Suchen Sie jetzt einen Anwalt:
   

JuraForum.deJuraForum-WikiEEhrenamt - Ehrenamtliche Tätigkeit 

Ehrenamt - Ehrenamtliche Tätigkeit

Lexikon | Jetzt kommentieren

Erklärung zum Begriff Ehrenamt - Ehrenamtliche Tätigkeit

Als „Ehrenamt“ wird ein Amt bezeichnet, welches auf freiwilliger Basis ausgeübt wird und für dessen Ausübung der Tätige nicht entlohnt wird. Ehrenämter erfreuen sich großer Beliebtheit seitens der Bevölkerung. Schätzungen zufolge üben mehr als ein Drittel aller Deutschen ein solches Amt aus. Möglichkeiten hierfür gibt es genug, beispielsweise:

  • Ehrenamtliche Tätigkeit als Betreuer
  • Ehrenamtliche Tätigkeit in der freiwilligen Feuerwehr, beim Roten Kreuz, bei den Johannitern, beim THW sowie anderen vergleichbaren Hilfsorganisationen
  • Ehrenamtliche Tätigkeit in einem gemeinnützigen Verein
  • Ehrenamtliche Tätigkeit in kirchlichen Organisationen, im Bereich der Jugend- oder Sozialarbeit
  • Laienrichter
  • Schiedsleute
  • Schöffen

Darüber hinaus gibt es noch die ehrenamtliche Tätigkeit in der Justiz als ehrenamtlicher Richter, als Gemeinderatsmitglied oder als Wahlhelfer. Ehrenamtliche Richter unterliegen genauso der Justiztreue wie ihre angestellten Kollegen [BVerfG, 06.05.2008, 2 BvR 337/08]. Zur Ausübung dieser Ehrenämter können Bürger jedoch gesetzlich verpflichtet werden, so dass diese sich in Bezug auf ihre Freiwilligkeit von den oben Genannten unterscheiden. Auch sieht das Gesetz für diese aufgezwungenen  Ehrenämter sowohl eine festgelegte Aufwandsentschädigung sowie eine obligatorische Arbeitsfreistellung vor.

Ehrenamt – Förderung

Ehrenamtliche Tätigkeiten sind in vielen Bereichen unabdingbar geworden. Dennoch sind sie nicht als ein Arbeitsverhältnis anzusehen; dementsprechend besitzt ein ehrenamtlich Tätiger auch keinerlei Ansprüche auf Kündigungsschutz oder Ähnliches [BArbG, 29.08.2012, 10 AZR 499/11]. Um die ehrenamtlichen Tätigkeiten ein wenig zu unterstützen, bestehen seitens des Staats verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise in Form einiger gesetzlichen Länderregelungen wonach für verschiedene Bereiche der ehrenamtlichen Tätigkeiten die Tätigen für eine bestimmte Stundenanzahl pro Woche von ihrer eigentlichen Arbeit freizustellen sind.

Auch besteht seitens des Staats eine steuerliche Förderung für ehrenamtlich Tätige. Diese treten in jenen Fällen in Kraft, in denen die ehrenamtlich Tätigen eine Aufwandsentschädigung erhalten: innerhalb bestimmter Grenzen sind diese gemäß § 3 Nr. 26 EstG steuerfrei.

Auch ist es per Ländergesetze gegebenenfalls möglich, einen Verdienstausfall für die Zeit der ehrenamtlichen Tätigkeit zu erhalten. Dies ist insbesondere im Bereich der Jugend- und Sozialarbeit der Fall.

Ehrenamt – Versicherungsschutz

Häufig ist es der Fall, dass Organisationen, Vereine oder Wohlfahrtsverbände die für sie ehrenamtlich Tätigen gegen Haftpflicht- und Unfallschäden versichern. Darüber hinaus bieten einige Bundesländer jenen Ehrenamtlichen, welche nicht versichert sind, einen Versicherungsschutz an. Dieser ist von daher sehr sinnvoll, weil ansonsten Ehrenamtliche für Schäden, welche während der Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit eventuell entstehen könnten, in vollem Umfang selbst hafte müssten.

Der Versicherungsschutz, welcher den Ehrenamtlichen gewährleistet wird, umfasst aber keine Schäden, welche von diesem vorsätzlich verursach worden sind. Er bezieht sich lediglich auf Schäden, welche aufgrund von fahrlässigem Handeln eines Organs oder seitens Dritter verursacht worden sind.

Eine gesetzliche Pflichtversicherung besteht für jene ehrenamtlich Tätigen, welche für bestimmte öffentlich-rechtliche Institutionen oder im Interesse der Allgemeinheit tätig werden. Zu diesen zählen Ehrenamtliche, welche

  • in der Wohlfahrtspflege,
  • in landwirtschaftsfördernden Einrichtungen,
  • in öffentlichen Einrichtungen,
  • in Rettungsunternehmen,
  • wie Angestellte

tätig sind. Auch Personen, welche in kommunalen Vereinen oder Verbänden freiwillig tätig werden, sowie gewählte Ehrenamtsträger unterliegen diesem Versicherungsschutz.

Welcher Versicherungsträger individuell zuständig ist, hängt von der Art des Aufgabenbereiches sowie der Rechtsform der entsprechenden Organisation ab. Die Zuständigkeit kann also sowohl bei einer Berufsgenossenschaft, als auch bei der Unfallkasse des Bundes, des Landes oder der betreffenden Kommune liegen.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

Haben Sie Fragen zu diesem Begriff? Stellen Sie eine Frage zu dem Begriff im Forum.

Nachrichten zu Ehrenamt - Ehrenamtliche Tätigkeit

Kommentar schreiben

39 + Vi,;er =

Bisherige Kommentare zum Begriff (0)

(Keine Kommentare vorhanden)



Sie sind gerade hier: JuraForum.deJuraForum-WikiEEhrenamt - Ehrenamtliche Tätigkeit 

Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.


Ehrenamt - Ehrenamtliche Tätigkeit – Weitere Begriffe im Umkreis

  • Degressive Abschreibung
    1. Allgemeines Degressive Abschreibung bedeutet, dass die Abschreibungsbeträge von Jahr zu Jahr fallen. Daher spricht man auch von einer Abschreibung in fallenden Jahresbeträgen. Es handelt sich um eine planmäßige Abschreibung (siehe...
  • Dividenden
    Dividenden aus der Beteiligung an Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) oder aus Anteilen an Genossenschaften gehören gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG zu den Einkünften aus...
  • Duale Einkommensteuer
    Das Konzept einer dualen Einkommensteuer ist in Finnland, Schweden und Norwegen in unterschiedlichen Ausprägungen seit ca. zehn Jahren Grundlage der Einkommensbesteuerung. Es wird zudem als eine der Optionen für eine weitgehende Reform der...
  • Durchlaufender Posten - 4-III-Rechnung
    Werden bei der Gelder vereinnahmt, die der oder (Klein-)Gewerbetreibende in fremden Namen und für fremde Rechnung verausgabt hat oder hat er Gelder in fremden Namen und für fremde Rechnung vereinnahmt, die er wieder verausgabt, stellt der...
  • Ehegattenveranlagung
    Inhaltsübersicht 1. Zusammenveranlagung 2. Getrennte Veranlagung 3. Wahlrechte 4. Wahlrechtsausübung nach Tod eines Ehegatten 5. Änderung ab 2013 Die grundsätzliche Form der...
  • Einkommen
    Die regelmäßig zur Verfügung stehenden Einnahmen eines Haushalts werden als Einkommen bezeichnet. In der Volkswirtschaftslehre stellt das Einkommen sowohl in der Mikroökonomie als auch in der Makroökonomie eine zentrale Größe zur Messung...
  • Einkommenssteuerveranlagung
    Der Staat lebt von den Steuern, die seine Bürger bezahlen müssen. Im Umkehrschluss erhalten die Bürger die Funktionsfähigkeit des Staates durch Entrichtung von Steuern. In diesem Verhältnis von Steuerzahler zu Steuerverbraucher muss stets ein...
  • Einkommensteuer
    Die Einkommensteuer ist die Steuer, welche auf das Einkommen von natürlichen Personen in der Bundesrepublik erhoben wird, sie ist eine Gemeinschaftssteuer . Beschrieben ist die Einkommensteuer grundsätzlich im Einkommensteuergesetz . Mit dem...
  • Einkommensteuererklärung
    1. Allgemeines Bei der Abgabe der Einkommensteuererklärung sind zwei Gruppen zu unterscheiden: Pflichtveranlagungsfälle, die zwingend eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen; Antragsveranlagungen, bei denen die Abgabe...
  • Einkommensteuerermittlung
    Ist eine Einkommensteuerveranlagung durchzuführen, so ermittelt das Finanzamt die festzusetzende Einkommensteuer nach folgenden Grundsätzen: Steuerbetrag für das zu versteuernde Einkommen =...

Top Orte der Anwaltssuche zum Rechtsgebiet Einkommensteuerrecht

Weitere Orte finden Sie unter:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2016 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.