Dies ist eine Diskussion zu Vetternwirtschaft, Untreue? strafbar? innerhalb des Forums Wirtschaftsrecht und Börse
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| Vetternwirtschaft, Untreue? strafbar? Die Firma A sei eine mittelständische GmbH mit ca. 20 Angestellten. Allerdings wird die Firma von einem ausländischen Konzern finanziert. Der Geschäftsführer der Firma A, Herr B, ist ein guter Freund des Beraters C, der bei der Beratungsfirma D beschäftigt ist. Als guter Freund verschafft B dem Berater C regelmäßig Aufträge der Firma A. Berater C hat dadurch ein sehr gutes Auskommen. Die Beratungsfirma D wird von Berater G geleitet, welcher wiederrum ein guter Freund von Berater C ist und auch zum Geschäftsführer Herr B ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Wobei man dabei eigentlich nicht von Freunden reden kann, denn Freunde gibt es da nicht, höchstens Amigos. Allerdings erfolgt die Abrechnung nicht über die Beratungsfirma D, sondern über eine Beratungsfirma F, welche Berater C gegründet hat, und bei der auch noch die Schwägering von Berater C, Frau H angestellt ist. Der ausländischen Geldgeber vertraut dem Geschäftsführer B voll und ganz, und prüft überhaupt nicht nach wofür das Geld im einzelnen verwendet wird. Das führt schließlich dazu dass fast die Hälfte der Jahresausgaben der Firma A Berater- Honorare sind. Dabei wird etwa 90% dieses Betrags auf das Konto der Firma F von Berater C überwiesen, sowie auf mehrere weitere Firmen, die gute Amigos von Berater C, Berater G und Geschäftsführer B sind. Dabei werden sehr kreative Dienste von der Firma A in Anspruch genommen, so dürfen z.B. die Führungskräfte bei einem Töpferkurs Probleme aus sich herauskneten. Man könnte sich vorstellen dass dabei auch eine extreme Dreistigkeit herrscht. So fragt z.B. ein leitender Angestellter L, welcher mit der Connection von Berater C nichts zu tun hat, einen der Berater mal wie er denn eigentlich an den Auftrag gekommen wäre, wo sich doch die Firma A und die gerade tätige Beraterfirma geografisch an zwei unterschiedlichen Enden von Deutschland befinden. Der Berater gäbe daraufhin die Antwort, dass er der Onkel von Berater G sei und empfiehlt dem leitenden Angestellten L, er solle doch versuchen in die Connection von Berater C hinein zu kommen. Die Firma hat trotz der immensen Beratertätigkeit wirtschaftlich keinen Erfolg und schreibt rote Zahlen. Der ausländische Geldgeber wird mit der Zeit immer ungehaltener. Daraufhin schickt Geschäftsführer B Berater C mehrfach erster Klase zum Big Boss des Geldgebers, wo Berater C eindrucksvolle Präsentationen hält wie die Situation zu retten sei und in welchem Markt sofort die nächsten 10 oder 20 Millionen abzugreifen wären. Der Big Boss sei von diesem energischen Europäer sehr beeindruckt. Der scheine ja wirklich zu wissen wie der Hase läuft. Der würde wohl die einzige Möglichkeit sein, wie das Geschäft noch zum Erfolg geführt werden könne. Deswegen beschließt Geschäftsführer B zusammen mit dem Big Boss und Berater C, dass Berater C ab sofort zweiter Geschäftsführer der Firma A wird. Darauf hätte Berater C natürlich nur gewartet. Sofort wird das Unternehmen kräftig umstrukturiert. Der Leiter der Forschungsabteilung, Herr M, der immer schon ein Gegner der nutzlosen Berater-Amigos war, wird entmachtet indem er herabgestuft wird und als neuen Vorgesetzten einen alten Studienkollegen von Berater C bekommt. Dieser ist als gelernter Steuerberater nicht nur völlig unqualifiziert bei der Firma A die Forschungsabteilung zu führen, welche sich mit Biotechnologie beschäftigt. Außerdem ist er kein Firmenmitglied der Firma A, sondern als externer Berater angestellt. Da er kein Mitglied einer der zahlreichen Amigo- Beraterfirmen ist, und eine eigene Firmengründung zu lange dauern würde, erfolgt die Abrechnung kurzerhand über die Bäckerei seines Bruders. Auch der leitende Angestellte L, welcher eigentlich weltweiter Vertriebsleiter werden sollte, wird erstens nicht befördert und bekommt zweitens einen neuen Vorgesetzten, der natürlich auch ein Amigo ist und als externer Berater von der Firma A angestellt wird. Den angestellten N, welcher für den Einkauf zuständig war, hat Geschäftsführer B vorausschauend schon entlassen. Seinen Posten bekommt ein Freund von Berater C, welcher als Sozialpädagoge allerdings schon nach wenigen Tagen unvorsichtigerweise öffentlich äußert, dass er von seinen neuen Aufgaben doch eigentlich keine Ahnung hätte. Sämtliche Verbindungen innerhalb dieses Filzes seien kein Geheimnis, zum Teil sind es ja wirklich blutsverwandte oder verschwägerte Personen. Sämtliche Transaktionen sind natürlich verbucht, und fallen den Wirtschaftsprüfern bei der jährlichen Routineuntersuchung nicht negativ auf. Den angestellten der Firma A würde in einer solchen Situation natürlich Angst und Bange um ihre Arbeitsplätze werden. Allerdings haben sie wenig in der Hand - das die Arbeit der ganzen Amigos in der Firma keinen nutzen für diese hat steht fest, allerdings ließe sich das bei solch phantasievollen Tätigkeiten wie Motivations- und Selbstfindungsseminaren für die Manager nicht so einfach nachweisen. Man könnte jedoch mal annehmen, dass die angestellten doch ein bisschen was finden. Als Angestellter O zu später Stunden in das Büro von Geschäftsführer B geht um mit diesem zu sprechen, brennt darin zwar Licht, B ist allerdings schon nach Hause gegangen. Auf dem Tisch könnte jedoch ein interessantes Dokument liegen, auf welchem Geschäftsführer B der Firma A eine Tätigkeit als Berater in der Beratungsfirma D bescheinigt wird. In der Beratungsfirma D ist auch Berater C angestellt, welcher wie schon erwähnt ein Amigo vom Geschäftsführer (Berater G) der Beratungsfirma D ist. Allerdings hat Berater C alle Leistungen für die Firma A über seine eigene Beratungsfirma F abgerechnet. In Gesprächen zwischen Geschäftsführer B und Berater C haben die Angestellten der Firma A mehrmals im Vorbeigehen gehört, dass sich beide wohl bei einer aufstrebenden pharmazeutischen Firma im Ausland eingekauft haben. So wie es den Angestellten der Firma A erscheinen würde,könnte man wohl davon ausgehen das Berater C und Geschäftsführer B die Gelder des ausländischen Geldgebers abzweigen und sich davon die aufstrebende Pharmaziefirma kaufen wollen. Diese fiktive Kurzgeschichte hört sich spannend an, fast wie im Fernsehen. Allerdings wird einem ganz unwohl, wenn man sich so vorstellt wie sich die fiktiven Angestellten der Firma A wohl fühlen würden wenn dieser Film plötzlich Realität werden würde. Darum meine Frage: wie könnte man rechtlich hier überhaupt vorgehen? Angesichts der Ernsthaftigkeit der Lage würden die Angestellten wohl sicher auch den Rat eines Spezialisten einholen wollen. An wen sollten sie sich wohl wenden? Ich hoffe ich hab diese kleine Geschichte die ich mir heute ausgedacht habe verständlich wiedergegeben. Es ist ja schon relativ spät, und ich fühle micht fast selber schon wie einer der armen Angestellten der Firma A, die wohl seit Tagen nicht mehr richtig schlafen könnten wenn solche Ereignisse wirklich eintreten würden. Na dann Gute Nacht! Joe |
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