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JuraForum.deGesetzeSStGB§ 226 StGB - Schwere Körperverletzung 

§ 226 StGB - Schwere Körperverletzung

Strafgesetzbuch | Jetzt kommentieren

Stand: 18.07.2016
   Besonderer Teil ()
      Siebzehnter Abschnitt (Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit)

(1) Hat die Körperverletzung zur Folge, daß die verletzte Person

1.
das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,
2.
ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder
3.
in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfällt,
so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(2) Verursacht der Täter eine der in Absatz 1 bezeichneten Folgen absichtlich oder wissentlich, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.


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§ 226 StGB – Schema einer schweren Körperverletzung - Tatbestan

I. Tatbestand

  1. objektive Tatbestand
    • objektive Tatbestand des § 223 StGB
    • Eintritt einer schweren Folge
      • Sehvermögen: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände visuell wahrzunehmen
      • Gehör: Verlust der Fähigkeit, artikulierte Laute zu verstehen
      • Sprechvermögen: Verlust der Fähigkeit zu artikuliertem Reden
      • Fortpflanzungsfähigkeit: Inbegriffen ist nicht nur die männliche Zeugungsfähigkeit, sonder auch die weibliche Empfängnisfähigkeit
      • Glied: ist jeder nach außen in Erscheinung tretender Körperteil, der mit dem Körper oder einem anderen Körperteil verbunden ist und für den Gesamtorganismus eine besondere Funktion erfüllt.
      • Siechtum: ein chronischer Krankheitszustand von nicht absehbarer Dauer, der in allgemeine Hinfälligkeit mündet.
      • Lähmung: eine erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit eines Körperteils, die den ganzen Körper in Mitleidenschaft zieht.
      • geistige Krankheit/ Behinderung: erfasst nicht nur exogene und endogen Psychosen und Intelligenzdefekte und ist nicht auf Schädelverletzungen mit Gehirnbeteiligung beschränkt.
    • Fährlässigkeit bzgl. der Folge
      • Mindestens ist die Fährlässigkeit hinsichtlich der schweren Folge erforderliche. Diese besteht, wie bei den allgemeinen Fahrlässigkeitsdelikten aus einer objektiven Sorgfaltspflichtverletzung bei objektiver Vorhersehbarkeit.
  2. subjektiver Tatbestand
  • Vorsatz bezüglich der einfachen Körperverletzung, zudem mindestens Fahrlässigkeit in Bezug auf die schwere Folge.  Straferhöhend nach § 226 Abs. 2 StGB, wenn der Täter absichtlich oder wissentlich die Folge herbeigeführt hat. Ausreichend ist dabei der dolus directus II.

II. Rechtswidrigkeit

Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.

III. Schuld

Sofern Vorsatz in Bezug auf die Folge vorliegt sind die allgemeinen Grundsätze anzuwenden. Ansonsten ist die subjektive Sorgfaltspflichtverletzung bei subjektiver Vorhersehbarkeit der schweren Folge darzulegen     


Entscheidungen zu § 226 StGB

  • KAMMERGERICHT-BERLIN, 26.11.2008, 4 Ws 84/08
    Bei einem einheitlichen Lebenszusammenhang sind alle Straftaten von der Anklage mit umfasst, auch wenn sie dort nicht genannt sind. Es genügt der rechtliche Hinweis. Eine überholende Kausalität liegt vor, wenn der Täter zwar die Ursache für eine Körperverletzung gesetzt hat, unabhängig davon aber eine neue Ursachenreihe in Gang gesetzt...
  • BAYOBLG, 20.04.2004, 2 St RR 165/03
    Der Verlust des Sehvermögens auf einem Auge im Sinn von § 226 Abs. 1 Nr. 1 StGB wird nicht dadurch beseitigt, dass durch das Tragen einer Kontaktlinse und einer (beidseitigen) Prismenbrille am verletzten Auge wieder ein Sehvermögen erreicht wird.

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