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Buchführung

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Erklärung zum Begriff Buchführung

Die Buchführung ist ein Instrument, welches als Grundlage für die Gewinnermittlung und den Jahresabschluss eines Unternehmens dient. Sie ist neben der Kostenrechnung, der Vergleichsrechnung und der Planung das Hauptglied des Rechnungswesens eines kaufmännischen Unternehmens und stellt für den Unternehmer eine wichtige Informationsquelle bezüglich seines Unternehmens dar und ist zugleich notwendig, um den Informationsanforderungen von Behörden, wie beispielsweise dem Finanzamt, nachkommen zu können.

Die meisten Unternehmen unterliegen der gesetzlichen Pflicht zur Buchführung, welche sich aus dem Handelsgesetzbuch  (§ 238 HGB) und der Steuergesetzgebung (§ 140 AO) ergibt. Wo die Buchführung jedoch stattfindet und wo die Bücher aufbewahrt werden müssen, unterliegt keiner gesetzlichen Regelung. Auch besteht die Möglichkeit einer Fernbuchführung. Dies bedeutet, dass die Buchführung nicht von dem jeweiligen Unternehmen, sondern von einem von diesem beauftragten Dritten durchgeführt wird, beispielsweise von einem Steuerberater. Das Unternehmen selbst muss dann nur die sogenannte „vorbereitende Buchführung“, beispielsweise das Führen eines Kassenbuches, selbst vornehmen.

Unterteilt wird die Buchführung in zwei große Bereiche:

  • Betriebsbuchhaltung, welche zuständig ist für die Erfassung und Aufteilung von Kosten und Leistungen ist, und die gemeinsam mit der Kalkulation die Kostenrechnung umfasst
  • Geschäfts- und Bilanzbuchhaltung, welche die Zahlen für den Abschluss liefert

Sämtliche Geschäftsvorfälle eines Unternehmens werden chronologisch aufgezeichnet. Zu diesen zählen unter anderem

  • Lohnzahlungen
  • Materialeinkauf
  • Produktverkauf
  • Rohstoffverbrauch
  • Wertminderung an Vermögensgegenständen durch Abnutzung.

Die einzelnen Werte werden nach Sachzusammenhängen gesammelt und gruppiert. Aus diesen geordneten Zahlenwerken wird in regelmäßigen Abständen (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, etc.) ein Abschluss erstellt. Zudem erfolgt daraus jährlich der Jahresabschluss.

Buchführung – Aufgaben

Die Hauptaufgabe der Buchführung besteht in der Erfolgsermittlung. Um diese zu erlangen, bedarf es der Erfassung von Aufwendungen und Erträgen und die Darstellung der Finanz- und Vermögenslage.

Daneben bestehen sogenannte „Sonderaufgaben“, welche beispielsweise in der Beobachtung der inneren Abläufe liegen. Zu diesen zählen unter anderem die Umsatzgröße, die Umsatzschnelligkeit sowie Kapital- und Schuldenverhältnisse.

Buchführung – Arten

Es bestehen zwei verschiedene Arten der Buchführung:

Bei der einfachen Buchführung werden die Ein- und Ausgaben chronologisch gebucht und in ein sogenanntes „Kassenbuch“ eingetragen. Mithilfe einer Gegenüberstellung vom Anfangs- und Endvermögen einer Abschlussperiode werden der Geschäftsverlauf und der daraus resultierende Erfolg eines Unternehmens dargestellt.

Bei der doppelten Buchführung wird darüber hinaus noch eine Erfolgsrechnung aufgestellt, aus der sich ergibt, dass aus jedem Geschäftsvorfall zwei Buchungssätze entstehen: eine Sollrechnung und eine Habenbuchung. Der Vorteil der doppelten Buchführung liegt darin, dass immer eine Kontrolle der Richtigkeit des ausgewiesenen Ergebnisses gegeben ist.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 28.06.2013 09:54
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 28.06.2013 09:54


 
 

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