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Auftrag

Lexikon

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Erklärung zum Begriff Auftrag

Die Aufforderung an eine andere Person, eine bestimmte Handlung durchzuführen, wird als Auftrag bezeichnet.

Inhaltsüberblick

I. Verwendung im deutschen Recht

Die Verwendung des Begriffes „Auftrag“ in der juristischen Fachsprache unterscheidet sich von der allgemeinsprachlichen Verwendung.

Zivilrechtliche Regelungen

Im deutschen Zivilrecht ist der Auftrag ein Rechtsgeschäft, mit dem sich der Beauftragte verpflichtet, unentgeltlich ein Geschäft für den Auftraggeber zu besorgen.

Der Auftrag selbst ist in § 662 − § 674 BGB geregelt. Einerseits ist der Auftrag die Grundform eines Rechtsgeschäfts, bei dem eine Vertragspartei für die andere Vertragspartei Arbeitsleistungen erbringt; andere Rechtsmaterien verweisen vielfach auf die Vorschriften des Auftragsrechts. Andererseits sind nach dem deutschen Zivilrecht Arbeitsleistungen grundsätzlich zu vergüten (vgl. § 612, § 632 BGB), so dass bei einem „Auftrag“ im allgemeinsprachlichen Sinne häufig kein Auftrag, sondern ein Dienst-, Werk- oder Geschäftsbesorgungsvertrag vorliegt.

Die Unentgeltlichkeit des Auftrags bedeutet, dass der Beauftragte keine Vergütung erhält. Daraus folgt nicht, dass er selbst sämtliche Kosten des Auftrages zu decken hätte. Vielmehr kann er selbst Ersatz für seine Aufwendungen nach § 670 BGB verlangen. Im Gegenzug ist der Beauftragte zur Herausgabe des durch den Auftrag und die Geschäftsbesorgung Erlangten nach § 667 BGB verpflichtet. Er wird also auf Rechnung des Auftraggebers tätig.

Der Begriff „Auftrag“ wird auch in der Rechtssprache nicht nur für den Vertragstyp des Auftrags verwendet, sondern bezeichnet vielfach auch die Übertragung entgeltlicher Leistungen im Rahmen verschiedener anderer Vertragstypen (Dienstvertrag, Werkvertrag, Maklervertrag). In diesem Sinne spricht man dann auch von dem einem Rechtsanwalt, Architekten oder Makler erteilten Auftrag. Auch einer Vollmacht liegt in der Regel ein Auftragsverhältnis zu Grunde.

Erbringt eine Person für eine andere Person Leistungen, ohne von dieser beauftragt worden zu sein, handelt es sich meist um eine Geschäftsführung ohne Auftrag.

Regelungen im Architektur- und Bauwesen

Der Auftrag im Baurecht entspricht dem Auftrag im Zivilrecht.

Verwendung in der öffentlichen Verwaltung

In der Öffentlichen Verwaltung bezeichnet der Begriff Auftrag (synonym: Weisung) jede Anweisung oder Mitteilung einer übergeordneten Behörde an eine nachgeordnete Behörde. Dies gilt jedoch nur, sofern sie nicht oberste Behörde, und somit Ministerium ist (dann wäre bei gleicher Sachlage von einem Erlass die Rede).

Verwendung im Vergaberecht

Im Vergaberecht hat der öffentliche Auftrag eine besondere Bedeutung.

II. Verwendung im schweizerischen Recht

Zivilrechtliche Regelungen

Im schweizerischen Zivilgesetzbuch wird der Auftrag im Teil Obligationenrecht im dreizehnten Titel beschrieben. Dort heisst es im Art. 394 unter A. Begriff:

III. Militärwesen

Im Militärwesen ist der Auftrag die Aufgabe, die einem militärischen Führer von dessen übergeordneten Führung gestellt wird. Hierzu werden Ressourcen bereitgestellt (Kräfte, Raum, Zeit).

Kennzeichnend für den Auftrag ist, dass der Weg zum Ziel grundsätzlich nicht vorgegeben wird, um dem Beauftragten ein Höchstmaß an eigenständiger Entscheidungsfindung zu ermöglichen (Führen mit Auftrag). Andererseits muss der Beauftragende auch seine Absicht mitteilen, damit der Beauftragte im Rahmen der Beurteilung der Lage sachgerecht abwägen kann.

IV. Produktionsplanung

In der Produktion, speziell der Produktionsplanung und -steuerung, gibt es neben den im Abschnitt Recht behandelten Aufträgen (zu ihnen gehören hier Kundenaufträge und Lieferantenaufträge) auch innerbetriebliche Aufträge. Es sind mündliche oder schriftliche Aufforderungen einer Stelle an eine andere Stelle eines Unternehmens, etwas zu tun. Man spricht von Betriebsaufträgen und zur weiteren Unterscheidung von Fertigungsaufträgen, Montageaufträgen, Transportaufträgen. Weitere Begriffe sind Lagerauftrag, Prüfauftrag, Reparaturauftrag usw.

V. Baustoff

Auftrag ist aber auch der Baustoff, der auf einen Untergrund aufgetragen wird.

VI. Verweise

  Wiktionary: Auftrag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen



 
Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von Wikipedia, 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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Kommentare und Diskussion

Entscheidungen zum Begriff Auftrag

  • BFH, 12.10.2004, V R 54/03
    Eine Dental-Hygienikerin kann nach § 4 Nr. 14 UStG steuerfreie Umsätze im Auftrag eines Zahnarzts ausführen.
  • BGH, 13.12.2001, VII ZR 28/00
    Zur Abgrenzung einer zusätzlichen Leistung zu einem bestehenden Werkvertrag von einem selbständigen Auftrag.
  • OVG-GREIFSWALD, 19.06.2007, 2 L 290/05
    Ansprüche aus öffentlich rechtlicher Geschäftsführung ohne Auftrag bei nicht wirksam gegründeter, aber gleichwohl zeitweilig praktizierter Verwaltungsgemeinschaft
  • BGH, 12.04.2007, VII ZB 98/06
    Ist der Auftrag für das selbständige Beweisverfahren unter Geltung der Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung erteilt worden, der Auftrag für das Hauptsacheverfahren unter Geltung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes, ist die Prozessgebühr aus dem selbständigen Beweisverfahren auf die Verfahrensgebühr des Hauptsacheverfahrens anzurechnen.
  • OLG-SCHLESWIG, 18.02.2005, 9 W 38/05
    Zur Erstattungsfähigkeit der Kosten von Unterbevollmächtigten bzw. fiktiver Reisekosten des Hauptbevollmächtigten bei Auftrag an Anwalt "am dritten Ort"

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