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Bauabzugsteuer

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Erklärung zum Begriff Bauabzugsteuer

Bei der Bauabzugssteuer handelt es sich um eine Besteuerungsform im Baugewerbe, welche zum 01.01.2002 mit dem Ziel eingeführt wurde, illegale Beschäftigungen auf dem Bau einzudämmen. So sind Auftraggeber von inländischen Bauleistungen seit diesem Zeitpunkt gesetzlich dazu verpflichtet, 15 % des Rechnungsbetrages einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Dies führt dazu, dass das ausführende Unternehmen zunächst 15 % weniger Geld für seine Leistungen bekommt.

Auftragnehmer von Bauleistungen haben allerdings die Möglichkeit, eine Freistellungsbescheinigung vorzulegen. Ist dies der Fall, ist der Auftraggeber nicht mehr dazu verpflichtet, die Bauabzugssteuer zu entrichten. Dasselbe gilt für jene Unternehmer, welche die sogenannte „Bagatellgrenze“ nicht überschreiten. Diese liegt bei 5.000,- € pro Jahr für sämtliche Leistungen außer Vermietungen; für derartige Leitungen ist die Grenze bei 15.000,- € jährlich angesetzt worden. Dabei ist zu beachten, dass als Unternehmer i.S.d.G. auch Vermieter angesehen werden, wenn diese nur steuerfreie Einkünfte erzielen.

Zu beachten ist auch, dass derartige Regelungen nur für inländische Bauaufträge Gültigkeit haben. Bei Bauleistungen, welche im Ausland erbracht werden, wird keine Bauabzugssteuer erhoben.

Wenn ein Unternehmer die Bauabzugssteuer nicht einbehält, kann dies schlimme Folgen für ihn haben: Geldstrafen bis 25.000,- € sowie Haftstrafen sind für derartige Gesetzesverstöße vorgesehen.

Nicht zu verwechseln ist die Bauabzugssteuer mit einer steuerlichen Belastung: die Höhe der Steuer bleibt unverändert, es obliegt lediglich dem Bauherren, den größten Teil der Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen und die Rechnung des Auftragnehmers um diesen Betrag zu kürzen. Demzufolge bringt diese Art der Besteuerung keine finanziellen Nachteile für das ausführende Unternehmen mit sich, jedoch bedeutet  sie einen erhöhten Verwaltungsaufwand für den Bauherren. Auch kann es passieren, dass ihm ein Unternehmer eine gefälschte Freistellungsbescheinigung vorliegt. Ist dies der Fall und die Wahrheit kommt ans Tageslicht, so muss der Bauherr für die 15% Bauabzugssteuer selbst haften.




Mitwirkende/Autoren:
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Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Gast, 22.03.2016 19:35


 
 

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