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Absicht

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Erklärung zum Begriff Absicht

Absicht, auch dolus directus 1. Grades genannt, ist der zielgerichtete Wille, den tatbestandlichen Erfolg herbeizuführen. Dem Täter kommt es gerade darauf an, den tatbestandlichen Erfolg herbeizuführen. In diesem Zusammenhang ist es ohne Bedeutung, ob sich der Täter die Tatbestandsverwirklichung als sicher oder nur als möglich vorstellt.

Grundsätzlich besteht der Tatbestandsvorsatz immer aus einem Wissenselement und einem Willenselement. Bei der Absicht steht das Willenselement im Vordergrund: dem Täter kommt es gerade darauf an, einen Erfolg im Sinne des Tatbestandes herbeizuführen. Er handelt mit einem zielgerichteten Erfolgswillen.

Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Täter davon ausgeht, dass der Erfolg sicher eintritt.

Im StGB wird der Begriff Absicht häufig durch eine Formulierung mit "um zu" ersetzt. (Beispiele: § 258 StGB: "Wer absichtlich ... vereitelt, dass ein anderer dem Strafgesetz gemäß ... bestraft wird..." § 211 StGB: "Mörder ist, wer ... um eine andere Straftat zu ermöglichen ... einen Menschen tötet.")

Die Absicht als Vorsatzform ist von den besonderen Absichten, die in einigen Vorschriften des Strafgesetzbuches genannt werden, zu unterscheiden. Zu den besonderen Absichten zählen die Zueignungsabsicht in § 242 StGB und die Bereicherungsabsicht in § 263 StGB. Auch hier kommt es auf die Zielvorstellung des Täters bei der Begehung einer Tat an. Die besonderen Absichten sind jedoch eigenständige subjektive Tatbestandsmerkmale, die unabhängig vom Tatbestandsvorsatz vorliegen müssen.

Literatur
•Wessels/Beulke: Strafrecht. Allgemeiner Teil. Die Straftat und ihr Aufbau. 36. Auflage. Heidelberg, 2006. ISBN 3-8114-8016-2




Erstellt von , 04.06.2010 19:28
Zuletzt editiert von webmaster, 05.09.2011 11:18


 
 

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Nachrichten zu Absicht


Entscheidungen zum Begriff Absicht

  • LSG-DER-LAENDER-BERLIN-UND-BRANDENBURG, 07.05.2012, L 1 KR 338/10
    Zum Vorliegen abhängiger Beschäftigung bei einem Minderheitsgesellschafter und der Absicht der Gesellschafter, alles einvernehmlich zu regeln.
  • OLG-HAMM, 29.07.2004, 3 Ss 280/04
    Die Absicht, dass ein Dieb die Beute gewinnbringend veräußern will, rechtfertigt noch nicht die Annahme von "Gewerbsmäßigkeit.
  • BAYOBLG, 19.03.2001, 1Z BR 140/00
    Gibt ein Verlobter nachträglich die Absicht auf, zu heiraten, so ist eine weitere Beschwerde wegen der Anmeldung zur Eheschließung unbegründet.
  • OLG-NUERNBERG, 20.04.2011, 10 UF 36/11
    Eine Beschränkung des Versorgungsausgleichs nach § 27 VersAusglG ist gerechtfertigt, wenn ein privater Rentenversicherungsvertrag in der Absicht gekündigt wurde, diese Vorsorge dem Versorgungsausgleich zu entziehen.
  • OLG-HAMM, 10.02.2009, 4 Ss 16/09
    Aus den tatsächlichen Feststellungen bei einer Verurteilung wegen Betruges muss sich ergeben, dass der Angeklagte in der Absicht handelte, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen.
  • KAMMERGERICHT-BERLIN, 24.01.2006, 1 W 133/05
    Ein berechtigtes Interesse auf Akteneinsicht wird durch die Absicht zur Geltendmachung von Amtshaftungsansprüchen nur für den begründet, der zu dem Kreis der durch die Amtspflicht geschützten Dritten gehört.
  • BGH, 29.06.2005, IV ZR 56/04
    Die Absicht des Erblassers, durch lebzeitige Verfügung für eine Gleichbehandlung seiner Abkömmlinge zu sorgen, begründet noch kein im Rahmen von § 2287 BGB beachtliches lebzeitiges Eigeninteresse.
  • NIEDERSAECHSISCHES-OVG, 10.03.2004, 1 KN 276/03
    Die Absicht der Gemeinde, sich Entwicklungsfreiräume im Zusammenhang mit einer Umgehungsstrasse nicht zu verbauen, kann nicht durch Veränderungssperre gesichert werden, weil damit keine konkreten Planungsabsichten verfolgt werden.
  • BGH, 13.09.2001, VII ZR 487/99
    In Bauverträgen sind vorformulierte Vertragsbedingungen nur dann Allgemeine Geschäftsbedingungen, wenn der Verwender im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses die Absicht der Mehrfachverwendung hatte.
  • VGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 12.03.1997, 6 S 208/97
    1. Eine von einem Rechtsanwalt mit dahingehender Absicht eingelegte Beschwerde läßt sich nicht in einen Antrag auf Zulassung der Beschwerde (§ 146 Abs 4 u 5 VwGO) umdeuten.

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