Dies ist eine Diskussion zu Drohendes Waffenverbot für Sportschützen innerhalb des Forums Waffenrecht
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| Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Mir geht es um die Frage, wie das rechtlich aussehen könnte. (1) Da es eine Enteignung von Eigentum nicht geben kann, welche Möglichkeiten sind da vorstellbar? (2) Wenn die vormals genehmigten Sportordnungen so geändert werden, dass sich daraus ein Bedürfnissentfall für GK-Waffen durch Streichung der entsprechenden Disziplinen resultiert, was passiert mit den früher genehmigten und rechtmäßig erworbenen Waffen? (3) Sollte die rechtliche Grundlage völlig entzogen wären und man in der Folge den Waffenbesitzer zum Verkauf oder Unbrauchbarmachung seiner Waffen zwingt, wird er dafür auch keine Abnehmer mehr finden. Somit dürften bestimmte Schusswaffen völlig wertlos werden. Kann der Gesetzgeber das so einfach? Ich erinnere an Alt-Schreckschusswaffen, Erbenwaffen, zu LEP konvertierte Waffen usw, die man den Besitzern auch nicht nehmen konnte und den weiteren Besitz durch Ausstellung einer WBK weiterhin an die neue Gesetzgebung anpassen musste. |
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Fast alle Parteien sind für Verschärfungen im Waffenrecht, die einen nur extremer als die anderen. Besonders Grüne und Linke sind da zu nennen. Wie das rechtlich aussehen soll? Das kann man sich zum Teil ausmalen, es gab ja schon genug Verbote in der Vergangenheit. Da braucht man nichts enteignen, man verbietet es einfach und räumt eine gewisse "Schonfrist" ein. Danach ist es halt verboten und Sammler haben eventuell die Möglichkeit die Verbotsmerkmale zu entfernen. Bei einem Balisong bedeutet das zum Beispiel die Griffhälften zusammen zu schweißen. Bei Erbwaffen werden eben Blockiersysteme verlangt. Und so weiter. Ich denke der Gesetzgeber kann eine Menge machen und Sinn muss das auch keinen ergeben. Dafür gibt es schließlich gerade im Waffenrecht mehr als genug Beispiele. Als Bürger hat man eventuell die Möglichkeit zu klagen, das dauert aber und kostet. Zitat:
__________________ Demokratie ist, wenn man sich aussuchen kann, wer einen verarscht. (Hagen Rether) |
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Munitionsverbot oder Auslagerung von Munition in den Schützenhäusern würde auch das Aus für den Wiederlader bedeuten. Denn das müsste dann in der Folge auch verboten werden. |
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Zitat:
Aber da man ja wiedergewählt werden will und das schöne Steuergeld lieber für anderen Schwachsinn verschwendet, dürfte die Gefahr relativ gering sein. Zitat:
Zitat:
Wahrscheinlicher ist aus meiner Sicht zwar eher, dass man den weiteren Waffenbesitz mit Voraussetzungen verknüpft, die einem den Waffenbesitz so verleiden, dass die Leute die Waffen freiwillig zurückgeben oder die den weiteren Waffenbestz praktisch unmöglich machen, weil man die Voraussetzungen gar nicht erfüllen kann (siehe LEP-Waffen). Da hat es den Gesetzgeber auch nicht interessiert, dass diese Waffen aufgrund der Gesetzesänderung in Deutschland anschließend nur noch den Gegenwert von Altmetall hatten. Aber gut, wenn der Gesetzgeber Schusswaffen generell verbieten will, dann muss ihm das zwangsläufig auch egal sein.
__________________ Wer glaubt, ist nur zu faul zum denken.(Volker Pispers) Wenn Waffenliebhaber, Tuning-Fetischisten oder Industrieanlagenbauer sich über die ungerechten Vorurteile von Sachbearbeitern echauffieren, geht es ja regelmäßig in Wirklichkeit darum, daß sie ihre Sonderwünsche nach Privilegien nicht durchsetzen konnten ...(TomRohwer) Tamea-Tyreen, Kimberly-Kairi oder Jaden-Maddox ... Kevinismus ist die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs sozialverträgliche Namen zu geben. |
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Danke, Volker4. Dazu zwei Einwendungen: Mit Enteignung meine ich natürlich staatliche entschädigungslose Enteignung. Die darf es m.W. doch nicht geben. Was andere Länder gemacht haben, soll hier im deutschen Recht nicht von Belang sein. Mein Beispiel mit den LEP-Waffen war es vor zwei Jahren genau so, wie damals mit den SSW. Weiterer Besitz durch Ausstellung einer WBK geduldet, jedoch durch neue Bedürfnisregeln zum Erwerb war der Weiterverkauf so gut wie unmöglich gemacht. Ich bin auf weitere Beiträge mit Euren Gedanken zu dieser Sache gespannt. |
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| Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Zunächst einmal darf man nicht vergessen, dass die Waffenlobby einen großen Wählerschaftskreis umfasst, der nicht unterschätzt werden darf. Zudem macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man aus der Opposition heraus große Sprüche klopft oder genau diese Thesen in der Regierungsverantwortung auch tatsächlich weiterverfolgt. Letztendlich bleibt zu hoffen, dass alle Seiten mit Vernunft und Augenmaß gestalten. Das Waffenrecht ist in den letzten Jahren bereits vielfach verschärft worden und zählt zu den strengsten Waffengesetzen der Welt. Die hineingestrickten unnötigen und nicht nachvollziehbare Regelungen (Erwerbsstreckungsgebot, Blockierpflicht für Erben, Einhandmesserführverbot in der Öffentlichkeit etc.) waren schon des guten zuviel. Noch mehr dran rummurksen sollte man deshalb nicht. Die Fassung vom April 2003 war die beste, die das WaffG je hatte. Alles was danach kam, waren nicht durchdachte Schnellschüsse, genährt von Hektik und Hysterie. Weitere Sackgassen wären zentrale Waffenverwahrungen, GK-Verbot u.ä. Ab einer gewissen Verbotsschwelle verschwinden die Waffen zudem in der Illegalität (in anderen Ländern hat man das bereits bitter erfahren müssen) und genau das möchte man ja eigentlich verhindern. Ein sinnvoller Ansatz wäre vielmehr, gegen illegale Waffen vorzugehen und hierzu z.B. die Internetfahndungsmöglichkeiten zu verstärken. Ein heikler Bereich, an den sich noch keiner rangetraut. Aber definitiv sinnvoller als bei den zuverlässigen Legalwaffenbesitzern immer neue Hürden aufzubauen !
__________________ Wir kommen aus dem Nichts und wir gehen ins Nichts - also machts nichts ! (aus Monthy Python´s Flying Circus...) |
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Zitat:
Wie einfach es ist, sich eine Vielzahl erlaubnispflichtiger Waffen mit einem Minimum an Aufwand zu beschaffen? 1. Schützenverein suchen und eintreten. Nicht soo schwer. 2. Regelmäßig Beitrag zahlen. Dank Online-Banking auch kein Problem. 3. 12 Monate lang 18 x trainieren, d.h. im Schnitt alle drei Wochen. Was für ein Aufwand! Zum Vergleich: Mein 14-jähriger Neffe spielt Fußball, der muss zwei Mal pro Woche (!!!) zum Training und sagt immer, wenn er sich mal einen ruhigen Sport suchen sollte, wird er auch Sportschütze. 4. Sachkundeprüfung bestehen. Für Leute, deren IQ höher ist als die Raumtemperatur, durchaus machbar. 5. Grüne und gelbe WBK beantragen und unter Beachtung der 2/6-Regelung nach und nach zwei Kurzwaffen, drei halbautomatische Langwaffen und jede Menge Repetierer, Einzellader und Perkussionswaffen erwerben. 6. Die ersten drei Jahre weiterhin 18 mal im Jahr zum Training gehen, um durch die Wiederholung der Bedürfnisprüfung durchzukommen. Danach kann die Trainingsbeteiligung drastisch heruntergefahren werden. Sollte ich wider Erwarten doch mal von meinem Verein dazu genötigt werden, an einem Wettkampf teilzunehmen, dann ist halt meine Migräne an dem Tag ganz schlimm oder ich lasse mich eben mal schnell disqualifizieren. Fazit nach fünf Jahren: Mit dem "Aufwand" von lediglich insgesamt rund 80 Trainingsterminen, einer bestandenen Sachkundeprüfung, dem regelmäßigen Überweisen meines Beitrags und ohne jegliche Wettkampfteilnahme bin ich ganz legal in den Besitz von 20 erlaubnispflichtigen Schusswaffen gekommen und kann, solange ich meinen Beitrag weiter bezahle und meinen Vorsitzenden nicht beleidige, weitestgehend davon augehen, dass die Waffenbehörde mich in Ruhe lässt. Und jetzt erkläre mir bitte doch noch einmal jemand ernsthaft, dass wir das strengste Waffengesetz der Welt haben! Zitat:
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Mit der gleichen Logik argumentieren auch Leute, die falsch parken, zu schnell oder über rote Ampeln fahren. "Wieso werde ich denn jetzt hier belästigt? Der neben mir hat doch noch viel falscher geparkt als ich, ist noch viel mehr zu schnell gefahren als ich und seine Ampel war noch viel roter als meine." Das Dumme dabei ist nur, dass keine Sau weiß, wie viele illegale Waffen es gibt und wo die alle sind. Und solange sich unsere Amokläufer fast ausschließlich legaler Waffen bedienen (können), ist für mich persönlich die Problematik der illegalen Waffen zweitrangig.
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Zitat:
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Wie sich oft genug gezeigt hat, wurden die Waffen von den Vätern der Täter nicht immer ordnungsgemäß untergebracht bzw der Sohnemann weiß, wo der Schlüssel ist. Aber meine Eltern waren sich ganz bestimmt auch sicher, dass ich die Pornosammlung nicht finde. Irgendwo also menschliches Versagen, da müsste man mehr auf die Sportschützen einwirken, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Man legt in der Regel ja auch keinen Zweitschlüssel unter die Fußmatte. Dadurch lassen sich "Amokläufe" aber ganz sicher nicht verhindern. Eine Möglichkeit wäre aber ggf diejenigen Sportschützen mehr zu sensibilisieren und zu kontrollieren, die jugendliche Kinder im Haus haben. Tote durch Waffen wird es aber immer geben. Allein im letzten Jahr haben mindestens zwei Polizisten getötet (Liebesdrama). Wenn also nicht auch noch die Polizei ohne Waffen rumlaufen soll, dann muss man mit ein paar wenigen Fällen wohl leben.
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Zitat:
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Wenn ich es schon hinnehmen muss, dass ein beruflicher Dauerwaffenträger möglicherweise mit seiner Dienstwaffe Unsinn macht, heißt das noch lange nicht, dass ich auch für Jäger und Sportschützen, bei denen der Umgang mit Waffen "nur" Hobby und Freizeitvergnügen darstellt (Forstbedienstete mal ausgenomen), das gleiche Verständnis aufbringen muss. Ich (und geschätzte 77 Millionen andere Nichtwaffenbesitzer) bekommen sicherlich keine Albträume, wenn morgen alle privaten Waffenbesitzer ihre Eisen abgeben müssten. Bei der Entwaffnung von Polizei, Zoll, Justiz und Armee sähe das wohl schon anders aus.
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| AW: Drohendes Waffenverbot für Sportschützen Zitat:
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Wenn ich mich nicht irre, würde man damit sogar die gleiche Klientel bedienen können, wie bei Waffenverboten für die Allgemeinheit: die Wähler der Grünen und Linken. Ist aber im Grunde alles egal. Die Frage war ja, welche Möglichkeiten der Gesetzgeber hat weitere Verbote durchzusetzen. Und da wird mir angst und bange, nicht nur was Waffen angeht. Gott sei Dank gibt es ein Bundesverfassungsgericht und den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
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