§ 2078 BGB - Anfechtung wegen Irrtums oder Drohung

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Stand: 17.04.2017
   Buch 5 (Erbrecht)
      Abschnitt 3 (Testament)
         Titel 1 (Allgemeine Vorschriften)

(1) Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, soweit der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde.

(2) Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.

(3) Die Vorschrift des § 122 findet keine Anwendung.


Erwähnungen von § 2078 BGB in anderen Vorschriften

Folgende Vorschriften verweisen auf § 2078 BGB:


Nachrichten zum Thema

Entscheidungen zu § 2078 BGB

  • BildOLG-MUENCHEN, 10.02.2015, 31 Wx 427/14
    1. Zur Anfechtung der in einem gemeinschaftlichen Testament getroffenen eigenen Verfügungen durch den überlebenden Ehegatten.2. Die Verfügungen des verstorbenen Ehegatten bleiben wirksam, wenn er sie in gleicher Weise getroffen hätte, wenn die angefochtene Verfügung des anderen Ehegatten von vornherein nur den Inhalt gehabt hätte, den...
  • BildOLG-MUENCHEN, 07.05.2008, 31 Wx 12/08
    Die objektiv unzutreffende Angabe des Familienstandes des Testierenden mit "nicht verheiratet" in einem notariellen Testament ist für sich genommen nicht ausreichend als Nachweis dafür, dass sich der Erblasser in einem Irrtum über das Bestehen der Ehe befunden hat.
  • BildBAYOBLG, 09.03.2005, 1Z BR 108/04
    Die Rücknahme eines notariellen Testaments aus der amtlichen Verwahrung ist auch Verfügung von Todes wegen. Ihre Wirksamkeit setzt Testierfähigkeit zum Zeitpunkt der Rücknahme voraus. Die Rücknahme unterliegt ferner der Anfechtung nach § 2078 BGB.
  • BildBAYOBLG, 15.12.2004, 1Z BR 103/04
    Die Widerrufswirkung der Rücknahme eines notariellen Testaments aus der amtlichen Verwahrung tritt wegen der gesetzlichen Fiktion der Widerrufsabsicht unabhängig von dem Willen des Erblassers ein.
  • BildBAYOBLG, 01.04.2004, 1Z BR 57/03
    Zur Anfechtung eines gemeinschaftlichen Testaments nach dem Tod des Erstversterbenden mit der Begründung, der Erblasser habe sich über die Bindungswirkung wechselbezüglicher Verfügungen geirrt (im Anschluss an BayObLGZ 2002, 128).
  • BildOLG-CELLE, 23.06.2003, 6 W 45/03
    1. § 2077 BGB ist auf nichteheliche Lebensgemeinschaften nicht analog anwendbar. 2. Zur Anwendung des § 2078 Abs. 2 BGB beim späteren Scheitern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft.
  • BildBAYOBLG, 04.06.2003, 1Z BR 17/03
    1. Zur Frage der Unwirksamkeit einer letztwilligen Verfügung wegen Verstoßes gegen § 14 Abs. 1 HeimG, wenn der Heimträger eine GmbH ist, welche das Pflegeheim von einer Stiftung gemietet hat und der Heimbewohner die Stiftung testamentarisch zum Erben einsetzt. 2. Zur Frage der Anfechtbarkeit einer solchen letztwilligen Verfügung,...
  • BildBAYOBLG, 08.05.2003, 1Z BR 124/02
    Zur Abgrenzung von Erbeinsetzung und Vermächtnis.
  • BildBAYOBLG, 18.03.2003, 1Z BR 71/02
    Zur Frage des Erbstatuts und zur internationalen Zuständigkeit der deutschen Nachlassgerichte, wenn sich das Vermögen des deutschen in Kanada lebenden Erblassers sowohl in Kanada als auch in Deutschland befindet.
  • BildOLG-FRANKFURT, 13.03.2003, 20 W 339/01
    1) Ohne konkrete Anhaltspunkte braucht das Nachlassgericht geäußerten Zweifeln an der testierfähigkeit des Erblassers nicht nachzugehen. 2) Die gesetzlichen Erben können die Erbeinsetzung des testamentarischen Erben nicht schon deshalb anfechten, weil es zwischen ihnen und dem testamentarischen Erben (hier: der Lebensgefährtin des...

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