§ 246 StGB - Unterschlagung

Strafgesetzbuch | Jetzt kommentieren

Stand: 28.11.2016
   Besonderer Teil ()
      Neunzehnter Abschnitt (Diebstahl und Unterschlagung)

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

(3) Der Versuch ist strafbar.


Erwähnungen von § 246 StGB in anderen Vorschriften

Folgende Vorschriften verweisen auf § 246 StGB:

  • Strafgesetzbuch (StGB)
    • Besonderer Teil ()
      • Neunzehnter Abschnitt (Diebstahl und Unterschlagung)
    • § 248a Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen
      • Einundzwanzigster Abschnitt (Begünstigung und Hehlerei)
    • § 261 Geldwäsche; Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte

Nachrichten zum Thema

§ 246 StGB – Schema einer Unterschlagung - Tatbestand

§§ 246 Unterschlagung

I. Tatbestand

  1. objektive Tatbestand
    • Tatobjekt: fremde bewegliche Sache
      • Sache: sind alle körperlichen Gegenstände nach § 90 BGB.
      • fremd: wenn der Gegenstand zumindest auch im Eigentum einer anderen Person steht.
      • beweglich: ist eine Sache, wenn Sie tatsächlich fortbewegt werden kann.
    • Zueignung: Manifestation des Zueignungswillens. Es reicht vielmehr aus, dass der Zueignungswille des Täters durch eine nach außen erkennbare Handlung betätigt wird.
    • Rechtswidrigkeit der Zueignung: Der Täter darf keinen  fälligen- und einredefreien Anspruch  auf Übereignung der Sache haben. Nach der hM handelst es sich um ein normatives Tatbestandsmerkmal.
  2. subjektiver Tatbestand
  • Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale. Dolus eventualis ist dabei ausreichend

II. Rechtswidrigkeit

Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.  

III. Schuld           

Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.

IV. Subsidiaritätsklausel

Die Unterschlagung ist nach der Rechtsprechung gegenüber allen Vermögensdelikten subsidiär.


Entscheidungen zu § 246 StGB

  • BildKG, 30.11.2015, 2 Ws 277/15 Vollz
    Funktion einer norminterpretierenden Verwaltungsvorschrift ist es, nachgeordneten Behörden bei der Auslegung einer Gesetzesbestimmung, insbesondere bei Beurteilungsspielräumen eine Auslegungshilfe zu geben. Zudem sollen sie eine einheitliche Anwendung des Gesetzes gewährleisten. Zur Ablösung vom offenen Vollzug wegen des Verdachts der...
  • BildOLG-HAMM, 28.02.2014, 9 U 152/13
    Für die deliktische Haftung einer Person als faktischer Geschäftsführer einer GmbH ist es ausreichend, dass der Betreffende nach dem Gesamterscheinungsbild seines Auftretens die Geschicke der Gesellschaft - über die interne Einwirkung auf die satzungsmäßige Geschäftsführung hinaus - durch eigenes Handeln im Außenverhältnis, das die...
  • BildKG, 24.09.2012, (4) 151 AuslA 113/12 (195/12)
    Im Auslieferungsverfahren aufgrund eines Europäischen Haftbefehls stellt § 81 Nr. 2 IRG - anders als § 3 Abs. 3 Satz 2 IRG - nicht auf den noch offenen Strafrest, sondern allein darauf ab, ob die freiheitsentziehende Sanktion, derentwegen die Auslieferung begehrt wird, mindestens vier Monate beträgt.
  • BildBAG, 21.06.2012, 2 AZR 694/11
    Für die Auflösung eines Arbeitsverhältnisses nach §§ 9, 10 KSchG ist nach § 9 Abs. 2 KSchG der Zeitpunkt festzusetzen, zu dem die objektiv zutreffende Kündigungsfrist geendet hätte. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber sie nicht eingehalten und der Arbeitnehmer dies im Rechtsstreit nicht gerügt hat.
  • BildOLG-ROSTOCK, 12.12.2011, 3 W 193/11
    1. Gemäß § 55 ZVG erstreckt sich die Versteigerung des Grundstücks auf alle Gegenstände, deren Beschlagnahme noch wirksam ist. Auf Zubehörstücke, die sich im Besitz des Schuldners oder eines neu eingetretenen Eigentümers befinden, erstreckt sich die Versteigerung gem. § 55 Abs. 2 ZVG auch dann, wenn sie einem Dritten gehören, es sei...
  • BildBRANDENBURGISCHES-OLG, 06.10.2011, 1 Ws 151/11
    Die Strafaussetzung kann aus Verhältnismäßigkeitsgründen nicht widerrufen werden, wenn die Bewährungszeit zwar nachträglich formell wirksam verlängert wurde, der Verlängerungsbeschluss jedoch aus Rechtsgründen nicht hätte ergehen dürfen (hier: zur Verlängerung führende "Anlasstat" war nicht strafbar) § 56 f Abs. 1 Nr. 1, 56 f...
  • BildNIEDERSAECHSISCHES-OVG, 07.12.2010, 20 LD 3/09
    Ein Schulleiter, der sich über mehrere Jahre in großem Umfang nicht im Stundenplan entsprechend den Vorgaben der Arbeitszeitverordnung für Lehrkräfte zum Unterricht einteilt, verletzt seine Pflicht zur Dienstleistung so schwer, dass die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis als angemessene Disziplinarmaßnahme indiziert ist.
  • BildOLG-CELLE, 05.11.2010, 1 Ws 277/10
    1. Die missbräuchliche Verwendung einer sogenannten Tankkarte, die dem Kraftfahrer von seinem Arbeitgeber zur Betankung der Arbeitsfahrzeuge überlassen wird, stellt keine Untreue im Sinne des § 266 StGB dar. 2. Die ohne Hinweis auf die missbräuchliche Verwendung erfolgende Einreichung der die Tankvorgänge dokumentierenden Belege beim...
  • BildOLG-KOELN, 04.08.2010, 2 Ws 449/10
    Die Anrechnung von Therapiezeiten gem. § 35 Abs. 3 BtMG setzt voraus, dass die zu vollstreckende Strafe oder der zu vollstreckende Strafrest zwei Jahre nicht überschreitet.
  • BildBRANDENBURGISCHES-OLG, 10.02.2010, (1) 53 Ss 225/09 (1/10)
    Wirksamkeit der Berufungsbeschränkung auf Rechtsfolgenausspruch bei fehlenden Feststellungen zu Täuschung und Irrtum bei Betrugsvorwurf

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