§ 1314 BGB - Aufhebungsgründe

Bürgerliches Gesetzbuch | Jetzt kommentieren

Stand: 26.06.2017
   Buch 4 (Familienrecht)
      Abschnitt 1 (Bürgerliche Ehe)
         Titel 3 (Aufhebung der Ehe)

(1) Eine Ehe kann aufgehoben werden, wenn sie entgegen den Vorschriften der §§ 1303, 1304, 1306, 1307, 1311 geschlossen worden ist.

(2) Eine Ehe kann ferner aufgehoben werden, wenn

1.
ein Ehegatte sich bei der Eheschließung im Zustand der Bewusstlosigkeit oder vorübergehender Störung der Geistestätigkeit befand;
2.
ein Ehegatte bei der Eheschließung nicht gewusst hat, dass es sich um eine Eheschließung handelt;
3.
ein Ehegatte zur Eingehung der Ehe durch arglistige Täuschung über solche Umstände bestimmt worden ist, die ihn bei Kenntnis der Sachlage und bei richtiger Würdigung des Wesens der Ehe von der Eingehung der Ehe abgehalten hätten; dies gilt nicht, wenn die Täuschung Vermögensverhältnisse betrifft oder von einem Dritten ohne Wissen des anderen Ehegatten verübt worden ist;
4.
ein Ehegatte zur Eingehung der Ehe widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist;
5.
beide Ehegatten sich bei der Eheschließung darüber einig waren, dass sie keine Verpflichtung gemäß § 1353 Abs. 1 begründen wollen.


Erwähnungen von § 1314 BGB in anderen Vorschriften

Folgende Vorschriften verweisen auf § 1314 BGB:

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
    • Buch 4 (Familienrecht)
      • Abschnitt 1 (Bürgerliche Ehe)
        • Titel 2 (Eingehung der Ehe)
          • Untertitel 4 (Eheschließung)
        • § 1310 Zuständigkeit des Standesbeamten, Heilung fehlerhafter Ehen
        • Titel 3 (Aufhebung der Ehe)
      • § 1315 Ausschluss der Aufhebung
      • § 1316 Antragsberechtigung
      • § 1317 Antragsfrist
      • § 1318 Folgen der Aufhebung

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Entscheidungen zu § 1314 BGB

  • BildOLG-STUTTGART, 22.03.2005, 18 UF 300/04
    1. Ist auf Grund der Gesamtumstände die Vaterschaft des Bräutigams in Bezug auf ein von der Braut erwartetes Kind sehr zweifelhaft, so besteht eine Obliegenheit der Schwangeren zur Offenbarung eines Mehrverkehrs nur auf konkrete Nachfrage. 2. Stellt sich in einem solchen Fall nach der Heirat heraus, dass das von der Ehefrau geboren...
  • BildOLG-STUTTGART, 02.06.2004, 16 WF 110/04
    Hat der Aufhebung der Ehe wegen arglistiger Täuschung über eine persönliche Eigenschaft (hier: Zeugungsunfähigkeit) berechtigte Ehegatte nach Aufdeckung der Täuschung noch einige Monate mit dem anderen zusammengelebt, kann dies nicht als Bestätigung (§ 1315 BGB) gewertet werden, wenn er in dieser Zeit durchgehend, aber vergeblich...
  • BildOLG-ZWEIBRüCKEN, 20.12.2001, 6 UF 106/01
    Die Behauptung, der Ehepartner habe Liebe, eheliche Gesinnung und den Willen zur Begründung einer ehelichen Lebens- und Wohngemeinschaft nur vorgespiegelt, reicht zur schlüssigen Darlegung eines Aufhebungsgrundes gemäß § 1314 Abs. 2 Nr. 3 BGB nicht aus, wenn nicht zugleich Tatsachen vorgetragen werden, aus welchen der die Aufhebung...
  • BildOLG-KARLSRUHE, 11.08.1999, 2 UF 93/99
    Leitsatz Wird die Ehe wegen einer Schwangerschaft geschlossen, besteht eine Offenbarungspflicht über anderweitigen Geschlechtsverkehr während der Empfängniszeit auch ohne ausdrückliche Nachfrage. OBERLANDESGERICHT KARLSRUHE 2. Zivilsenat - Senat für Familiensachen 2 U F 93199 2 F 274197

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