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Energieversorgungsunternehmen

Lexikon

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Erklärung zum Begriff Energieversorgungsunternehmen

Versorgungsunternehmen für Erdgas oder Wärme sowie stromerzeugende Unternehmen, welche das öffentlich Netz speisen, werden als Energieversorgungsunternehmen (kurz: EVU) bezeichnet.

Das EVU ist oft Betreiber und Eigentümer des Energieverteilungsnetzes (Stromnetz, Gasnetz, Fernwärmenetz). Die Industrie liefert vor allem Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung. Knapp 10 Prozent der elektrischen Energie in Deutschland wird von privaten Erzeugern eingespeist, überwiegend Strom aus erneuerbaren Energien.

Inhaltsübersicht

I. Situation in Deutschland

In Deutschland kann man die EVU unterteilen in überregionale Versorger, die auch die Hochspannungsnetze betreiben, und regionale Versorgungsunternehmen, die ihrerseits häufig wieder Tochterunternehmen der großen EVU sind.

Im Entwurf zur Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind Energieversorgungsunternehmen nach §3 Satz 1 Nr 18 "natürliche oder juristische Personen, die andere mit Energie versorgen, ein Energieversorgungsnetz betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis besitzen". Sie übernehmen also Aufgaben der Erzeugung, der Verteilung und des Vertriebs, wobei das EnWG in Umsetzung des europäischen Gemeinschaftsrechtes eine Entflechtung der sog. vertikal integrierten EVU festschreibt.

Vertikal integrierte EVU sind nach der Legaldefinition des § 3 Nr. 38 EnWG solche Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen, die im Elektrizitätsbereich mindestens eine der Funktionen Übertragung oder Verteilung und mindestens eine der Funktionen Eurzeugung und Vertrieb wahrnehmen; entsprechend liegt im Gasbereich ein vertikal integriertes EVU vor, wenn das Unternehmen oder die Gruppe mindestens eine der Funktion Fernleitung, Verteilung, Betrieb einer LNG-Anlage oder Speicherung und gleichzeitig eine der Funktionen Gewinnung oder Vertrieb von Erdgas wahrnimmt. Das bedeutet, der Netzbetrieb muss rechtlich, operationell, informationell und buchhalterisch unabhängig von anderen Tätigkeiten im Bereich der Energieversorgung organisiert werden. (Quelle: König, Kühling, Rasbach: Energierecht; www.pwc.de)

In Deutschland gibt es 876 Stromversorgungsunternehmen (Stand 2006)[1]. Die vier größten Energieversorgungsunternehmen sind:

  • RWE
  • E.ON
  • EnBW
  • Vattenfall


Zusammen beherrschen diese vier ca. 80 Prozent des deutschen Strommarktes (vgl. ihre Netzbetreiberrolle für die vier Regelkreise im Stromnetz). Sie sind in der Deutschen Verbundgesellschaft zusammengeschlossen. Diese Gesellschaft arbeitet die Regeln für den Betrieb der Kraftwerke aus.

Die DB Energie versorgt die Fahrzeuge der Deutschen Bahn mit Einphasenwechselstrom 16,7 Hz. Da dies nur für den Bahnbetrieb geschieht, wird sie nicht zu den eigentlichen EVU gerechnet, obwohl sie auch ein umfangreiches Hochspannungsleitungsnetz betreibt, welches auch nach Österreich und in die Schweiz führt.

Daneben gibt es noch einige EVU, die Elektroenergie vorwiegend aus regenerativen Energiequellen ("Ökostrom") herstellen und verteilen. Die vier größten darunter sind:

  • Lichtblick
  • Greenpeace energy
  • Elektrizitätswerke Schönau
  • Naturstrom AG

Alle EVU müssen in Deutschland in hohem Maße kooperieren. So gibt es zahlreiche Hochspannungsleitungen, bei denen nicht beide Leitungssysteme vom gleichen EVU betrieben werden. Daneben gibt es auch gemeinsam von den EVU und der Deutschen Bahn betriebene Hochspannungsleitungen.

Die EVU wie seine Kunden sind gut organisiert. Besonders zwischen Industrie und den EVU gibt es ein partnerschaftliches Verhältnis, das sich unter anderen in den sogenannten Verbändevereinbarungen VV II+ äußert. Nachfolgend einige bekannte deutsche Verbände:

  • Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), u. a. mit Verband der Netzbetreiber (VDN)
  • Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK)
  • Verband kommunaler Unternehmen (VKU)
  • local energy-Verbund (local energy)
  • Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW)

II. Situation in Österreich

In Österreich gibt es zwei nationale Erzeuger-Gesellschaften sowie eine Reihe von regionalen Gesellschaften, die oft aber nur als Verteiler bzw. Stromhändler tätig sind. Sie sind meist Gesellschaften mit Anteilen der einzelnen Bundesländer, einige (z. B. EVN, Wienstrom) haben auch eigene Elektrizitätswerke, um Spitzenbedarfe abzudecken.

Die wichtigsten Stromerzeuger sind:

  • VERBUND-Austrian Hydro Power AG (Wasserkrafttochter des VERBUND, darin integriert u. a. Donaukraftwerke AG, Tauernkraft, etc.)
  • VERBUND-Austrian Thermal Power GmbH&CoKG
  • EVN
  • Wienstrom

Die wichtigsten Ökostrom-Erzeuger sind:

  • WEB
  • Windkraft Simonsfeld
  • oekostrom AG
  • Donauwind

Die Verteilergesellschaften sind:

  • Wien-Energie
  • EVN – Niederösterreich
  • ESTAG – Steiermark
  • KELAG – Kärnten
  • BEWAG – Burgenland
  • ENERGIE AG – Oberösterreich
  • TIWAG – Tirol
  • Salzburg AG – Salzburg
  • VKW – Vorarlberg
  • Energie Allianz Austria GmbH – Österreich

Daneben existiert noch die VERBUND-Austrian Power Grid als Besitzer des Hochspannungsübertragungsnetzes.

Im Zuge der Deregulierung des Strommarktes sind neue Anbieter dazugekommen, die sowohl die Endkonsumenten als auch Betriebe beliefern. Allerdings haben sie keine Infrastruktur.

Der Windkraftwerkeausbau geschieht sehr konzentriert im Norden und Osten Österreichs in der Größenordnung von 800 MW installierter Leistung (Jänner 2006).[3]

III. Situation in der Schweiz

Die großen Energieversorgungsunternehmen in der Schweiz sind:

  • Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel)
  • Axpo Holding (Axpo)
    • Centralschweizerische Kraftwerke (CKW)
    • Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL)
    • Nordostschweizerische Kraftwerke (NOK)
  • BKW FMB Energie (BKW)
  • Energie Ouest Suisse (EOS)
  • Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ)

IV. Weiterführende Quellen

  1. Institut verlangt Regulierung des Strommarkts in tagesschau.de 23.8.06
  2. fehlende Quelle
  3. fehlende Quelle



 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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