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JuraForum.deFür AnwälteBewerbung als JuristAnstellung als Rechtsanwalt: Jurist 

Anstellung als Rechtsanwalt: Jurist

Bewerbung als Jurist

Sobald Ihre Bewerbung von Erfolg gekrönt ist, werden Sie davon in Kenntnis gesetzt. Nun gilt es vor allem, die letzten Stolpersteine auf dem Weg zur Festanstellung aus dem Weg zu räumen. Nun geht es nämlich vornehmlich um die Festlegung Ihrer Arbeitsbedingungen, die Vergütung und auch Ihren Status als Rechtsanwalt. Dabei sollten Sie genau abwägen, ob eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter oder eher eine berufliche Betätigung als angestellter Rechtsanwalt in Frage kommen. Beide Positionen besitzen Vor- und Nachteile. Bei der freien Mitarbeiterschaft muss zudem berücksichtigt werden, dass auf keinen Fall die Kriterien einer Scheinselbständigkeit erfüllt werden.

Der Arbeitsvertrag

Anstellung als RechtsanwaltGrundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Mitarbeitsformen in einer Kanzlei ausdifferenzieren. Einerseits besteht die Möglichkeit, als angestellter Rechtsanwalt in einem regulären Arbeitsverhältnis beschäftigt zu sein. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, als freier Mitarbeiter eine Kanzlei zu unterstützen. Bevor Sie den Arbeitsvertrag Ihres künftigen Arbeitgebers unterschreiben, sollte unbedingt geklärt werden, welche Form der Mitarbeit von Ihnen erwartet wird.

Freier Mitarbeiter

Die Arbeit als freier Mitarbeiter in einer Kanzlei bietet den Vorteil der Unabhängigkeit. Allerdings sind auch hier einige Fallstricke zu berücksichtigen. Leider haben in der Vergangenheit viele Arbeitgeber den Status freier Mitarbeiter in arbeitnehmerähnlichen Positionen ausgenutzt, um sich Ihrer Sozialversicherungspflicht zu entziehen. Deshalb trat 1999 eine Gesetzesänderung in Kraft, um diese sogenannte Scheinselbständigkeit besser bekämpfen zu können und die Arbeitnehmerrechte zu stärken. Die neue Regelung bestimmt nun genau, ab wann eine freie Tätigkeit als abhängiges Beschäftigungsverhältnis zu werten ist. Wird nachträglich die Tätigkeit freier Mitarbeiter als abhängiges Beschäftigungsverhältnis (Scheinselbständigkeit) eingestuft, so muss der Arbeitgeber mit erheblichen Nachforderungen und sogar dem Verlust seiner Vorsteuerabzugsberechtigung rechnen. Rückwirkend müssen dann alle sozialversicherungspflichtigen Abgaben gezahlt werden. Daher kann eine Tätigkeit als freier Mitarbeiter auch mit erheblichen Risiken verbunden sein, zumindest dann, wenn die Kriterien für eine Scheinselbständigkeit erfüllt sind. In § 7 Abs. 4 SGB IV finden sich die genauen gesetzlichen Regelungen, ab wann die Tätigkeit freier Mitarbeiter nicht mehr als freie Mitarbeiterschaft gewertet wird. Letztlich ist die Gesamtschau der Umstände maßgeblich, ob ein freier Mitarbeiter als Scheinselbständiger eingestuft wird. Je mehr Punkte allerdings zutreffen, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Tätigkeit freier Mitarbeiter als Scheinselbständigkeit eingestuft wird. Eine Scheinselbständigkeit freier Mitarbeiter kann vorliegen, wenn mindestens eines der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  1. Freier Mitarbeiter besitzt Weisungsgebundenheit an nur einen Auftraggeber
  2. Einbindung in die tägliche Arbeitsorganisation
  3. Der Hauptumsatz (etwa 80%) wird nur durch einen Auftraggeber erzielt
  4. Keine unternehmerische Tätigkeit erkennbar
  5. Der freie Mitarbeiter hat keine versicherungspflichtigen Angestellten beschäftigt

Angestellter Rechtsanwalt - Arbeitsvertrag

Wenn Sie als angestellter Rechtsanwalt in eine Kanzlei eintreten, müssen Sie zuvor bestimmte Kriterien tiefgehender berücksichtigen. Wichtige Kriterien sind in diesem Zusammenhang unter anderem:

1. Regelung der Arbeitszeit - Arbeitsvertrag

Der Gesetzgeber hat § 3 Satz 1 ArbZG (Arbeitszeitgesetz) festgelegt, dass werktags eine Arbeitszeit von acht Stunden täglich nicht überschritten werden darf. Diese Berechnung bezieht sich allerdings auf eine 6-Tage-Woche mit Samstagsarbeit. Umgesetzt auf die mittlerweile übliche 5-Tage-Woche bedeutet dies, dass täglich 9,5 Arbeitsstunden erlaubt sind, auch wenn ein angestellter Rechtsanwalt in vielen Kanzleien mit Sicherheit ein höherer Arbeitseinsatz von Ihnen erwartet wird.

2. Vergütung - Arbeitsvertrag

Die Vergütung ist natürlich immer einer der heiklen Punkte im Arbeitsvertrag. Gerade für Berufsanfänger ohne Vergleichsmöglichkeiten ist dies mit einer der schwierigsten Kriterien. Gerade für angestellte Rechtsanwälte schwanken die Gehälter enorm. Hochqualifizierte Topleute werden nicht selten mit hohen fünfstelligen Vergütungen entlohnt, während Berufseinsteiger in Wald-und-Wiesen-Kanzleien oft nur mit 2300 Euro brutto auskommen müssen.

3. Urlaub - Arbeitsvertrag

Stellen Sie unbedingt sicher, dass Regelungen zum Jahresurlaub getroffen werden. Dieser muss gemäß § 3 Abs. 1 BurlG (Bundesurlaubsgesetz) mindestens in einem Umfang von 24 Werktagen gewährt werden. Erfahrungsgemäß wird ein angestellter Rechtsanwalt allerdings mit einer längeren Arbeitszeit zu rechnen haben, auch wenn dies den gesetzlichen Bestimmungen zuwiderläuft. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass die Mehrarbeit dann auch vergütet wird.

Versicherungen - Arbeitsvertrag

Als angestellter Rechtsanwalt sind vor allem drei Versicherungen wichtig: die Berufshaftpflichtversicherung, die Krankenversicherung und die Rentenversicherung.

1. Die Berufshaftpflichtversicherung

Diese Versicherung ist verpflichtend für angestellte Rechtsanwälte. Sie dient dazu, entstandene Schäden durch Fehlberatungen abzusichern. Normalerweise werden die Kosten für die Berufshaftpflicht vom Arbeitgeber übernommen. Wer schon zuvor eine solche Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, muss den Wechsel der Arbeitsstelle der Versicherung unbedingt melden. Die Deckungssumme der Berufshaftpflichtversicherung sollte vorher unbedingt mit Ihrem zukünftigen Arbeitgeber abgesprochen werden.

2. Die Krankenversicherung

Auch die Absicherung gegen Krankheitskosten durch eine gesetzliche Krankenversicherung ist verpflichtend, ebenso wie die gesetzliche Pflegeversicherung. Die notwendigen Beitragszahlungen werden anteilig zur Hälfte vom Arbeitgeber übernommen. Liegt die Vergütung als angestellter Rechtsanwalt über der Beitragsbemessungsgrenze, ist keine Verpflichtung zur Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung mehr gegeben. Allerdings muss dann eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden oder aber eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung abgeschlossen werden.

3. Die Rentenversicherung

Normalerweise ist ein angestellter Rechtsanwalt über die BfA (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte) pflichtversichert. Auch hier übernimmt der Arbeitgeber zur Hälfte die Versicherungskosten. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, anstatt der BfA Mitglied im Versorgungswerk für Rechtsanwälte zu werden, da die Versicherungsbedingungen hier wahrscheinlich wesentlich besser sind (z.B. bessere Rentenleistungen).

Steuerliche Aspekte - Arbeitsvertrag

Wie jeder angestellte Arbeitnehmer hat auch ein angestellter Rechtsanwalt je nach Einkommenslage Einkommenssteuer zu entrichten. Durch Veranschlagung von Werbungskosten im Rahmen der Steuererklärung kann die zu entrichtende Einkommenssteuer allerdings noch gemindert werden. Für das Abführen der Lohnsteuer ist lediglich der Arbeitgeber zuständig. Einkünfte aus nebenberuflichen Tätigkeiten müssen jedoch gesondert eingereicht werden.

Kündigungsfrist - Arbeitsvertrag

Einer der wichtigsten Punkte, die ein angestellter Rechtsanwalt im Arbeitsvertrag berücksichtigen sollte, sind die Kündigungsfristen. Auch wenn diese meist in der ersten Euphorie über die neue Stelle kaum Beachtung finden. Empfehlenswert ist eine Kündigungsfrist von circa 3 Monaten. Längere Kündigungsfristen können sich später dann las nachteilig erweisen, falls doch noch ein Berufswechsel oder gar die Selbständigkeit angestrebt wird.

Kanzleipflicht - Arbeitsvertrag

Auch als angestellter Rechtsanwalt besteht die Kanzleipflicht. Entsprechende Regelungen finden sich in § 27 BRAO. Am besten ist es, von Anfang an sicherzustellen, dass der Name des angestellten Rechtsanwaltes auch in den Briefköpfen, dem Briefkasten und auf dem Kanzleischild auftaucht. Ansonsten sind eigentlich kaum Schwierigkeiten zu erwarten.

Nebeneinkünfte - Arbeitsvertrag

Nebeneinkünfte können für angestellte Rechtsanwälte unter Umständen ein heikles Thema darstellen. Selbst bei Mandaten, die durch den angestellten Rechtsanwalt selbst generierten wurden, ist dieser dazu verpflichtet, diese über die Kanzlei des Arbeitgebers laufen zu lassen. Zuwiderhandlungen gegen diese Einbringungsverpflichtung können möglicherweise als Verletzung der Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber ausgelegt werden und eine fristlose Kündigung nach sich ziehen.


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Haramis Kalfar — Fotolia.com

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