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§ 185 StGB - Beleidigung

Strafgesetzbuch | Jetzt kommentieren

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Stand: 25.04.2016
   Besonderer Teil ()
      Vierzehnter Abschnitt (Beleidigung)

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


§ 185 StGB – Schema einer Beleidigung - Tatbestand

Die Beleidigung ist der Angriff auf die Ehre einer anderen Person durch Kundgabe ihrer Missachtung.

I. Tatbestand

  1. objektive Tatbestand
    • Tatobjekt:
      • beleidigungsfähiger Mensch
      • Personengemeinschaften (Kollektivbeleidigung): die eine rechtlich anerkannte soziale Funktion erfüllt und die in der Lage ist, einen eigenen Willen zu bilden
    • Beleidigung: Kundgabe der Missachtung einer Tatsache oder eines Werturteil oder Nichtachtung. Bestraft wird daher die sogenannten einfache oder Formalbeleidigung. Die Kundgabe muss einen bestimmten Inhalt haben und kann unmittelbar, aber auch vermittelt gegenüber dem Betroffenen erfolgen. Die Äußerung muss ehrverletzenden Inhalt besitzen.
  2. subjektiver Tatbestand
    • Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale. Der Vorsatz muss das Bewusstsein umfassen, dass die Äußerungen nach dem objektiven Sinn eine Missachtung darstellt.

II. Rechtswidrigkeit

  • Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.  
  • Verwerflichkeit: nach der Rechtsprechung bedeutet Verwerflichkeit einen „erhöhten Grad sittlicher Missbilligung“

III. Schuld           

Die allgemeinen Grundsätze sind anzuwenden.

IV.  Qualifikationstatbestand (tätliche Beleidigung)

Auf den Körper des Beleidigten zielende Handlung, aus der sich ihr ehrenrühriger Sinn ergibt.

Entscheidungen zu § 185 StGB

  • OLG-MUENCHEN, 18.12.2013, 4 OLG 13 Ss 571/13
    Der "All Cops Are Bastards" bedeutende Schriftzug "ACAB" auf der Hose des Ange-klagten erfüllt den Tatbestand der Beleidigung gemäß § 185 StGB, wenn er gegen-über einem zahlenmäßig überschaubaren und gegenüber der Gesamtgruppe klar umgrenzbaren Kreis von zum Kollektiv gehörenden Personen gezeigt wird. Dies ist bei...
  • KG, 30.04.2012, (4) 161 Ss 80/12 (104/12)
    1. Bei einer allgemein gehaltenen Bezeichnung wie "Alkoholiker" bedarf es stets der Abgrenzung von Tatsachenbehauptung und Werturteil, für das ausschließlich § 185 StGB in Betracht kommt. Ein Werturteil liegt auch dann vor, wenn der tatsächliche Gehalt der Äußerung so substanzarm ist, dass er, mag der Tatsachenkern auch...
  • AGH-CELLE, 19.09.2011, AGH 15/11 (I 7)
    1. Mit einer missbilligenden Belehrung kann nur auf einen anwaltlichen Verstoß gegen eine berufsrechtliche Verbots oder Verhaltensnorm reagiert werden, nicht hingegen auf ein Verhalten, das nach Auffassung der Rechtsanwaltskammer nur eine "berufsrechtswidrige Tendenz" aufweist oder sich "im Grenzbereich zwischen...
  • OVG-SACHSEN-ANHALT, 04.07.2007, 2 M 171/07
    Bei mehrdeutigen Äußerungen ist der zur Bejahung des Straftatbestandes (hier: §§ 130 und 185 StGB) führenden Deutung nur dann der Vorzug zu geben, wenn andere Auslegungsvarianten mit nachvollziehbaren Gründen ausgeschlossen werden können (vgl. BVerfG, Beschl. v. 12.11.2002, - 1 BvR 232/97 - NJW 2003, 599).
  • OLG-FRANKFURT, 22.01.2003, 23 W 62/02
    Zu den Voraussetzungen eines Unterlassungsanspruchs nach §§ 1004, 823 II BGB, der auf eine üble Nachrede (§ 185 StGB) gestützt wird.

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