§ 10d EStG - Verlustabzug

Einkommensteuergesetz | Jetzt kommentieren

Stand: 05.12.2016
   II. (Einkommen)
      5. (Sonderausgaben)

(1) 1Negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden, sind bis zu einem Betrag von 1 000 000 Euro, bei Ehegatten, die nach den §§ 26, 26b zusammenveranlagt werden, bis zu einem Betrag von 2 000 000 Euro vom Gesamtbetrag der Einkünfte des unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraums vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen abzuziehen (Verlustrücktrag). 2Dabei wird der Gesamtbetrag der Einkünfte des unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraums um die Begünstigungsbeträge nach § 34a Absatz 3 Satz 1 gemindert. 3Ist für den unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum bereits ein Steuerbescheid erlassen worden, so ist er insoweit zu ändern, als der Verlustrücktrag zu gewähren oder zu berichtigen ist. 4Das gilt auch dann, wenn der Steuerbescheid unanfechtbar geworden ist; die Festsetzungsfrist endet insoweit nicht, bevor die Festsetzungsfrist für den Veranlagungszeitraum abgelaufen ist, in dem die negativen Einkünfte nicht ausgeglichen werden. 5Auf Antrag des Steuerpflichtigen ist ganz oder teilweise von der Anwendung des Satzes 1 abzusehen. 6Im Antrag ist die Höhe des Verlustrücktrags anzugeben.

(2) 1Nicht ausgeglichene negative Einkünfte, die nicht nach Absatz 1 abgezogen worden sind, sind in den folgenden Veranlagungszeiträumen bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1 Million Euro unbeschränkt, darüber hinaus bis zu 60 Prozent des 1 Million Euro übersteigenden Gesamtbetrags der Einkünfte vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen abzuziehen (Verlustvortrag). 2Bei Ehegatten, die nach den §§ 26, 26b zusammenveranlagt werden, tritt an die Stelle des Betrags von 1 Million Euro ein Betrag von 2 Millionen Euro. 3Der Abzug ist nur insoweit zulässig, als die Verluste nicht nach Absatz 1 abgezogen worden sind und in den vorangegangenen Veranlagungszeiträumen nicht nach Satz 1 und 2 abgezogen werden konnten.

(3) (weggefallen)

(4) 1Der am Schluss eines Veranlagungszeitraums verbleibende Verlustvortrag ist gesondert festzustellen. 2Verbleibender Verlustvortrag sind die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichenen negativen Einkünfte, vermindert um die nach Absatz 1 abgezogenen und die nach Absatz 2 abziehbaren Beträge und vermehrt um den auf den Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums festgestellten verbleibenden Verlustvortrag. 3Zuständig für die Feststellung ist das für die Besteuerung zuständige Finanzamt. 4Bei der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags sind die Besteuerungsgrundlagen so zu berücksichtigen, wie sie den Steuerfestsetzungen des Veranlagungszeitraums, auf dessen Schluss der verbleibende Verlustvortrag festgestellt wird, und des Veranlagungszeitraums, in dem ein Verlustrücktrag vorgenommen werden kann, zu Grunde gelegt worden sind; § 171 Absatz 10, § 175 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 351 Absatz 2 der Abgabenordnung sowie § 42 der Finanzgerichtsordnung gelten entsprechend. 5Die Besteuerungsgrundlagen dürfen bei der Feststellung nur insoweit abweichend von Satz 4 berücksichtigt werden, wie die Aufhebung, Änderung oder Berichtigung der Steuerbescheide ausschließlich mangels Auswirkung auf die Höhe der festzusetzenden Steuer unterbleibt. 6Die Feststellungsfrist endet nicht, bevor die Festsetzungsfrist für den Veranlagungszeitraum abgelaufen ist, auf dessen Schluss der verbleibende Verlustvortrag gesondert festzustellen ist; § 181 Absatz 5 der Abgabenordnung ist nur anzuwenden, wenn die zuständige Finanzbehörde die Feststellung des Verlustvortrags pflichtwidrig unterlassen hat.

(+++ § 10d: Zur Anwendung vgl. § 52 +++)
(+++ § 10d Abs. 4: Zur Anwendung vgl. § 6 Abs. 8 dieses G, § 6 Abs. 8 u. § 41 Abs. 2 InvStG 2018 +++)


Erwähnungen von § 10d EStG in anderen Vorschriften

Folgende Vorschriften verweisen auf § 10d EStG:

  • Einkommensteuergesetz (EStG)
    • II. (Einkommen)
      • 1. (Sachliche Voraussetzungen für die Besteuerung)
    • § 2a Negative Einkünfte mit Bezug zu Drittstaaten
      • 3. (Gewinn)
    • § 4h Betriebsausgabenabzug für Zinsaufwendungen (Zinsschranke)
      • 5. (Sonderausgaben)
    • § 10a Zusätzliche Altersvorsorge
    • § 10b Steuerbegünstigte Zwecke
      • 8. (Die einzelnen Einkunftsarten)
        • b) (Gewerbebetrieb (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2))
      • § 15 Einkünfte aus Gewerbebetrieb
      • § 15a Verluste bei beschränkter Haftung
      • § 15b Verluste im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen
        • e) (Kapitalvermögen (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5))
      • § 20
        • g) (Sonstige Einkünfte (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7))
      • § 22 Arten der sonstigen Einkünfte
      • § 23 Private Veräußerungsgeschäfte
    • III. (Veranlagung)
  • § 26a Einzelveranlagung von Ehegatten
    • IV. (Tarif)
  • § 34a Begünstigung der nicht entnommenen Gewinne
    • VI. (Steuererhebung)
      • 2. (Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer))
    • § 39a Freibetrag und Hinzurechnungsbetrag
    • IX. (Sonstige Vorschriften, Bußgeld-, Ermächtigungs- und Schlussvorschriften)
  • § 52 Anwendungsvorschriften
  • § 57 Besondere Anwendungsregeln aus Anlass der Herstellung der Einheit Deutschlands
  • Körperschaftsteuergesetz (KStG)
    • Zweiter Teil (Einkommen)
      • Erstes Kapitel (Allgemeine Vorschriften)
    • § 8 Ermittlung des Einkommens
    • § 8a Betriebsausgabenabzug für Zinsaufwendungen bei Körperschaften (Zinsschranke)
    • § 9 Abziehbare Aufwendungen
      • Zweites Kapitel (Sondervorschriften für die Organschaft)
    • § 15 Ermittlung des Einkommens bei Organschaft
    • Fünfter Teil (Ermächtigungs- und Schlussvorschriften)
  • § 34 Schlussvorschriften
    • Sechster Teil (Sondervorschriften für den Übergang vom Anrechnungsverfahren zum Halbeinkünfteverfahren)
  • § 37 Körperschaftsteuerguthaben und Körperschaftsteuerminderung
  • Umwandlungssteuergesetz (UmwStG)
    • Dritter Teil (Verschmelzung oder Vermögensübertragung (Vollübertragung) auf eine andere Körperschaft)
  • § 12 Auswirkungen auf den Gewinn der übernehmenden Körperschaft
  • Abgabenordnung (AO)
    • Fünfter Teil (Erhebungsverfahren)
      • Zweiter Abschnitt (Verzinsung, Säumniszuschläge)
        • 1. Unterabschnitt (Verzinsung)
      • § 233a Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen

Nachrichten zum Thema

Entscheidungen zu § 10d EStG

  • BildBAYOBLG, 11.06.2002, 4 St RR 25/02
    Wurden Betriebsausgaben bei der Abgabe einer vollständigen und richtigen Steuererklärung nicht gewinnmindernd berücksichtig, so bleiben sie auch im Steuerstrafverfahren bei der Strafzumessung außer Ansatz.

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