§ 626 BGB - Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund

Bürgerliches Gesetzbuch | 1 Kommentar

Stand: 17.04.2017
   Buch 2 (Recht der Schuldverhältnisse)
      Abschnitt 8 (Einzelne Schuldverhältnisse)
         Titel 7 (Sachdarlehensvertrag)
            Untertitel 1 (Dienstvertrag)

(1) Das Dienstverhältnis kann von jedem Vertragsteil aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, auf Grund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist oder bis zu der vereinbarten Beendigung des Dienstverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

(2) Die Kündigung kann nur innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Kündigungsberechtigte von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. Der Kündigende muss dem anderen Teil auf Verlangen den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen.


Erwähnungen von § 626 BGB in anderen Vorschriften

Folgende Vorschriften verweisen auf § 626 BGB:

  • Seearbeitsgesetz (SeeArbG)
    • Abschnitt 3 (Beschäftigungsbedingungen)
      • Unterabschnitt 6 (Kündigung und Beendigung des Heuerverhältnisses)
    • § 67 Außerordentliche Kündigung durch den Reeder
    • § 68 Außerordentliche Kündigung durch das Besatzungsmitglied
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
    • Buch 2 (Recht der Schuldverhältnisse)
      • Abschnitt 8 (Einzelne Schuldverhältnisse)
        • Titel 7 (Sachdarlehensvertrag)
          • Untertitel 1 (Dienstvertrag)
        • § 617 Pflicht zur Krankenfürsorge
        • § 627 Fristlose Kündigung bei Vertrauensstellung
        • § 628 Teilvergütung und Schadensersatz bei fristloser Kündigung

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Entscheidungen zu § 626 BGB

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Bisherige Kommentare zur Vorschrift (1)

Tina Vaupel  (14.05.2015 13:16 Uhr):
Ich hatte Alkoholprobleme. Bin aber jetzt trocken. Kann mir mein Arbeitgeber (Öffentlicher Dienst, 45 Jahre, 25 Jahre Öffentlicher Dienst) eine fristlose Kündigung aussprechen, oder soll ich ich dagegen angehen? Ich habe keine (wenig) Fehler in meinem Beruf gemacht, bin bei den Bürgern sehr beliebt und hatte jetzt leider einen Rückfall.

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