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Verwaltungsstation

Rechtsreferendariat

Die Verwaltungsstation gehört bei den meisten Referendaren zur unbeliebtesten Ausbildungsstätte und dauert, abhängig vom Bundesland, zwischen drei bis vier Monaten. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass diese Station mit dem höchsten bürokratischen Aufwand verbunden ist. Zudem löst das Themengebiet Verwaltungsrecht bei den meisten Rechtsreferendaren auch nicht gerade Begeisterungsstürme aus und die bestehende Anwesenheitspflicht in der Dienststelle auch nicht. Schließlich möchte man als Referendar seine Zeit lieber in die Prüfungsvorbereitung investieren.

Welche Aufgaben erwarten mich in der Verwaltungsstation?

Grundsätzlich besteht die Zielsetzung der Verwaltungsstation darin, den Referendar im Aufbau und in der Arbeitsweise von Verwaltungen zu schulen. Dabei soll dieser natürlich auch an Sitzungen und Besprechungen teilnehmen. Interessant können in diesem Zusammenhang auch Ratssitzungen sein, die allerdings meist abends stattfinden. Im Mittelpunkt der Verwaltungsstation steht jedoch nach wie vor die Verwaltungspraxis (Bearbeitung von Widerspruchsbescheiden etc.). In der Verwaltungsstation müssen Referendare meist Gutachten oder Stellungnahmen zu verwaltungsrechtlichen Thematiken verfassen. Da die Verwaltungsstationen nicht automatisch zugewiesen werden, empfiehlt sich eine rechtzeitige Bewerbung bei den zuständigen Stellen. Die beliebtesten Stellen sind nämlich schnell vergeben. Manchmal kann es lohnenswert sein, auch einmal einen Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen.

Sehr dankbar sind die Ausbildungsstellen in den Rechtsstellen der Landkreise. Hier findet man auch oft in der Praxis prüfungsrelevante Themen aus dem Bau-, Polizei- und Kommunalrecht.

Alternativen zu den klassischen Verwaltungsstationen

Unter Umständen kann die Verwaltungsstation auch in größeren Unternehmen der öffentlichen Verwaltung absolviert werden. Dazu zählen beispielsweise öffentliche Krankenhäuser oder die Stadtwerke. Diese verfügen aufgrund Ihrer Größe über Rechtsabteilungen, in denen auch eine Verwaltungsstation absolviert werden kann. Halten Sie allerdings zuvor Rücksprache mit Ihrer Dienstelle. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Verwaltungsstation an einem Verwaltungsgericht durchzuführen.  Es ist jedoch nicht in allen Bundesländern erlaubt, die Verwaltungspflichtstation an einem Verwaltungsgericht durchzuführen. Deshalb sollten Sie sich von vornherein darüber informieren, ob dies machbar ist. Doch es müssen nicht immer die klassischen Verwaltungsstationen im Rechtsreferat einer inländischen Behörde sein.

Rechtsreferendar beim Auswärtigen Amt

Auch beim Auswärtigen Amt kann die Verwaltungsstation durchgeführt werden. So können Sie einen Auslandsaufenthalt sinnvoll mit der Verwaltungsstation verbinden. Einige Bundesländer haben in Ihren Ausbildungsverordnungen festgelegt, dass die Verwaltungsstation nur bei inländischen Verwaltungsbehörden absolviert werden darf. Dies sollten Sie unbedingt schon vor einer Bewerbung beim Auswärtigen Amt berücksichtigen. So schön die Ausbildung bei einer diplomatischen Vertretung im Ausland auch sein mag, sollten Sie auch immer im Hinterkopf behalten, dass damit ein hoher organisatorischer Aufwand verbunden ist, der möglicherweise die notwendige Vorbereitungszeit auf das Zweite Staatsexamen  reduziert. Andererseits bietet eine Referendarausbildung beim Auswärtigen Amt natürlich auch Vorteile. Wer eine spätere Anstellung beim Auswärtigen Amt anstrebt, wird sicherlich bei einer Bewerbung vorgezogen werden, wenn schon während des Referendariates dort eine Tätigkeit aufgenommen wurde.

Bewerbung beim Auswärtigen Amt

Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes können Sie sich unter www.auswaertiges-amt.de über die Referendarausbildung informieren. Bewerben Sie sich am besten schon kurz nach der Aushändigung Ihrer Ernennungsurkunde als Referendar beim Auswärtigen Amt, da eine siebenmonatige Vorlaufzeit benötigt wird, um Ihre Daten einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Falls Sie über besondere Sprachkenntnisse verfügen, geben Sie diese auf jeden Fall in der Bewerbung an, so können Sie selbst mit einem missglückten Ersten Staatsexamen noch in die engere Wahl der Mitbewerber gelangen.

Rechtsreferendar bei der Europäischen Union

In einigen Bundesländern besteht die Möglichkeit, die Verwaltungsstation im Ausland zu absolvieren. Überprüfen Sie auf jeden Fall schon vor der Bewerbung,  ob Ihre Dienstelle diese Möglichkeit akzeptiert. Ebenso wie bei einer Bewerbung beim Auswärtigen Amt muss die Bewerbung bei der Europäischen Kommission rechtzeitig gestellt werden (Vorlaufzeit sieben Monate). Von den Bewerbern wird zudem verlangt, dass Sie mindestens zwei der Sprachen Englisch, Deutsch oder Französisch exzellent beherrschen. Verweisen Sie in der Bewerbung auch auf eventuelle Zusatzqualifikationen. Da nur etwa 1/10 der Bewerber überhaupt einen Praktikumsplatz bei der EU erhalten, müssen Sie versuchen, sich durch Ihre Qualifikation positiv von Ihren Mitbewerbern abzuheben.

Bewerbung bei der Europäischen Union

Hilfreiche Bewerbungsinformationen finden Sie unter www.europa.eu.int . Als Alternativen zur Verwaltungsstation bei der EU bietet sich eine Bewerbung bei den Vereinten Nationen um ein Internship-Praktikum oder ein dreimonatiges Traineeship-Programm beim Europarat an.



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