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Adhäsionsverfahren

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Erklärung zum Begriff Adhäsionsverfahren

Im deutschen Prozessrecht können Ansprüche aus dem Zivilrecht, welche durch eine Straftat entstanden sind, im sogenannten Adhäsionsverfahren direkt während des Strafprozesses geltend gemacht werden. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn diese Ansprüche noch nicht anderweitig Prozessgegenstand waren.

I. Rechtliche Grundlagen

Das Adhäsionsverfahren ist in den §§ 403 ff. StPO (Strafprozessordnung) geregelt. Es kommt insbesondere den Opfern von Straftaten zugute, bei denen die Verletzung ihrer Rechtsgüter auch zu einem nach den Regelungen des Zivilrechts erstattungsfähigen Schaden geführt hat. Eigentlich müsste dieser Schaden in einem weiteren Verfahren geltend gemacht werden. Durch die Adhäsion ist hier die Verbindung und damit die Entscheidung in nur einem Verfahren möglich.

Das Strafgericht entscheidet im Rahmen des Strafurteils über den zivilrechtlichen Anspruch, der im Adhäsionsantrag vorgetragen wurde. Wenn es der Auffassung ist, dass der Anspruch nicht besteht oder der angebliche Schädiger nicht schuldig ist, lehnt es den Adhäsionsantrag vollständig ab. Dann ist der Zivilrechtsweg für den Geschädigten weiterhin offen. Es besteht für den Antragsteller also nicht die Gefahr, dass sein Anspruch durch das strafgerichtliche Urteil endgültig abgewiesen wird.

II. Praxis des Adhäsionsverfahrens

In der Praxis kommt eine verbundene Entscheidung im Adhäsionsverfahren allerdings immer noch selten vor, da das Gericht von einer Entscheidung absehen kann, wenn sich der Antrag auch unter Berücksichtigung der berechtigten Belange des Antragstellers zur Erledigung im Strafverfahren nicht eignet (§ 406 I 4 StPO).

Im Jugendstrafrecht findet das Adhäsionsverfahren laut § 81 JGG (Jugendgerichtsgesetz) keine Anwendung.




Mitwirkende/Autoren:
,
Erstellt von , 01.06.2013 00:00
Zuletzt editiert von Wikipedia, 01.06.2013 00:00


Dieser Artikel stammt aus der Quelle Wikipedia und unterliegt der GNU FDL.

 
 

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