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JuraForum.deGesetzeSStGB§ 224 StGB - Gefährliche Körperverletzung 

§ 224 StGB - Gefährliche Körperverletzung

Strafgesetzbuch | Jetzt kommentieren

Stand: 22.08.2016
   Besonderer Teil ()
      Siebzehnter Abschnitt (Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit)

(1) Wer die Körperverletzung

1.
durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
2.
mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3.
mittels eines hinterlistigen Überfalls,
4.
mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5.
mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung
begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.


Erwähnungen in anderen Vorschriften

Folgende Vorschriften verweisen auf § 224 StGB:

  • Strafgesetzbuch (StGB)
    • Allgemeiner Teil ()
      • Dritter Abschnitt (Rechtsfolgen der Tat)
        • Sechster Titel (Maßregeln der Besserung und Sicherung)
          • Freiheitsentziehende Maßregeln ()
        • § 66 Unterbringung in der Sicherungsverwahrung
      • Fünfter Abschnitt (Verjährung)
        • Erster Titel (Verfolgungsverjährung)
      • § 78b Ruhen
    • Besonderer Teil ()
      • Dreißigster Abschnitt (Straftaten im Amt)
    • § 340 Körperverletzung im Amt
  • Strafprozeßordnung (StPO)
    • Erstes Buch (Allgemeine Vorschriften)
      • Neunter Abschnitt (Verhaftung und vorläufige Festnahme)
    • § 112a Haftgrund der Wiederholungsgefahr

Nachrichten zum Thema

§ 224 StGB – Schema einer gefährlicher Körperverletzung - Tatbe

I. Tatbestand

  1. objektive Tatbestand
    • objektiver Tatbestand des § 223 StGB
    • Verwirklichung Qualifikationsmerkmale
      • Beibringen von Gift: Gift ist jeder Stoff, der unter bestimmen Bedingungen durch chemische oder chemisch-physikalische Wirkung nach seiner Art und der vom Täter eingesetzten Menge generell geeignet ist, ernsthafte gesundheitliche Schäden zu verursachen.
      • Waffe: ist jeder Gegenstand, der seiner Bauart nach dazu bestimmt ist, erhebliche Verletzungen beizubringen.
      • gefährliches Werkzeug: ist jeder Gegenstand, mittels dessen durch Einwirkung auf den Körper eine erhebliche Verletzung zugefügt werden kann.
      • hinterlistiger Überfall: jeder plötzliche, planmäßig verdeckender, Angriff dessen man sich nicht versieht und auf den man sich daher auch nicht vorbereiten kann.
      • mit einem andren Beteiligten gemeinschaftlich: ausreichend ist das gemeinsame Wirken eines Täters und eines Gehilfen bei der Begehung einer Körperverletzung.
      • Lebensgefährdende Behandlung: eine Handlung, die geeignet ist, das Leben des Opfers in eine abstrakte Gefahr zu bringen.
  2. subjektiver Tatbestand
  • Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale, insbesondere der verwirklichten Qualifikationsmerkmale.

II. Rechtswidrigkeit

Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.

III. Schuld           


Entscheidungen zu § 224 StGB

  • BildOLG-BAMBERG, 17.12.2014, 3 OLG 8 Ss 140/14
    1. Hat das Tatgericht (hier: Berufungsgericht) ausweislich seiner Urteilgründe gegen den Angeklagten Strafen bzw. Nebenstrafen festgesetzt, obwohl es ihn wegen der insoweit angenommenen Taten nicht schuldig gesprochen hat, fehlt den angeordneten Rechtsfolgen die Grundlage, weshalb die insoweit ausgeurteilten Rechtsfolgen auf die mit...
  • BildOLG-HAMM, 20.02.2014, 1 RVs 15/14
    1. Es bestehen Zweifel, ob der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass im Rahmen des § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB eine bloße mittelbare Einwirkung des gefährlichen Werkzeugs nicht ausreicht, gefolgt werden kann, da die Formulierung "mittels" lediglich eine Kausalitätsbeziehung umschreibt und sich die Gefährlichkeit des Werkzeugs ggf. auch...
  • BildBGH, 22.06.2007, 2 StR 203/07
    Wird der Schwangerschaftsabbruch durch eine gefährliche Körperverletzung in der Alternative der lebensgefährdenden Behandlung herbeigeführt, so stehen beide Delikte in Tateinheit zueinander.
  • BildKAMMERGERICHT-BERLIN, 30.11.2005, (5) 1 Ss 321/05 (56/05)
    Die Beschränkung einer Revision auf den Rechtsfolgenausspruch ist ausgeschlossen, wenn die Feststellungen zum Schuldspruch so knapp, unvollständig, unklar oder widersprüchlich sind, dass das Berufungsgericht eine Entscheidung über die Rechtsfolgen nicht treffen kann, ohne erneut die Schuldfrage zu prüfen (hier unzulängliche...
  • BildOLG-HAMBURG, 01.10.2001, 1 Ss 107/01
    Das Tatbestandsmerkmal der gesundheitsschädlichen Stoffe in § 224 Abs.1 Nr.1 StGB setzt voraus, dass die Stoffe auf Grund ihrer Beschaffenheit und ihrer Anwendung im Einzelfall, also hinsichtlich ihrer Konzentration und Menge, der Konstitution des Opfers und des betroffenen Körperteils, geeignet sind, erhebliche Verletzungen...

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