Beförderung

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Erklärung zum Begriff Beförderung

Beförderung meint die Heraufsetzung in einer Hierarche, insbesondere im öffentlichen Dienst und beim Militär. Dabei geht es um verschiedene Rangpositionen.

Im Personalwesen hinsichtlich Unternehmen und des öffentlichen Dienstes bezeichnet die Beförderung (engl. promotion) die Heraufsetzung eines Arbeitnehmers in der Rangordnung durch den Arbeitgeber. Die Beförderung beinhaltet als Personalmaßnahme in erster Linie Einstellung, Aus- und Fortbildung, betriebliche Weiterbildung, Mitarbeiterbewertung, Degradierung, Versetzung, Pensionierung und Entlassung.

Durch die höher stehenden Hierarchiestufen wird dem Personal ein Anreiz zum Aufstieg in der Rangordnung gegeben. Innerhalb der Organisationen existieren viele Positionen, welche diverse Leistungsanforderungen beinhalten. Diese werden häufig mit unterschiedlichen Arbeitsentgelten ausgeglichen. Dem Arbeitnehmer wird dadurch die Möglichkeit offengelegt, sich auch einkommensmäßig zu steigern.

Funktionswert einer Position für Beförderung ausschlaggebend

Eine Beförderung beruht auf dem Funktionswert einer Position ab. Dieser wird von der Arbeitsleistung oder beispielsweise dem Rangvergleich festgestellt. Weiter hängt sie von der Arbeitsleistung, Arbeitsqualität und generelle Qualifizierung des Mitarbeiters ab. Ein höherer Rang bedeutet meist auch eine bessere Bezahlung, was für viele ein wesentlicher Aspekt der Arbeitszufriedenheit darstellt. Für Personalpolitik und -entwicklung sind Beförderungen ein signifikanter Punkt und sollten lediglich dann ausgeführt werden, wenn die Eignungen und Fähigkeiten des Mitarbeiters über seine vorige Tätigkeit hinausgehen.

Hierbei kommt es auf das Wissen, die Erfahrungen, Schlüsselqualifikationen und soziale Kompetenzen des Mitarbeiters an. Eine Beförderung wird vom Dienstvorgesetzten ausgesprochen und häufig durch den Fachvorgesetzten vorgeschlagen. In der Wirtschaft ist der Vorgang der Beförderung ein Gewohnheitsrecht, im öffentlichen Dienst für Beamte jedoch gem. § 10 I Nr. 3, Nr. 4 BBG vorgeschrieben.

Inhalt einer Beförderung

Beförderungen können umfangreiche oder höherwertige Tätigkeiten oder mehr Verantwortung beinhalten. Eine höhere Amtsbezeichnung und ein höheres Entgelt liegen demnach nahe. In der Wirtschaft wird ein Handlungsbevollmächtigter beispielsweise somit zum Prokuristen.

Ist es eine funktionale Beförderung, kann es sich zwar um mehr Verantwortung und größere Aufgaben gehen, jedoch nicht um ein höheres Entgelt. Nichtsdestotrotz können Beförderungen die soziale Kompetenz und die Motivation steigern. Sie sind ein Statussymbol und können mit Vorzügen einhergehen, wie beispielsweise einem Dienstwagen, verbesserte Altersversorgung, Zugehörigkeit eines Führungskreises oder die Verbesserung von Reisekosten.

Rechtliches zur Beförderung

Die durch den Arbeitgeber ausgeteilte Beförderung ist eine Ermessenentscheidung, sodass ein grundsätzlicher Anspruch auf eine Beförderung nicht besteht. Anhand der besten Qualifikationen und Arbeitsleistung, die mittels Arbeitszeugnis oder dienstlicher Beurteilung festgestellt werden können, wird ein Mitarbeiter ausgewählt. Dabei ist auch das Diskriminierungsverbot zu berücksichtigen.

Weiterhin ist das Beförderungsschreiben schriftlich zu halten und entfaltet dadurch eine sogenannte deklaratorische Rechtswirkung, da erst die Erwähnung des Beförderten in der jeweiligen Organisation als Beförderung gilt. Das Schreiben als solches ist in der Personalakte zu übernehmen. Die Beförderung gehört zu den Personalangelegenheiten des Betriebsrats nach § 99 I BVG oder des Personalrats nach § 75 I Nr. 2 BPersVG, § 72 I LPVG NRW. Bei einer zusätzlichen Erwerbung eines Titels, ist die Eintragung ins Handelsregister vorgesehen.

Beispiel zur Beförderung im Beamtenrecht

Gem. § 8 I Nr. 3 BeamtStG liegt beim Beamten- und Richterrecht sowohl eine Verleihung eines anderen Amtes als auch ein höheres Entgelt vor. Eine andere Amtsbezeichnung ist gem. § 8 I Nr. 4 BeamtStG  ebenfalls gegeben. Die Ernennungen sind gem. § 9 BeamtStG nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung zu treffen. Dabei werden nach dem Diskriminierungsverbot Geschlecht, Abstammung, Rasse, ethische Herkunft, Behinderung, Religion oder Weltanschauung, politische Anschauungen, Herkunft, Beziehungen oder sexuelle Identität außer Acht gelassen. Zwischen zwei Beförderungen muss es eine Wartezeit geben; diese beträgt etwa ein Jahr nach der vorherigen Beförderung. In den Landesbeamtengesetzen nach § 19 I LBG NRW ist die Beförderung wie folgt festgehalten:

(1)Beförderungen sind die

  1. Ernennung unter Verleihung eines anderen Amtes mit höherem Endgrundgehalt und anderer Amtsbezeichnung,
  2. Ernennung unter Verleihung eines anderen Amtes mit höherem Endgrundgehalt bei gleicher Amtsbezeichnung und
  3. Ernennung unter Verleihung eines anderen Amtes mit gleichem Endgrundgehalt und anderer Amtsbezeichnung beim Wechsel der Laufbahngruppe.

Lesen Sie mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel: Beförderung eines Beamten




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 28.04.2017 06:40
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 28.04.2017 06:40


 
 

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