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Rechtswissenschaften im Zweitstudium (HU Berlin)?

Dies ist eine Diskussion zu Rechtswissenschaften im Zweitstudium (HU Berlin)? innerhalb des Forums Tipps für Erstsemester

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  #1 (permalink)  
Alt 08.06.2009, 11:44
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Exclamation Rechtswissenschaften im Zweitstudium (HU Berlin)?

Hallo,

hoffe, dass ich Euch mit meiner Frage nicht allzu doll nerve und dass sich jemand findet, mir bei meinen doch zuerst recht "merkwürdig" anmutenden Problem zu helfen.

Ich habe vor gut 2 Jahren ein Tiermedizinstudium beendet, und das noch dazu recht erfolgreich. Ein ganz toller Beruf mit echt interessanten Tätigkeiten, nur leider sehe ich es kommen, dass ich auf die Dauer von diesem Beruf nicht leben kann. 800 Euro Brutoverdienst bei 50 Stunden Wochenarbeitszeit, in der man noch nicht mal weiß, wie sie sich verteilt, sind zwar für nen motivierten jungen Menschen kein Problem, der stets darauf hofft, Neues dazuzulernen (was die Chefs leider kaum unterstützen), aber das ganze geht nur soweit gut, wie man noch bei Mama wohnen kann, studentisch krankenversichert ist und keine weiteren Kosten zu tragen hat. Um weiterzukommen, muss man sich vom Markt der vielen anderen Absolventen abheben (zumal in meinem Fall noch eine Ortsgebundenheit dazukommt), in Form von Spezialisierungen und Marktlücken. Da man als Tierarzt aufgrund der aktuellen Sachlage z.B. im Arzneimittelrecht sowieso stets mit einem Fuß vor der Staatsanwaltschaft steht (Originalton eines Dozenten), wäre es also gar nicht so schlecht, diese Chance zu nutzen und sozusagen als Insider die Kollegenschaft juristisch zu beraten. Da mir das Jonglieren mit Paragraphen und Gesetzen schon immer recht viel Spaß gemacht hat, ich dem abstrakten Denken nicht ganz abgeneigt bin und auch in meiner Verwandtschaft und Bekanntschaft für sämtliche schriftliche Kommunikation zu Rechtsproblemen zuständig war, spiele ich mit dem Gedanken, als Zweitstudium ein Jurastudium zu wählen, um damit a) m,einen eignen Horizont zu erweitern und b) mir bessere berufliche Chancen zu sichern. Ich hoffe, das ist nachvollziehbar und ich ernte jetzt keine gehässigen Kommentare wie "die will doch nur den Abiturienten den Studienplatz wegnehmen!"

Fakt ist, dass 3 % aller Studienplätze (zumindest an der HU Berlin) für ein Zweitstudium nach einem Punktesystem vergeben werden. Ich hätte nach diesem Puntesystem mindestens eine Messzahl von 5, hat jemand Erfahrung damit, ob diese reicht, überhaupt einen Studienplatz zu bekommen?

Auf dem Zulassungantrag für ein Zweitstudium muss ich die beruflichen Gründe für dieses angeben. Hat jemand mit solchen Formulierungen schon Erfahrungen gemacht, gibt es besonders griffige Formulierungen, die dort gerne gelesen werden (betrifft die HU Berlin)?

Wie sieht es mit der Zeiteinteilung während des Studiums aus? Mein Studium war recht verschult, mit Anwesenheitspflicht an jedem Wochentag, im ersten Semester auch Sonnabends. Dieses wäre für mich mit einem Zweitstudium natürlich nicht machbar, muss ja meinen Lebensunterhalt verdienen und wäre deswegen darauf angewiesen, möglichst viel nach Feierabend (da ist, glaub ich, an der Uni auch nix mehr los...) und in "Heimarbeit" zu machen. Ist sowas prinzipiell möglich? Habe gelesen, dass es unter Euch recht viele zu geben scheint, die nie eine Vorlesung besucht haben...

Wie ist der Ablauf des Studiums und das allgemeine "Klima", speziell an der HU Berlin? Damit meine ich nicht die vielen Dinge, die auf der offiziellen Homepage stehen, sondern Dinge wie Studienorganisation, Verhältnis zu den Dozenten, Arbeitsgruppengröße usw? Gibt es an der HU evtl. die Möglichkeit, sich als stiller Zuhörer in einen Kurs mit hineinzusetzen?

Wie sieht es mit den Abschlüssen eines Jura-Studiums aus? Nach 8 Semestern macht man die 1. Staatsprüfung, dann folgen das Referendariat und die 2. Staatsprüfung. Da ich allerdings nicht als Anwalt o.ä. arbeiten möchte, sondern das ganze als Beratertätigkeit mit meinem bisherigen Beruf verknüpfen möchte, erachte ich es nicht unbedingt als notwendig, diese gesamte Laufbahn durchzuziehen. Hat man nur mit Bestehen des 1. Staatsexamens auch schon berufliche Chancen in dieser Hinsicht? Oder ist das Referendariat und die 2. Staatsprüfung zwingend notwendig?

So, das waren zunächst mal meine Fragen, ich hoffe sehr, dass Ihr mit den Antworten darauf ein wenig mehr Klarheit in meinem Kopf bis zum Ende der Bewerbungsfrist schafft.

Vielen Dank schon mal im Voraus für Eure Mühe!
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  #2 (permalink)  
Alt 16.07.2009, 21:57
Cay Cay ist offline
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AW: Rechtswissenschaften im Zweitstudium (HU Berlin)?

Hey!

Also ich habe (zwar nicht an der HU Berlin) aber woanders gerade ein Doppelstudium am Laufen. Eines meiner Fächer ist Jura. Das macht sich ganz gut, weil es

keine Anwesenheitspflicht gibt
es total anonym ist, d.h. keiner merkt wenn du nie da bist
der größte Arbetisanteil auf Selbststudium liegt
und man zuhause doppelt so schnell liest wie ein Prof in der Vorlesung reden kann.

Allerdings solltest du dir in den ersten 3 Semestern etwas mehr Zeit für dein Studium nehmen, da hier erstens die Grundlagen gelegt werden und zweitens, wenn du bis zum 4. Semester bestimmte Scheine nicht hast, kriegst zu deine Zwischenprüfung nicht und wirst exmatrikuliert.

Später (so im 5. Semester wenn du wirklich gut bist, sonst auch gern später) kannst du einen Schwerpunkt wählen. Für dich wäre es vielleicht ganz gut einen Schwerpunkt im Bereich Medizinrecht zu machen. Da würde ich mich vorher mal auf den Homepages der Unis informieren wo es sowas gibt!

Grudstäzlich kann man auch schon nach dem 1. Staatsexamen irgendwas arbeiten. Du darfst dann aber keine verbindlichen Rechtsauskünfte erteilen, weil du ja kein Anwalt bist. Insofern könnte das schwierig werden mit der Rechtsberatung. Die Vorbereitung auf das erste Staatsexamen ist übrigens immens zeitaufwändig. Rechne ein Jahr in dem du für NICHTS anderes Zeit hast. (Das ist mein Ernst). Das könnte eng werden, wenn du in der Zeit vollzeit arbeiten willst. Auf der anderen Seite kommt es auf die Examensnote ja nicht so an, wenn du sich selbständig machst, insofern würde es u.U. reichen, wenn du nur so viel lernst, dass es zum bestehen reicht (Aber auch das gelingt bei Weitem nicht allen).

So ich hoffe das beantwortet schonmal ein paar deiner Fragen!

Gruß
Cay


Zitat:
Zitat von genie_im_chaos
Hallo,

hoffe, dass ich Euch mit meiner Frage nicht allzu doll nerve und dass sich jemand findet, mir bei meinen doch zuerst recht "merkwürdig" anmutenden Problem zu helfen.

Ich habe vor gut 2 Jahren ein Tiermedizinstudium beendet, und das noch dazu recht erfolgreich. Ein ganz toller Beruf mit echt interessanten Tätigkeiten, nur leider sehe ich es kommen, dass ich auf die Dauer von diesem Beruf nicht leben kann. 800 Euro Brutoverdienst bei 50 Stunden Wochenarbeitszeit, in der man noch nicht mal weiß, wie sie sich verteilt, sind zwar für nen motivierten jungen Menschen kein Problem, der stets darauf hofft, Neues dazuzulernen (was die Chefs leider kaum unterstützen), aber das ganze geht nur soweit gut, wie man noch bei Mama wohnen kann, studentisch krankenversichert ist und keine weiteren Kosten zu tragen hat. Um weiterzukommen, muss man sich vom Markt der vielen anderen Absolventen abheben (zumal in meinem Fall noch eine Ortsgebundenheit dazukommt), in Form von Spezialisierungen und Marktlücken. Da man als Tierarzt aufgrund der aktuellen Sachlage z.B. im Arzneimittelrecht sowieso stets mit einem Fuß vor der Staatsanwaltschaft steht (Originalton eines Dozenten), wäre es also gar nicht so schlecht, diese Chance zu nutzen und sozusagen als Insider die Kollegenschaft juristisch zu beraten. Da mir das Jonglieren mit Paragraphen und Gesetzen schon immer recht viel Spaß gemacht hat, ich dem abstrakten Denken nicht ganz abgeneigt bin und auch in meiner Verwandtschaft und Bekanntschaft für sämtliche schriftliche Kommunikation zu Rechtsproblemen zuständig war, spiele ich mit dem Gedanken, als Zweitstudium ein Jurastudium zu wählen, um damit a) m,einen eignen Horizont zu erweitern und b) mir bessere berufliche Chancen zu sichern. Ich hoffe, das ist nachvollziehbar und ich ernte jetzt keine gehässigen Kommentare wie "die will doch nur den Abiturienten den Studienplatz wegnehmen!"

Fakt ist, dass 3 % aller Studienplätze (zumindest an der HU Berlin) für ein Zweitstudium nach einem Punktesystem vergeben werden. Ich hätte nach diesem Puntesystem mindestens eine Messzahl von 5, hat jemand Erfahrung damit, ob diese reicht, überhaupt einen Studienplatz zu bekommen?

Auf dem Zulassungantrag für ein Zweitstudium muss ich die beruflichen Gründe für dieses angeben. Hat jemand mit solchen Formulierungen schon Erfahrungen gemacht, gibt es besonders griffige Formulierungen, die dort gerne gelesen werden (betrifft die HU Berlin)?

Wie sieht es mit der Zeiteinteilung während des Studiums aus? Mein Studium war recht verschult, mit Anwesenheitspflicht an jedem Wochentag, im ersten Semester auch Sonnabends. Dieses wäre für mich mit einem Zweitstudium natürlich nicht machbar, muss ja meinen Lebensunterhalt verdienen und wäre deswegen darauf angewiesen, möglichst viel nach Feierabend (da ist, glaub ich, an der Uni auch nix mehr los...) und in "Heimarbeit" zu machen. Ist sowas prinzipiell möglich? Habe gelesen, dass es unter Euch recht viele zu geben scheint, die nie eine Vorlesung besucht haben...

Wie ist der Ablauf des Studiums und das allgemeine "Klima", speziell an der HU Berlin? Damit meine ich nicht die vielen Dinge, die auf der offiziellen Homepage stehen, sondern Dinge wie Studienorganisation, Verhältnis zu den Dozenten, Arbeitsgruppengröße usw? Gibt es an der HU evtl. die Möglichkeit, sich als stiller Zuhörer in einen Kurs mit hineinzusetzen?

Wie sieht es mit den Abschlüssen eines Jura-Studiums aus? Nach 8 Semestern macht man die 1. Staatsprüfung, dann folgen das Referendariat und die 2. Staatsprüfung. Da ich allerdings nicht als Anwalt o.ä. arbeiten möchte, sondern das ganze als Beratertätigkeit mit meinem bisherigen Beruf verknüpfen möchte, erachte ich es nicht unbedingt als notwendig, diese gesamte Laufbahn durchzuziehen. Hat man nur mit Bestehen des 1. Staatsexamens auch schon berufliche Chancen in dieser Hinsicht? Oder ist das Referendariat und die 2. Staatsprüfung zwingend notwendig?

So, das waren zunächst mal meine Fragen, ich hoffe sehr, dass Ihr mit den Antworten darauf ein wenig mehr Klarheit in meinem Kopf bis zum Ende der Bewerbungsfrist schafft.

Vielen Dank schon mal im Voraus für Eure Mühe!
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  #3 (permalink)  
Alt 16.07.2009, 21:58
Cay Cay ist offline
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AW: Rechtswissenschaften im Zweitstudium (HU Berlin)?

Achja und diese Sache mit Abiturienten den Platz wegnehmen: Es gibt an jeder Uni eine Quote für Zweitstudienbewerber (meist 2%), d.h. du bist in der Auswahl von den Abiturienten völlig getrennt und nimmst keinem was weg.
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  #4 (permalink)  
Alt 24.08.2009, 07:24
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AW: Rechtswissenschaften im Zweitstudium (HU Berlin)?

Hallo,
vielen dank für Deine Antwort, das stimmt mich ja nun schon mal etwas zuversichtlicher. Habe inzwischen meinen Zulassungsbescheid erhalten, bin mir aber immer noch etwas unschlüssig, vor allem, weil ich an der anderen Uni noch ein Promotionsstudium zu laufen habe. Darf man überhaupt an 2 Unis immatrikuliert sein? Warte auf weitere Antworten, die etwas Ordnung in mein Chaos bringen könnten.
Viele Grüße,
genie_im_chaos
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