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Berufsunfähigkeit

Lexikon

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Erklärung zum Begriff Berufsunfähigkeit

Der Begriff der Berufsunfähigkeit ist enger gefasst, als jener der Erwerbsunfähigkeit. In diesem Kontext bedeutet Berufsunfähigkeit, dass der Betroffene seinen ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann.

Unter welchen Voraussetzungen liegt Berufsunfähigkeit vor?
Laut § 240 II SGB VI liegt eine Berufsunfähigkeit bei Personen immer dann vor, wenn deren Erwerbsfähigkeit aufgrund von Krankheit und Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden täglich gesunken ist.

Berufsunfähigkeit bedeutet nicht Erwerbsunfähigkeit
Bei der Berufsunfähigkeit geht es also primär darum, dass der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, seinen ursprünglichen Beruf auszuüben. Jedoch kann diese Person trotzdem noch in der Lage sein, einen anderen Beruf auszuüben, welcher ihr hinsichtlich der bestehenden körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eher entspricht. Untersuchungen haben gezeigt, dass besonders Personengruppen mit psychischen Erkrankungen von Berufsunfähigkeit betroffen sind.

Absicherung gegen Berufsunfähigkeit
Um im Falle einer Berufsunfähigkeit abgesichert zu sein, kann der Abschluss einer Versicherung sinnvoll sein. Allerdings tritt der Versicherungsfall erst bei festgestellter Erwerbsunfähigkeit von über 50% ein. Bei Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung wird die Erwerbsunfähigkeit automatisch mitversichert. Personen, die vor dem 2.1.1961 geboren sind, sind im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung in Form der teilweisen Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit (§ 240 Absatz 2 SGBVI) geschützt.

OLG-München zur Berufsunfähigkeit eines alkoholabhängigen Gastwirtes

[OLG- München, 20.04.2007, 25 U 4246/06]:

Im Falle einer langjährigen Alkoholabhängigkeit bei einem Gastwirt kommt eine Berufsunfähigkeit unter dem Gesichtspunkt der Unzumutbarkeit ernsthaft in Betracht. War der Versicherungsnehmer aber bereits bei Vertragsbeginn seit längerer Zeit alkoholabhängig, liegt eine sogenannte mitgebrachte Berufsunfähigkeit vor.

Diese wird nicht vom Versicherungsschutz umfasst, weil sie nicht im versicherten Zeitraum eingetreten ist. Der Umstand, dass der Versicherungsnehmer den Beruf des Gastwirts dennoch über einen langen Zeitraum ausgeübt hat, ist in diesem Zusammenhang nicht von Belang.




 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von JuraforumWiki-Redaktion, 03.05.2010 15:57
Zuletzt editiert von webmaster, 05.09.2011 11:18


 
 

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Entscheidungen zum Begriff Berufsunfähigkeit

  • VGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 29.10.2002, 9 S 2062/01
    1. Berufsunfähigkeit im Sinne von § 21 Abs. 1 Nr. 1 der Satzung des Rechtsanwaltsversorgungswerkes Baden-Württemberg liegt vor, wenn das Mitglied infolge körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte auf nicht absehbare Zeit außerstande ist, den Beruf eines Rechtsanwalts in einem Umfang...
  • OLG-HAMM, 23.03.2011, I-20 U 37/10
    Sind in einem Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrag folgende Leistungsvoraussetzungen vereinbart „Wird die versicherte Person während der Versicherungsdauer dieser Zusatzversicherung voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50% berufsunfähig (…) oder ist sie es während dieser Zeit...
  • SG-STADE, 10.07.2007, S 27 RA 93/04
    1. Eine vom Rentenversicherungsträger zunächst befristet unter der Bedingung der Aufgabe der bisherigen Erwerbstätigkeit abgegebene Zusicherung der Gewährung von Rente wegen Berufsunfähigkeit gilt grundsätzlich auf Dauer fort, wenn sie nach Ablauf der Frist ohne Befristung erneuert wird.2. Die Bindung des Rentenversicherungsträgers an...
  • OLG-KOELN, 09.02.1994, 11 U 231/93
    1. Nach § 4 Abs. 1 S. 1 der Bedingungen für vorläufigen. Versicherungsschutz in der Lebensversicherung wird eine Leistung aus dem vorläufigen Versicherungsschutz nicht fällig, wenn die Ursachen der Berufsunfähigkeit vor der Antragstellung erkennbar geworden sind. Es handelt sich dabei um einen Risikoausschluß, der unabhängig ist von...
  • OLG-HAMM, 10.11.2010, I-20 U 64/10
    1. Berufsunfähigkeit eines Inhabers eines Ladenlokals mit verminderter Öffnungszeit ist nicht gegeben, wenn er das Tragen schwerer Lasten und Überkopfarbeiten durch eine Umorgansation mittels Umpackens in kleinere Gebinde und angepasster Regalbestückung vermeiden kann. 2. a) Eine Ablehnungsentscheidung des Versicherers bedarf in...

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