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Jura studieren

Jurastudium

Jura studieren nach der Reform von 2002

Im Jahr 2002 wurde die juristische Hochschulausbildung grundlegend reformiert. Der Gesetzgeber reagierte damit auf Kritik, dass die staatliche Juristenausbildung zu wenig praxisorientiert sei und zudem nur in geringem Maße die berufsqualifizierenden Grundlagen des Rechtsanwaltsberufes berücksichtige. Deshalb wurden Schwerpunktbereiche eingerichtet, welche die anwaltliche Perspektive im Studium stärker berücksichtigen. Dies kommt unter anderem darin zum Ausdruck, dass in den Schwerpunktbereichen auch das Thema „Anwaltliche Rechtsberatung und Anwaltsrecht“ angeboten wird. Außerdem wurde die Erste juristische Prüfung neu gewichtet.

Gewichtung der Ersten Juristischen Prüfung nach der Reform

Die Prüfungen bestehen nun zu 70% aus einer Staatsprüfung, während 30% der Prüfung im Rahmen einer universitären Schwerpunktprüfung abgeleistet werden müssen. Diese 30% setzen sich einer mündlichen Prüfung, der Schwerpunktarbeit und der Präsentation der Schwerpunktarbeit zusammen. Die Schwerpunktbereiche ersetzen in die Wahlfächer der älteren Prüfungsordnungen. Der Umfang der Schwerpunktbereiche ist wesentlich höher angesiedelt, als die Wahlfächer in den alten Prüfungen. Hier finden Sie ein Beispiel für die Schwerpunktbereiche an der juristischen Fakultät der Universität Hannover:

  • Familien- und Erbrecht sowie Grundlagen des Rechts
  • Arbeit, Unternehmen, Soziales
  • Handel, Wirtschaft und Unternehmen
  • Strafverfolgung und Strafverteidigung
  • Internationales und Europäisches Recht
  • Wirtschaftsverwaltungsrecht und Infrastrukturverwaltung
  • IT-Recht und Geistiges Eigentum
  • Anwaltliche Rechtsberatung und Anwaltsrecht

Aus diesem Grund sind die Pflichtfächer in den reformierten juristischen Studiengängen reduziert worden. Dies geht für alle, die Jura studieren, jedoch nicht mit einer Minderung der Arbeitsbelastung während des Studiums einher. Die Lernbelastung ist in etwa gleichgeblieben. Zu den Pflichtfächern gehören Öffentliches Recht, Bürgerliches Recht, Strafrecht, Prozessrecht sowie die rechtwissenschaftliche Methodik und auch die gesellschaftlichen, philosophischen Grundlagen des Rechtsystems. Durch das reformierte Jurastudium ist zwar eine größere Wahlmöglichkeit für die Studenten entstanden, jedoch ist dadurch Jura studieren etwas unübersichtlicher geworden. Deshalb sollte sich jeder Jura-Student schon zu Beginn des Studiums mit den Prüfungsordnungen der jeweiligen Hochschule beschäftigen. Die Anzahl und Form der zu erbringenden Studienleistungen kann von Universität zu Universität differieren. Erstellen Sie sich am besten schon bevor sie mit dem Jura studieren beginnen eine Tabelle, in der genau aufgelistet ist, welche Studienleistungen bis zur Zwischenprüfung und zum Ersten Examen zu erbringen sind. Dann teilen Sie sich diese Leistungen über die Anzahl der Semester auf. Nur so besitzen Sie von Anfang an den Durchblick darüber, welche Leistungen bis zum Examen von Ihnen erwartet werden.

Jura studieren und Schlüsselqualifikationen erlernen

Seit der Studienreform wurde der Schwerpunkt der Ausbildung auch auf notwendige Schlüsselqualifikationen in der juristischen Berufspraxis ausgedehnt. Die Zielsetzung dieses Vorhabens liegt dabei vor allem in der Förderung dieser Kompetenzen durch die universitäre Lehre. Zu diesen überfachlichen Qualifikationen gehören im Anwaltsberuf zum Beispiel rhetorische Fähigkeiten, Gesprächsführung und Streitschlichterqualitäten. Inwiefern die Hochschulen diese Schlüsselkompetenzen allerdings in das eigene Studienangebot integrieren, bleibt den Universitäten überlassen. Wer Jura studieren will und dabei besonderen Wert auf den Ausbau von Schlüsselqualifikationen legt, der sollte sich im Vorlesungsverzeichnis der angestrebten Hochschule darüber informieren, welche Kurse zum Ausbau dieser überfachlichen Qualifikationen angeboten werden. Zudem wird gemäß der Reformierung des Jurastudiums nun erstmals auch die soziale Kompetenz als notwendige Schlüsselqualifikation für das Erlangen der Befähigung zum Richteramt festgelegt.   

Jura studieren soll Fremdsprachenkompetenz ermöglichen

Im Rahmen des reformierten Jurastudiums ist es nun auch möglich, die Fremdsprachenkompetenz eines Bewerbers in Bezug auf die juristische Fachsprache zu prüfen. Damit reagierte die Reform auf den Vorwurf, das Jura-Studium biete im Gegensatz zu vielen ausländischen Jura-Studiengängen, eine zu geringe internationale Ausrichtung.  In § 5a Abs. 2 S. DRiG wurde deshalb festgelegt, dass im Rahmen des Jurastudiums die fachspezifische Fremdsprachenkompetenz stärker in den Mittelpunkt gestellt werden muss. Dies drückt sich in dem Umstand aus, dass zur Meldung zum Staatsexamen der verpflichtende Nachweis eines fremdsprachlichen juristischen Sprachkurses oder die erfolgreiche Teilnahme an einer fremdsprachlichen juristischen Veranstaltung erbracht werden muss. Abhängig vom Bundesland kann der Fremdsprachennachweis im Jurastudium auch anderweitig erbracht werden.



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