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Aufsichtspflicht – Erzieher

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Erklärung zum Begriff Aufsichtspflicht – Erzieher

Die Aufsichtspflicht, welche Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern haben, kann auf andere Personen übertragen werden; beispielsweise auf Erzieher im Kindergarten. In diesen Fällen haben die Erzieher die Pflicht, darauf zu achten, dass die ihnen anvertrauten Minderjährigen

  • keinen Schaden erleiden,
  • anderen keinen Schaden zufügen und
  • durch andere Personen nicht gefährdet werden.

Darüber hinaus sollten die Erzieher wissen, wo sich die ihnen anvertrauten Kinder gerade befinden und welcher Tätigkeit sie nachgehen. Auch müssen sie vorhersehbare Gefahren erkennen und die Kinder vor eventuellen Schäden bewahren.

Wenn Eltern ihre Kinder in Kindergärten, -horten oder –tagesstätten abgeben, so entsteht regelmäßig ein Betreuungs- und Aufnahmevertrag, durch den die Aufsichtspflicht der Eltern auf den Träger besagter Tageseinrichtung übertragen wird. Dies hat zur Folge, dass die betreffende Institution für die Dauer des Aufenthalts des Kindes dieses erzieht und beaufsichtigt.

Die Aufsichtspflicht, welche nunmehr auf den Träger der Einrichtung übertragen worden ist, kann von diesem selbst nicht ausgeführt werden, da es sich dabei in der Regel um (kirchliche, staatliche,…) Institutionen handelt. Der Träger überträgt deswegen die Aufsichtspflicht an seine Mitarbeiter, beispielsweise an Erzieher/Innen. In diesem Zusammenhang tritt der Erzieher/die Erzieherin als Erfüllungsgehilfe/In des Trägers der Tageseinrichtung auf; zwischen den Mitarbeitern selbst und den Eltern besteht kein Betreuungs- und Aufnahmevertrag.

Die Aufsichtspflicht der Erzieher beschränkt sich nicht nur auf die regulär in der Institution angemeldeten Kinder, sondern auch auf sogenannte „Besuchskinder“ (Kinder, welche mit einem regulär angemeldeten Kind zusammen die Tageseinrichtung besuchen): da der Erzieher/die Erzieherin dazu verpflichtet ist, die ihr anvertrauten Kinder sowohl vor Schädigungen durch andere zu schützen als auch davon abzuhalten, anderen Schaden zuzufügen, muss er/sie alle Kinder beaufsichtigen, um seiner/ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen – also auch das Besuchskind.

Gemäß § 22 Abs. 1 SGB VII sollen Kinder in Tageseinrichtungen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten gefördert werden. Allerdings besteht keine konkrete  Gesetzesregelung bezüglich einer ordnungsgemäß ausgeübten Aufsichtspflichtführung, wohl aber deren Verletzung.

Generell ist die Intensität der Aufsicht von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Alter des Kindes
  • Charakter des Kindes
  • Erfahrungsstand des Kindes
  • Reifezustand des Kindes

Darüber hinaus muss die Aufsichtspflicht situationsbedingt ausgeübt werden; das heißt, es müssen auch die äußeren Umstände berücksichtigt werden, wie etwa die Gefährlichkeit der Umgebung und die Gefährlichkeit der verrichteten Tätigkeiten.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 17.07.2013 10:03
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 17.07.2013 10:03


 
 

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