Absehen von Strafe

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Erklärung zum Begriff Absehen von Strafe

Gemäß § 60 StGB kann ein Gericht dann von Strafe absehen, wenn die Folgen für den Täter als derartig erheblich zu erachten sind, dass dieser durch die Folgen seiner Tat selbst schwer getroffen wurde (zum Beispiel schwerwiegende Verletzungen im Rahmen eines Verkehrsunfalls).

Das Absehen von Strafe ist allerdings nur bei Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr erlaubt. Doch auch vor dem Hintergrund anderer Rahmenbedingungen kann das Absehen von Strafe zulässig sein, beispielsweise dann, wenn der Täter seine Handlung abbricht (aufgrund tätiger Reue) gemäß §§ 83 a StGB.

Auch § 31 BTMG  (Betäubungsmittelgesetz) sieht in bestimmten Fällen von Strafe ab, allerdings nur wenn der Täter maßgeblich zur Aufklärung der Tat beiträgt und somit neue Taten verhindert. Des Weiteren besteht laut § 153 b StPO außerdem die Möglichkeit der Verfahrenseinstellung, falls noch keine Anklage erhoben wurde.




Erstellt von , 03.05.2010 16:31
Zuletzt editiert von webmaster, 05.09.2011 11:18


 
 

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Nachrichten zu Absehen von Strafe


Entscheidungen zum Begriff Absehen von Strafe

  • BildBAYOBLG, 02.03.2004, 2 St RR 171/03
    Die bloße Feststellung der übereinstimmenden Bewertung durch Tatopfer und Täter, ein Täter-Opfer-Ausgleich im Sinne des § 46 a Abs. 1 Nr. 1 StGB sei erfolgt, genügt für ein Absehen von Strafe nicht. Das Tatgericht muss vielmehr auch die wesentlichen Einzelheiten des Täter-Opfer-Ausgleichs feststellen, um erwägen zu können, ob diesem...
  • BildOLG-KOBLENZ, 17.10.2002, 1 Ss 139/02
    1. Eine fehlerhafte Beweiswürdigung im angefochtenen Urteil steht der Wirksamkeit einer Beschränkung der Revision auf den Rechtsfolgenausspruch nicht entgegen. 2. Bei einem Absehen von Strafe muss im Urteil zunächst unter Berücksichtigung aller Zumessungsgesichtspunkte bestimmt werden, in welchem Rahmen sich die Strafe bewegt hätte....
  • BildOLG-HAMM, 13.08.2009, 3 Ss 323/09
    1. Wird ein Absehen von Strafe (§ 29 Abs. 5. BtMG) wegen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln vom Tatrichter mit der Begründung abgelehnt, dass der Täter durch den regelmäßigen Erwerb von Marihuana die kriminelle Handlung des Verkäufers unterstützt und auch erst möglich gemacht habe, so verstößt dies gegen § 46 Abs. 3 StGB. 2....
  • BildOLG-BAMBERG, 05.03.2013, 2 Ss 135/12
    1. Bei einer Verurteilung wegen vorsätzlicher unerlaubter Einfuhr von BtM (hier: "Crystal-Speed") gemäß § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BtMG ist die Beschränkung eines Rechtsmittels (Berufung oder Revision) auf den Rechtsfolgenausspruch regelmäßig unwirksam, wenn im angefochtenen Urteil entweder konkrete Feststellungen zur...
  • BildKG, 26.11.2012, (4) 161 Ss 226/12 (286/12)
    1. Für die Beurteilung der Notwendigkeit der Pflichtverteidigerbestellung im Jugendstrafverfahren gelten die Grundsätze, die auch bei der Bestellung eines Pflichtverteidigers im Strafverfahren gegen Erwachsene gelten; den Besonderheiten des Jugendstrafverfahrens ist jedoch Rechnung zu tragen. 2. Für die Gewichtung des Tatvorwurfs ist...
  • BildBRANDENBURGISCHES-OLG, 08.11.2012, (2) 53 Ss 133/12 (62/12)
    Dass ein Soldat weiterläuft, dem befohlen wird, stehenzubleiben, stellt nur dann eine Gehorsamsverweigerung gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 1 WStG dar, wenn ein über das schlichte Nichtbefolgen des Befehls hinausgehendes demonstratives Verweigerungsverhalten festzustellen ist.

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