Jura-Praktikum

Jurastudium

Jeder Student muss während seines Jurastudiums Praktika absolvieren. Es ist bundesweit eine sogenannte praktische Studienzeit vorgeschrieben. Diese dauert insgesamt mindestens drei Monate und ist grundsätzlich in der vorlesungsfreien Zeit abzuliefern.

Ziel der praktischen Studienzeit ist vor allem, dass die Studenten einen kleinen Einblick in die Rechts- und Verwaltungspraxis bekommen. Dabei besteht im Jura-Praktikum die Möglichkeit erstmalig eigenständig juristisch zu arbeiten. Erfahrungsgemäß ist dies allerdings eher unwahrscheinlich, denn die Studeten können den Großteil der Aufgaben nicht übernehmen. Daher bleibt es im Jura-Praktikum meist bei Aushilfstätigkeiten.

Innerhalb der Bundesländer ist die Ausgestaltung dieser praktischen Studienzeit verschieden.

Näheres erfahren sie auf der Internetseite der jeweiligen Fakultät oder der Prüfungsordnung.

Gemeinsamkeiten bestehen insofern, dass das Jura-Praktikum an drei verschiedenen Stationen durchgeführt werden muss. Diese können unter anderem Gerichte, Staatsanwaltschaft, Notare, Anwälte, Verwaltungsbehörden oder andere Rechtsabteilungen sein. Nicht selten wird die praktische Studienzeit, innerhalb der Stationen, in Gruppen durchgeführt. Hierbei hat man bessere Chancen, als beim Einzelpraktikum, eine juristische Aufgabe zu bekommen, die als Gruppe bearbeitet werden soll. Andererseits ist dabei, wie bei jeder Gruppenarbeit, die Möglichkeit geben sich zu verstecken, bzw. wie umgangssprachlich gesagt wird die Möglichkeit gegeben eine ruhige „Kugel“ zu schieben.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Bundesländern ist der Praktikumszeitpunkt.

In der Regel bestimmen die Prüfungsordnungen des Landes, ab welchem Studienabschnitt, das Jura-Praktikum frühestens abgeliefert werden kann.

Einige Bundesländer empfehlen ausdrücklich, dass bereits die kleinen Scheine erworben wurden. Teilweise wird auch empfohlen, die praktische Studienzeit vor den großen Scheinen zu absolvieren, denn eigentlich sollen die in der Praxis gewonnen Einblicke in den Klausuren der großen Übung berücksichtigt werden. Man kann festhalten, sofern die Prüfungsordnung einen Zeitpunkt nicht näher bestimmt, es geschmackssache ist wann die Praxisphase durchgeführt wird.

Freiwilliges Jura-Praktikum

Darüber hinaus ist zu empfehlen aus eigenem Antrieb heraus ein Jura-Praktikum zu absolvieren. In der Praxis wird dies häufig unterschätzt, denn es gibt einem die Möglichkeit in ausgewählte Berufsfelder hineinzuschauen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Ferner besteht die Gelegenheit durch das „freiwillige“ Praktikum gezielt einige Zusatzqualifikationen zu bekommen. Als Beispiel kann dies ein besonderer Spracherwerb sein, wenn bei einem ausländischen Unternehmen ein Praktikum absolviert wird. Auch besteht dabei die Möglichkeit den erforderlichen Fremdsprachenschein durch ein Auslandspraktikum zu ersetzen.

Ein Jura-Praktikum ist noch aus anderen Aspekten zu empfehlen. Es kann ihrem zukünftigen Arbeitsgeber zeigen, dass sie sich in ihrer ausgewählten Berufswelt umgeschaut haben, und sich nicht nur mit dem reinen Studienalltag und Pflichtprogramm beschäftigen. Negativ wird dies sicherlich niemand beurteilen.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die freiwillige Studienzeit mit dem Studium angepasst werden muss. Es macht keinen Sinn ein Praktikum zu absolvieren und dabei gleichzeitig seinen Pflichtstoff vernachlässigen zu müssen.

Vielmehr soll es eine Ergänzung darstellen und ist immer dann sinnvoll, wenn vielleicht noch etwas „Luft“ in der vorlesungsfreien Zeit vorliegt oder sie gar auf einen Platz im juristischen Vorbereitungsdienst warten. Wichtig ist nur, dass sie sofern die Möglichkeit zeitlich besteht, sie nicht im Stillstand verharren, sondern die Gelegenheit ergreifen, zwischenzeitlich Zusatzqualifikationen zu erlangen, um sie so von der Masse abheben zu können.



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