetrags nicht die gesamten Einnahmen versteuert werden, sondern nur der den Freibetrag übersteigenden Teil der Einnahmen.

Beispiel: Einnahmen aus Kapitalvermögen (z. B. Zinsen) 10.000 Euro ./.Werbungskostenpauschale 51 Euro ./.Sparerfreibetrag 750 Euro = Steuerbemessungsgrundlage 9.199 Euro = Einkünfte aus Kapitalvermögen

Das deutsche Steuerrecht kennt zahlreiche Freibeträge, die teils aus sozialen Gründen eingeführt wurden, teils der Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens dienen. Die wichtigsten Freibeträge sind:

Inhaltsübersicht

I. Einkommensteuer

II. Die Erbschaftsteuer

  • Sachliche Freibeträge:
    • § 13 ErbStG: Steuerfrei bleiben: Hausrat bis zu einem Wert von 41.000 € und andere bewegliche körperliche Gegenstände bis zu einem Wert von 10.300 €, jeweils nur bei Personen der Steuerklasse I (s.u.), ansonsten nur für insgesamt 10.300 €. Bestimmte andere Zuwendung, z. B. bei denkmalgeschützten Immobilien o. ä.
    • § 13a ErbStG: In Unternehmen gebundenes Vermögen, sofern der Betrieb weiter geführt wird: 225.000 €, der restliche Teil ist nur zu 65 % anzusetzen.
  • Persönliche Freibeträge § 16 ErbStG:
    • Ehegatten: 307.000 €
    • Kinder und Kinder verstorbener Kinder: 205.000 € pro Elternteil
    • restliche Personen der Steuerklasse I (Ehegatte, Kinder, Stiefkinder, Enkel etc., teilweise Eltern und Großeltern): 51.200 €
    • Personen der Steuerklasse II (u.a.: Geschwister, Schwiegereltern und -kinder): 10.300 €
    • Personen der Steuerklasse III: 5.200 €

III. Andere Steuerarten

  • Gewerbesteuer: Personengesellschaften und Einzelunternehmer werden erst dann zur Gewerbesteuer herangezogen, wenn ihr Gewerbeertrag 24.500 € übersteigt. Mit dem Freibetrag wird berücksichtigt, dass Personengesellschaften und Einzelunternehmer den Unternehmerlohn nicht vom Gewinn abziehen dürfen, wie es Kapitalgesellschaften bei den Geschäftsführervergütungen tun dürfen, selbst wenn der Geschäftsführer gleichzeitig Gesellschafter ist.
  • Körperschaftsteuer: Freibetrag für bestimmte Körperschaften, §§ 24, 25 Körperschaftsteuergesetz

IV. Freibeträge, Freigrenzen und Werbungskostenpauschbeträge

Von Freibeträgen zu unterscheiden sind Freigrenzen und Werbungskostenpauschbeträge, die ähnliche Zielsetzungen und Wirkungen haben.

  • Freibetrag vs. Freigrenze: Während ein Freibetrag auch dann noch gewährt wird, wenn die Einkünfte den Freibetrag überschreiten, wird eine Freigrenze dann nicht mehr gewährt.
  • Freibetrag vs. Werbungskostenpauschbetrag: Ein Freibetrag wird nach Abzug von Werbungskosten gewährt, während ein Werbungskostenpauschbetrag wegfällt, wenn man höhere Werbungskosten geltend machen will. Beispiel: Bei Einnahmen von 1.000 und Ausgaben (Werbungskosten, WK) von Fall a: 50 €, Fall b: 200 € wird ein Freibetrag (FB) und ein Werbungskostenpauschbetrag (WKP) von jeweils 100 € gewährt.



Mitwirkende/Autoren:
,
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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Entscheidungen zum Begriff Freibetrag

  • BildAG-KLEVE, 18.01.2006, 31 IK 18/00
    Ermittlung eines pfändungsfreien Betrags für Einmalzahlung aus Abfindung für Arbeitsplatzverlust in Wohlverhaltensperiode durch Abzug von Freibetrag nach fiktiver Fortbeschäftigung.
  • BildBGH, 19.05.2004, IXa ZB 310/03
    Ist die erste unterhaltsberechtigte Person im Sinne des § 850c Abs. 1 Satz 2 ZPO ein Kind, so ist für dieses der erhöhte Freibetrag der ersten Stufe und nicht lediglich der verminderte Freibetrag der zweiten Stufe maßgeblich.
  • BildBFH, 21.07.2009, X R 2/09
    Der Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG wird personenbezogen gewährt; er steht dem Steuerpflichtigen für alle Gewinneinkunftsarten nur einmal zu.
  • BildVG-GIESSEN, 15.09.2011, 3 K 290/11.GI
    Ein (Zusatz-)Freibetrag vom Einkommen der Eltern ist nach § 25 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 BAföG auch dann anzusetzen, wenn das berücksichtigungsfähige Geschwister in Strafhaft ist.
  • BildOVG-GREIFSWALD, 18.04.2011, 2 L 70/06
    1. Der Zulassungsantragsteller kann die von ihm geltend gemachten Zulassungsgründe jederzeit beschränken.2. Zum Freibetrag nach § 3 Abs. 3 Satz 7 IHK-G.
  • BildFG-DES-SAARLANDES, 12.06.2003, 2 K 211/98
    Gehörten 1994 im Erbwege erworbene einbringungsgeborene GmbH-Anteile nicht zum Betriebsvermögen, so fand auf sie der Freibetrag des § 13 Abs. 2a ErbStG 1994 keine Anwendung.
  • BildLAG-KOELN, 03.01.2013, 1 Ta 323/12
    Rundfunk und Fernsehgebühren sind ebenso wie Telefonkosten vom allgemeinen Freibetrag gemäß § 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 a ZPO erfasst und können nicht gesondert abgezogen werden.
  • BildLAG-KOELN, 02.03.2007, 4 Sa 1309/06
    Kein Anspruch auf eine erneute Abrechnung, weil der Arbeitgeber bei einer Abrechnung über eine erfolgte Zahlung den Freibetrag für eine Abfindung nicht berücksichtigt hat.
  • BildBFH, 21.09.2005, II R 56/03
    Die Regelung des § 16 Abs. 2 ErbStG, die bei beschränkter Erbschaftsteuerpflicht einen geringeren Freibetrag als bei unbeschränkter Steuerpflicht vorsieht, verstößt nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG.
  • BildSAECHSISCHES-OVG, 11.08.2004, 5 B 497/03
    Wird bei getrennt lebenden Ehegatten das Einkommen des einen bereits durch den Freibetrag aus § 25 Abs. 1 Nr. 2 BAföG anrechnungsfrei, ist dem anderen Ehegatten ein nach § 25 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BAföG bestehender weiterer Freibetrag ohne hälftige Kürzung anzurechnen.

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