Brandschutz

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Erklärung zum Begriff Brandschutz

Als „Brandschutz“ werden die Schutzmaßnahmen bezeichnet, welche die der Entstehung eines Brandes sowie der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorbeugen. Auch die Rettung von Lebewesen sowie wirkungsvolle Löscharbeiten bei einem Brand gehören zum Brandschutz. Der Brandschutz an sich ist in vielen verschiedenen Lebensbereichen von Bedeutung; dementsprechend beziehen sich nicht nur die speziellen Brandschutzgesetze und Bauordnungen darauf, sondern auch viele weitere Gesetze und Verordnungen, beispielsweise Bestimmungen bezüglich der Lagerung von Gasen.

In den Bauordnungen der ändern wird dem Thema „Brandschutz“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser bezieht sich in der Regel auf Bauvorschriften, welche im Falle eines Brandes

  • Fluchtmöglichkeiten bieten, welche baulich so beschaffen sein müssen, dass sie möglichst lange Bestand haben,
  • tragende Bauteile so lange wie möglich vor dem Einsturz bewahren,
  • verhindern, dass sich der Brand innerhalb des betreffenden Gebäudes beziehungsweise auf Nachbargebäude hin ausbreitet.

Unterschieden wird zwischen vorbeugendem und abwehrendem Brandschutz.

Brandschutz – vorbeugender

Vorbeugender Brandschutz umfasst alle baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen, welche die Entstehung und Ausbreitung von Bränden sowie deren Auswirkung verhindern oder zumindest einschränken sollen. Der vorbeugende Brandschutz lässt sich in drei verschiedene Kategorien einteilen:

  • Baulicher Brandschutz
  • Anlagentechnischer Brandschutz
  • Organisatorischer Brandschutz

Dabei ist zu beachten, dass ein optimaler vorbeugender Brandschutz nur gegeben ist, wenn auf alle drei Kategorien gleichermaßen Wert gelegt wird.

Als baulicher Brandschutz werden alle Brandschutzmaßnahmen beschrieben, welche an einem Gebäude vorhanden sein sollen. Diese baulichen Maßnahmen gelten für sämtliche bei der Errichtung einer baulichen Anlage verwendeten Materialien, aber auch für die Errichtung und Freihaltung von Fluchtwegen und Brandwänden [VerwG Arnsberg, 21.08.2008, 3 L 547/08].

Der anlagentechnische Brandschutz umfasst sämtliche mit dem Gebäude verbundenen Anlagen, welche zur Verhütung von Bränden eingebaut worden sind. Dies sind beispielsweise

  • Feuerlöschanlagen
  • Brandmeldeanlagen
  • Feuerschutztüren

Die Maßnahmen, die eine Brandgefahr verringern und die Bekämpfung eines Brandes verbessern sollen, werden als organisatorischer Brandschutz bezeichnet. Sie dienen verschiedenen Zwecken:

  • Verhütung von Bränden
  • Bekämpfung von Brandschäden
  • Sicherstellung der Wirksamkeit der baulichen sowie anlagentechnischen Brandschutzmaßnahmen

In öffentlichen Gebäuden ist der organisatorische Brandschutz von immenser Bedeutung; aus diesem Grund werden auch Beschäftigte darin geschult, sich im Sinne des Brandschutzes verhalten zu können.

Brandschutz – abwehrender

Der abwehrende Brandschutz tritt erst dann in Kraft, wenn es bereits brennt. Im Gegensatz zum vorbeugenden Brandschutz obliegt dieser der Feuerwehr.

Maßnahmen, welche von dieser ergriffen werden, wenn der vorbeugende Brandschutz versagt hat, werden als abwehrender Brandschutz bezeichnet. Zu diesem zählt nicht nur das eigentliche Löschen des Brandes, sondern auch die Verhinderung von dessen Begleitschäden. Also solche gelten beispielsweise Schäden, welche aufgrund von

  • Rauch,
  • Löschwasser oder
  • Ausfällen entstehen.

Brandschutzordnung

Die Regelung bezüglich des Verhaltens von Personen innerhalb eines Gebäudes oder Betriebes im Brandfall sowie für brandverhütende Maßnahmen wird als „Brandschutzordnung“ bezeichnet. Vom Stellenwert ist sie gleichzusetzen mit einer Hausordnung oder einer AGB.

Wie diese Brandschutzordnung individuell auszusehen hat, unterliegt keiner bundeseinheitlichen Regelung. So gilt beispielsweise für Arbeitsstätten, dass umfassende und passende Informationen an die Betriebsangehörigen weiterzugeben sind.

Generell ist eine Brandschutzordnung in drei verschiedene Teile gegliedert:

Verhalten im Brandfall für alle Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt in dem Gebäude aufhalten. Dieser Teil sollte möglichst kurz gefasst und gut sichtbar an mehreren Stellen im Gebäude ausgehängt werden.

Regelungen bezüglich des Verhaltes im Brandfall, welche für die Beschäftigten des betreffenden Gebäudes gelten. Dieser Teil der Brandschutzordnung muss jedem einzelnen Beschäftigten ausgehändigt werden.

Der dritte Teil der Brandschutzordnung ist ausschließlich für jene Beschäftigten in einem Gebäude gedacht, welche mit Brandschutzaufgaben betraut worden sind. Dabei geht es überwiegend um die Durchführung von vorbeugendem Brandschutz.udefassende und einer bundeseinheitlichen t, werden als abwehrender Brandschutz.

 




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 01.06.2013 00:00


 
 

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Entscheidungen zum Begriff Brandschutz

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    Die Landkreise haben keine Zuständigkeit für den abwehrenden Brandschutz. Ihre Zuständigkeit beschränkt sich auf bloße Koordination, Organisation und Planung.
  • BildBAYERISCHER-VGH, 02.09.2013, 9 CS 13.1226
    Nutzungsuntersagung; Wohnnutzung eines Grenzgebäudes; Anfechtungsklage; Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung; formell und materiell illegale Nutzung; Rücksichtnahmegebot; Abstandsflächen; Brandschutz
  • BildLAG-BERLIN-BRANDENBURG, 19.09.2012, 13 Ta 1756/12
    Ein Betrieb, der Promatplatten, die dem Brandschutz dienen, zuschneidet und montiert, erbringt bauliche Leistungen im Sinne von § 1 Abs. 2 Abschnitt 2 VTV, da alle Arbeiten, die an und in einem Gebäude zum vorbeugenden Brandschutz erfolgen, der Fertigstellung des Bauwerks dienen.
  • BildVG-WUERZBURG, 05.12.2013, W 5 K 12.866
    Nachbarklage gegen zwei Baugenehmigungen;Prüfung von Vorschriften des Brandschutzes im vereinfachten Genehmigungsverfahren verneint;Planungsrechtliches Rücksichtnahmegebot umfasst nicht Brandschutz;   Einheitliches Vorhaben verneint; Prüfungsumfang im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren; Abstandsflächen – trotz genehmigter...
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