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Ambulanzbrief

Dies ist eine Diskussion zu Ambulanzbrief innerhalb des Forums Verwaltungsrecht / -prozeßrecht

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  #1 (permalink)  
Alt 20.08.2012, 13:23
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Ambulanzbrief

Gibt es eine Möglichkeit, den Inhalt eines Ambulanzbriefes zu beeinflussen? Bzw. unnötige Stellen streichen zu lassen?

Angenommen Jemand hatte einen Unfall, als Radfahrer gegen ein KFZ. Der Fahrer des KFZ trägt laut Aussage der Polizei die Schuld für den Unfall und es wurde eine fahrlässige Körperverletzung aufgenommen. Zum Ablauf nur kurz, der Fahrer und sein KFZ befanden sich hinter einer Leitplanke auf einem Radweg. Auch wenn der Radweg für Radfahrer in beide Fahrtrichtungen freigegeben ist, war er in der "richtigen" Richtung unterwegs. Das KFZ (Sportwagen) stand still mitten auf dem Radweg, er konnte durch die Heckscheibe keinen Fahrer erkennen, bremste ab und wollte langsam links daran vorbei. In diesem Moment fuhr das Fahrzeug los und zog nach links, drängte ihn ab, er überschlug sich mit dem Rad und bremste mit der Schulter auf dem Asphalt..

Der Radfahrer trug Prellungen an den Oberschenkeln, Blutergüsse, Schürf- und Schnittwunden in und an den Händen, Schürfwunden auf der linken Schulter und einen tiefen Schnitt (neurovaskulär) an der rechten Großzehe davon.

Der Radfahrer wurde sodann mit dem Krankenwagen ins nächste Klinikum gefahren. Wo er nach Untersuchung einen Ambulanzbrief mit auf den Weg bekam, aus welchem folgendes hervorgeht:

-----

Diagnose
Multiple Schürfprellungen

Anamnese
Mit RTW hierher, nachdem er als nicht behelmter Radfahrer von einem PKW zu fall gebracht worden seii und über den Lenker abgestiegen sein wäre.

Untersuchung
Kein Anhalt für eine Commotio Cerebra, Schürfungen über der linken Schulter bei freier Beweglichkeit derselben.
Schürfung rechte Großzehe, neurovaskulär o.B.

Befunde
Röntgen rechte Großzehe in 2 Ebenen: keine frischen knöchernen Verletzungen

Therapie
Desinfektion, verband, Clexane bei Immobilisierung --> über Thromboserisiko aufgeklärt

-----

Das liest sich jetzt erst einmal, als ob der Liebe Herr Doktor selbst kein Radfahrer ist, aber selbst einmal einen Radfahrer erfasst hat, und sich daher auf die Seite des KFZ-Führers schlagen möchte.

Oder haben dieser Unterton, und die Informationen darüber, dass er nicht behelmt war (steht bereits in der polizeilichen Ausführung und ist auch irrelevant, da nicht gesetzlich vorgeschrieben) und keine Gehirnerschütterung aufweise, etwas in einem Ambulanzbrief zu suchen? Gehört dort nicht generell rein, was der Radfahrer erlitten hat, und nicht was er nicht erlitten hat?

Da der Fahrer des KFZ den Radfahrer nur beschimpft hat und generell sehr uneinsichtig war, zieht der Radfahrer in Betracht, den Führer des KFZ wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verklagen, hierfür benötigt er natürlich hinreichende Beweise, und ein solch untertriebener Befund wird ihm dabei wohl kaum helfen. Wie ist einem solchen Fall vorzugehen? Wie ist hier die Rechtslage?

Vielen Dank schon mal

Geändert von JackF (20.08.2012 um 13:53 Uhr).
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  #2 (permalink)  
Alt 20.08.2012, 14:05
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AW: Ambulanzbrief

Der Ratschlag bleibt der gleiche: einen Anwalt aufzusuchen, damit der die Höhe des Schadens und eines Schmerzensgeldes beziffert und dies vom Gegner bzw. dessen Haftpflichtversicherung einfordert. Man kann dies auch allein unternehmen, wird aber dann gegen einen gut geölten Rechtsapparat antreten müssen. Die Kosten des Anwalts kann man hier wahrscheinlich ebenso vom Verursacher des Unfalls erstatten lassen.

Ist man mit einer ärztlichen Leistung unzufrieden kann man mit dem Arzt diskutieren oder einen anderen aufsuchen. Den Arzt zwingen, Passagen aus einem Befund zu löschen, wird man nur bei eindeutigen Fehlern können. Dass ein Fahrradfahrer unbehelmt war, ist eine wahre Tatsachenfeststellung. Die Schadenhöhe wird dadurch im vorliegenden Sachverhalt nicht gemindert.

Und weiterhin: nicht die Fotos vergessen.
__________________
"Und was soll ich Dich lehren? Das Müllern - oder auch alles andere?", wollte der Meister wissen.
"Das andere auch", sagte Krabat.
In memoriam Otfried Preußler

Bitte nicht auf PNs reagieren, die unbürokratisch Hilfe bei BtM- und Führerscheinproblemen anbieten! Diese grundsätzlich dem Admin melden.
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  #3 (permalink)  
Alt 21.08.2012, 12:27
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AW: Ambulanzbrief

Zitat:
Zitat von JackF Beitrag anzeigen
Gibt es eine Möglichkeit, den Inhalt eines Ambulanzbriefes zu beeinflussen? Bzw. unnötige Stellen streichen zu lassen?
Nein.
Zitat:
Das liest sich jetzt erst einmal, als ob der Liebe Herr Doktor selbst kein Radfahrer ist, aber selbst einmal einen Radfahrer erfasst hat, und sich daher auf die Seite des KFZ-Führers schlagen möchte.
Nö. Das liest sich so, als hätte der Arzt, wie es seine Pflicht ist, schlicht und einfach die diagnostizierten Verletzungen und seine Therapie dokumentiert, und außerdem - was dazu gehört - die ihm bekannten Umstände über die Entstehung der Verletzungen und den weiteren Ablauf bis zur Ankunft beim Arzt dokumentiert.

Der Umstand, daß der Radfahrer keinen Helm trug, ist sowohl für die Diagnose als auch für eventuelle erst später auftretende Verletzungsfolgen von größter Wichtigkeit. (Man denke nur an mögliche Spätfolgen!)

Zitat:
Da der Fahrer des KFZ den Radfahrer nur beschimpft hat und generell sehr uneinsichtig war, zieht der Radfahrer in Betracht, den Führer des KFZ wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verklagen
Bei einem Verkehrsunfall mit Verletzten leitet die Staatsanwaltschaft grundsätzlich von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung ein.

Bei fahrlässiger Körperverletzung (es hätte alternativ ja auch Vorsatz sein können) und geringen Verletzungen wird das Verfahren dann meist wegen fehlenden öffentlichen Interesses eingestellt, aber der Verletzte kann immer von sich aus Strafantrag stellen.

Zitat:
hierfür benötigt er natürlich hinreichende Beweise, und ein solch untertriebener Befund wird ihm dabei wohl kaum helfen.
Der Befund ist exakt das, was der Geschädigte braucht, um seine Ansprüche zu verfolgen.

Der Befund dokumentiert, welche Verletzung entstanden sind. Dabei handelt es sich hier um "multiple Schürfwunden".

Daß der Radfahrer keinen Helm getragen hat, ist hier völlig ohne Bedeutung, da eh keine Kopfverletzungen diagnostiziert wurden.

Ob bei Kopfverletzungen das "nicht tragen eines Helmes" rechtlich für Schadensersatzansprüche relevant wäre, wage ich nicht einzuschätzen. Da es keine Helmpflicht für Radfahrer gibt, wird es zumindest nicht gerade einfach werden, hier ein "Mitverschulden" zu begründen.

(Aber Vorsicht! Der BGH hat vor Jahren mal einem Autofahrer, der auf einer Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung in einen Unfall verwickelt wurde, eine Teilschuld zugesprochen, weil dieser schneller als mit der "Richtgeschwindigkeit" von 130 km/h unterwegs war und daher aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit ein erhöhtes Unfallrisiko provoziert habe. Oder so ähnlich. Grundsätzlich kann jedenfalls auch ein erlaubtes Verhalten als "leichtsinnig" eingestuft werden.)

Aber diese Frage stellt sich hier ja überhaupt nicht.

Zitat:
Wie ist einem solchen Fall vorzugehen?
Die Antwort auf diese Frage wäre "Rechtsberatung", die zugelassenen Rechtsamwälten vorbehalten ist.

Zitat:
Wie ist hier die Rechtslage?
Zunächst mal wird die Schuldfrage geklärt.

Die scheint hier, laut Polizei, ja eindeutig zu sein. Es steht dem Autofahrer aber natürlich frei, das vor Gericht zu bestreiten. Oder der Haftpflichtversicherung des Autofahrers.

Für die Regulierung von Sachschäden (z.B. am Fahrrad, oder auch Verdienstausfall, Kosten usw.) ist die Haftpfichtversicherung des Fahrzeughalters zuständig.

Dito auch für Schmerzensgeldansprüche des geschädigten Unfallgegners. In der Schmerzensgeldurteilssammlung des OLG Celle findet sich z.B.:

Schürfwunde am Kopf, Prellung linke Schulter und Arm, leichte Verstauchung und Zerrung des HWS, 3 Tage Arbeitsunfähigkeit, 80 %-ige Haftung des Unfallgegners --- 500 Euro Schmerzensgeld

Das ist jetzt rein spekulativ, aber gemessen daran kann es m.E. dann für die vom Arzt befundeten Verletzungen höchstens 200 Euro geben. (Schmerzensgeldsätze sind in Deutschland traditionell niedrig.)

Die Haftpflichtversicherung des Schädigers wird etwas anbieten - und dann kann der Geschädigte entscheiden, ob er das akzeptiert oder mehr verlangt, was er dann allerdings höchstwahrscheinlich vor Gericht durchsetzen muß.

Wenn die Schuldfrage klar ist, lässt man solche Dinge tunlicht von einem auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt erledigen. Den zahlt in diesem Fall die gegnerische Versicherung, und der kennt auch die Schmerzensgeldtabellen, und die Chance, daß eine Versicherung versucht, den Betrag allzu niedrig anzusetzen, ist kleiner, wenn sie mit einem Anwalt korrespondiert anstatt direkt mit dem Geschädigten.
__________________
Was wiegt sechs Unzen, sitzt im Baum und ist äußerst gefährlich? - Ein Sperrling mit einem Maschinengewehr.
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Stichworte
ambulanzbrief, krankenhaus, unfall

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