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JuraForum.deGesetzeSStGB§ 224 StGB - Gefährliche Körperverletzung 

§ 224 StGB - Gefährliche Körperverletzung

Strafgesetzbuch | Jetzt kommentieren

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Stand: 25.04.2016
   Besonderer Teil ()
      Siebzehnter Abschnitt (Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit)

(1) Wer die Körperverletzung

1.
durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
2.
mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3.
mittels eines hinterlistigen Überfalls,
4.
mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5.
mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung
begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.


§ 224 StGB – Schema einer gefährlicher Körperverletzung - Tatbe

I. Tatbestand

  1. objektive Tatbestand
    • objektiver Tatbestand des § 223 StGB
    • Verwirklichung Qualifikationsmerkmale
      • Beibringen von Gift: Gift ist jeder Stoff, der unter bestimmen Bedingungen durch chemische oder chemisch-physikalische Wirkung nach seiner Art und der vom Täter eingesetzten Menge generell geeignet ist, ernsthafte gesundheitliche Schäden zu verursachen.
      • Waffe: ist jeder Gegenstand, der seiner Bauart nach dazu bestimmt ist, erhebliche Verletzungen beizubringen.
      • gefährliches Werkzeug: ist jeder Gegenstand, mittels dessen durch Einwirkung auf den Körper eine erhebliche Verletzung zugefügt werden kann.
      • hinterlistiger Überfall: jeder plötzliche, planmäßig verdeckender, Angriff dessen man sich nicht versieht und auf den man sich daher auch nicht vorbereiten kann.
      • mit einem andren Beteiligten gemeinschaftlich: ausreichend ist das gemeinsame Wirken eines Täters und eines Gehilfen bei der Begehung einer Körperverletzung.
      • Lebensgefährdende Behandlung: eine Handlung, die geeignet ist, das Leben des Opfers in eine abstrakte Gefahr zu bringen.
  2. subjektiver Tatbestand
  • Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale, insbesondere der verwirklichten Qualifikationsmerkmale.

II. Rechtswidrigkeit

Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.

III. Schuld           

Entscheidungen zu § 224 StGB

  • KG, 14.07.2010, 4 Ws 77 - 78/10
    1. Im Hinblick auf die Subsidiarität des (einfachen) Landfriedensbruchs nach § 125 Abs. 1, letzter Teilsatz StGB ist bei Verneinung der Voraussetzungen eines besonders schweren Falles des Vergehens (§ 125a StGB) auf die unbeschränkte Revision der Schuldspruch wegen Landfriedensbruchs in Tateinheit mit versuchter gefährlicher...
  • OLG-HAMM, 18.10.2005, 4 Ws 452/05
    In der Bedrohung mit einer - auch nur scheinbar geladenen - Schusswaffe und den sonstigen einschüchternden Umständen eines solchen Überfalls kann eine das Leben gefährdende Behandlung i.S.d. § 224 StGB liegen, so dass beim Opfer die Berechtigung zum Anschluss als Nebenkläger gegeben ist.
  • OLG-HAMM, 14.05.2001, 2 Ss 1141/2000
    Leitsatz 1. Zur Ablehnung eines Beweisantrags auf Einholung eines Sachverständigengutachtens. "Leinenschuh als gefährliches Werkzeug im Sinn von § 224 StGB
  • OLG-HAMM, 10.08.2000, 2 Ss 686/00
    Leitsatz: Für die Annahme einer gefährlichen Körperverletzung im Sinn von § 224 StGB - begangen mittels eines gefährlichen Werkzeugs - ist es nicht ausreichend, wenn der Tatrichter nur feststellt, der Angeklagte habe mit seinem beschuhten Fuß in Richtung des Kopfes des Opfers getreten.
  • BGH, 22.06.2007, 2 StR 203/07
    Wird der Schwangerschaftsabbruch durch eine gefährliche Körperverletzung in der Alternative der lebensgefährdenden Behandlung herbeigeführt, so stehen beide Delikte in Tateinheit zueinander.

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