§ 55 StGB - Nachträgliche Bildung der Gesamtstrafe

Strafgesetzbuch | Jetzt kommentieren

Stand: 28.11.2016
   Allgemeiner Teil ()
      Dritter Abschnitt (Rechtsfolgen der Tat)
         Dritter Titel (Strafbemessung bei mehreren Gesetzesverletzungen)

(1) Die §§ 53 und 54 sind auch anzuwenden, wenn ein rechtskräftig Verurteilter, bevor die gegen ihn erkannte Strafe vollstreckt, verjährt oder erlassen ist, wegen einer anderen Straftat verurteilt wird, die er vor der früheren Verurteilung begangen hat. Als frühere Verurteilung gilt das Urteil in dem früheren Verfahren, in dem die zugrundeliegenden tatsächlichen Feststellungen letztmals geprüft werden konnten.

(2) Vermögensstrafen, Nebenstrafen, Nebenfolgen und Maßnahmen (§ 11 Abs. 1 Nr. 8), auf die in der früheren Entscheidung erkannt war, sind aufrechtzuerhalten, soweit sie nicht durch die neue Entscheidung gegenstandslos werden. Dies gilt auch, wenn die Höhe der Vermögensstrafe, auf die in der früheren Entscheidung erkannt war, den Wert des Vermögens des Täters zum Zeitpunkt der neuen Entscheidung übersteigt.


Erwähnungen von § 55 StGB in anderen Vorschriften

Folgende Vorschriften verweisen auf § 55 StGB:

  • Strafgesetzbuch (StGB)
    • Allgemeiner Teil ()
      • Dritter Abschnitt (Rechtsfolgen der Tat)
        • Vierter Titel (Strafaussetzung zur Bewährung)
      • § 58 Gesamtstrafe und Strafaussetzung
        • Fünfter Titel (Verwarnung mit Strafvorbehalt Absehen von Strafe)
      • § 59c Gesamtstrafe und Verwarnung mit Strafvorbehalt
  • Strafprozeßordnung (StPO)
    • Drittes Buch (Rechtsmittel)
      • Vierter Abschnitt (Revision)
    • § 354 Eigene Entscheidung in der Sache; Zurückverweisung
    • Siebentes Buch (Strafvollstreckung und Kosten des Verfahrens)
      • Erster Abschnitt (Strafvollstreckung)
    • § 459d Unterbleiben der Vollstreckung einer Geldstrafe
    • § 460 Nachträgliche Gesamtstrafenbildung

Nachrichten zum Thema

Entscheidungen zu § 55 StGB

  • BildBGH, 19.09.2000, 4 StR 320/00
    StGB §§ 55 Abs. 2, 69a Ist bei der nachträglichen Gesamtstrafenbildung die in dem früheren Urteil angeordnete Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis durch die Festsetzung einer einheitlichen neuen Sperrfrist "gegenstandslos" geworden, so ist, wenn im Rechtsmittelzug die Verurteilung wegen der Anlaßtat entfällt und der...

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