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Erbschaft

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Erklärung zum Begriff Erbschaft

Die Definition des Ausdruckes "Erbschaft" bezeichnet im deutschen Erbrecht nach Paragraph 1922 Absatz 1 BGB (§ 1922 Abs. 1 BGB) das komplette Vermögen des Erblassers, der verstorbenen Person.

Die Erben bzw. die Erbengemeinschaft ist Gesamtrechtsnachfolger. Das heißt, die Erbschaft ist der Gegenstand eines Rechtsüberganges, welcher neben den Aktiva aber auch die Passiva beinhaltet. Das Ganze nennt sich Universalsukzession. Nach dem Paragraphen 857 des Bürgerlichen Gesetzbuches (§ 857 BGB) geht neben dem Eigentum auch der Besitz auf den Erben über. Die Nachlasshaftung verpflichtet den Erben gesetzlich, mit dem Paragraphen 857 BGB für die Passiva, die Nachlassverbindlichkeiten, gerade zu stehen. Der eingesetzte Erbe kann jedoch die Annahme des Erbes verweigern. Meldet sich der Erbberechtigte nicht innerhalb von 6 Wochen nachdem er über die Erbschaft Bescheid bekommen hat mit einer persönlichen Erklärung über die Erbausschlagung beim zuständigen Nachlassgericht, ist das Erbe angetreten. Hat der Erbe bereits die Annahme des Erbes nach Paragraph 1944 BGB (§ 1944 BGB) bestätigt, hat er einen Erbschein beantragt, ist damit die Erbschaft akzeptiert.

Erbrecht

Im deutschen Erbrecht existieren drei sogenannte Erbrechtstitel. Dies ist die Berechtigung zu erben. Da ist das Testament, der Erbvertrag und schließlich die gesetzliche Erbfolge. Das Testament oder die letztwillige Verfügung: hierbei wird nach den Vorgaben im Dokument das Erbe unter den Erben aufgeteilt. Hierbei ist jedoch der Pflichtteil zu berücksichtigen, der Eltern, Ehegatten und Nachkommen zusteht. Dies sind 50 Prozent des Erbes für Ehepartner und Sprösslinge, 25 Prozent bei den Eltern. Wird jemand testamentarisch enterbt, müssen dafür ganz spezielle Gründe vorliegen. Entweder wurde der Erblasser von den Enterbten gröblich im Stich gelassen, der Erbe ist zu einer wenigstens 20-jährigen Haftstrafe verurteilt worden oder er hat die sogenannte „eheliche Beistandspflicht“ verletzt, sträfliche Handlungen gegen den Testamentsverfasser begangen, will heißen er ist erbunwürdig. Genauso gelten die grobe Vernachlässigung familiärer Pflichten und schließlich die verbotene Einflussnahme, als Betrug oder Zwang beim Abfassen des Testaments, der letztwilligen Verfügung. Liegt kein Testament vor, wirkt die gesetzliche Erbfolge, der Erbvertrag kann lediglich zwischen Ehepartnern notariell über 75 Prozent des Nachlasses geschlossen werden.




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 23.10.2015 12:19
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 23.10.2015 12:19


 
 

Erbrecht

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