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JuraForum.deGesetzeSStGB§ 224 StGB - Gefährliche Körperverletzung 

§ 224 StGB - Gefährliche Körperverletzung

Strafgesetzbuch | Jetzt kommentieren

Stand: 25.07.2016
   Besonderer Teil ()
      Siebzehnter Abschnitt (Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit)

(1) Wer die Körperverletzung

1.
durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,
2.
mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,
3.
mittels eines hinterlistigen Überfalls,
4.
mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5.
mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung
begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.


Nachrichten zum Thema

§ 224 StGB – Schema einer gefährlicher Körperverletzung - Tatbe

I. Tatbestand

  1. objektive Tatbestand
    • objektiver Tatbestand des § 223 StGB
    • Verwirklichung Qualifikationsmerkmale
      • Beibringen von Gift: Gift ist jeder Stoff, der unter bestimmen Bedingungen durch chemische oder chemisch-physikalische Wirkung nach seiner Art und der vom Täter eingesetzten Menge generell geeignet ist, ernsthafte gesundheitliche Schäden zu verursachen.
      • Waffe: ist jeder Gegenstand, der seiner Bauart nach dazu bestimmt ist, erhebliche Verletzungen beizubringen.
      • gefährliches Werkzeug: ist jeder Gegenstand, mittels dessen durch Einwirkung auf den Körper eine erhebliche Verletzung zugefügt werden kann.
      • hinterlistiger Überfall: jeder plötzliche, planmäßig verdeckender, Angriff dessen man sich nicht versieht und auf den man sich daher auch nicht vorbereiten kann.
      • mit einem andren Beteiligten gemeinschaftlich: ausreichend ist das gemeinsame Wirken eines Täters und eines Gehilfen bei der Begehung einer Körperverletzung.
      • Lebensgefährdende Behandlung: eine Handlung, die geeignet ist, das Leben des Opfers in eine abstrakte Gefahr zu bringen.
  2. subjektiver Tatbestand
  • Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale, insbesondere der verwirklichten Qualifikationsmerkmale.

II. Rechtswidrigkeit

Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.

III. Schuld           


Entscheidungen zu § 224 StGB

  • BGH, 22.06.2007, 2 StR 203/07
    Wird der Schwangerschaftsabbruch durch eine gefährliche Körperverletzung in der Alternative der lebensgefährdenden Behandlung herbeigeführt, so stehen beide Delikte in Tateinheit zueinander.
  • KAMMERGERICHT-BERLIN, 30.11.2005, (5) 1 Ss 321/05 (56/05)
    Die Beschränkung einer Revision auf den Rechtsfolgenausspruch ist ausgeschlossen, wenn die Feststellungen zum Schuldspruch so knapp, unvollständig, unklar oder widersprüchlich sind, dass das Berufungsgericht eine Entscheidung über die Rechtsfolgen nicht treffen kann, ohne erneut die Schuldfrage zu prüfen (hier unzulängliche...
  • OLG-HAMBURG, 01.10.2001, 1 Ss 107/01
    Das Tatbestandsmerkmal der gesundheitsschädlichen Stoffe in § 224 Abs.1 Nr.1 StGB setzt voraus, dass die Stoffe auf Grund ihrer Beschaffenheit und ihrer Anwendung im Einzelfall, also hinsichtlich ihrer Konzentration und Menge, der Konstitution des Opfers und des betroffenen Körperteils, geeignet sind, erhebliche Verletzungen...

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