Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall

Dieses Thema "Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall - Versicherungsrecht" im Forum "Versicherungsrecht" wurde erstellt von aelekk, 24. April 2012.

  1. aelekk

    aelekk Neues Mitglied 24.04.2012, 14:26

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    Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall

    Angenommen Person A streift mit seinem Wagen den Wagen von Person B. Es entsteht ein kaum sichtbarer Schaden. Im Polizeibericht wird der Schaden auf maximal 200€ beziffert. Person B reicht bei der Versicherung von Person A 900€ Reparaturkosten ein und verlangt zusätzlich 600€ zur Deckung von Kosten für einen Mietwagen.

    Frage1:
    Bietet der Polizeibericht mit Schätzung des Schadens eine Rechtsgrundlage zur Anfechtung der Reparaturkosten?
    Frage 2:
    Wie kann im nachhinein festgestellt werden, ob die Reperaturkosten die Verhältnisäßigkeit überschreiten oder nicht, wenn von vornerein die Beauftragung eines Gutachters wegen Wahrung der selbigen ausgeschlossen ist?
    Frage 3:
    Besteht für Person Anspruch auf einen Eersatzwagen, auch wenn die Verkehrtauglichkeit nicht beinträchtigt ist?

    Viel Spaß beim Diskutieren und VG,

    Aelekk
  2. Kataster

    Kataster V.I.P. 24.04.2012, 14:50

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    AW: Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall

    Allenfalls einen Anhaltspunkt. Oder werden in der Polizeiwache Fahrzeuge repariert und lackiert? ;)

    Scherz beiseite, das verlangt spezielle Kenntnisse. 3 kaum sichtbare Dellen, die der Beulendoktor nicht spurlos rausdrücken kann, weil sie an der C-Säule und dem Türfalz liegen, kosten locker mal 900€.


    Die Frage ist die Antwort schon fast. Ohne vorheriges Gutachten ist das unmöglich. Man stelle diese Frage einem Gutachter, einem Karosseriebauer und einem Lackierer - die werden nur dumm gucken oder lachen.

    Sicher, aber nur für die Dauer der Reparatur. Das dürfte hier mit 3 Tagen schon sehr sorfältige Arbeit sein, kann aber wegen der Arbeitsschritte gut sein. Man wundert sich vielleicht über den Tagessatz, einige Vermieter scheinen erstaunliche Steigerunggsätze für Schadensfälle zu haben, wie man hier kürzlich nachlesen konnte.

    Dazu: http://www.juraforum.de/forum/aktuelle-juristische-diskussionen-und-themen/mietwagenkosten-394588

    Die Gegenseite wäre also verpflichtet, die Kosten Mietwagen gering zu halten. Teilt man fiktive 600€ durch den Steigerungsatz 4, so landet man von Phantasiepreisen wieder bei Reellem! :)

    Edit: Ich hatte damals die kaum sichtbaren Dellen behalten, auf Mietwagen verzichtet und das Geld genommen.
  3. Kataster

    Kataster V.I.P. 24.04.2012, 15:15

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    AW: Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall

    Das kenne ich auch nur so. Ein verdeckter Schaden kann auch Tausende kosten, da ist es unerheblich, wenn der Polizeibeamte 100€ geschätzt hat.
  4. macyanni

    macyanni V.I.P. 01.05.2012, 21:40

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    AW: Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall

    Hm, meine Frau hatte mal einen Zusammenstoß, den man praktisch nicht gesehen hat. KV über 1100 €. Ich habe gemault und der Versicherer hat Gutachter geschickt. Dessen Ergebnis: 1100 €. Das erscheint zwar unfair, ist aber deutsches Recht. Der Gesetzgeber könnte gegen diese scheinbare Material- und Ressourcenverschwendung vorgehen, macht er aber nicht. Die meisten stecken die Kohle ein. Ziemlich ärgerlich. Smiley Mac
  5. RKG

    RKG Star Mitglied 04.05.2012, 10:08

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    AW: Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall

    Einseitig betrachtet sicherlich.
    Der AS hat jedoch definitiv einen Schaden und betrachtet man dass der AS später z. B. ein neues Auto kaufen möchte, wird der Händler den Preis für das beschädigte Auto entsprechend reduzieren.
    Ob das dann wie hier die 1100 € sind hängt sicher von vielen anderen Faktoren ab.

    Neutral betrachtet würden es aber letztlich die 1100 € sein.

    Nicht zu diskutieren ist, dass man sich anders verhält, wenn man den Schaden selbst verschuldet hat und man sich dann über die Kosten erst einmal selbst Gedanken machen muss, da es den eigenen Geldbeutel betrifft.
  6. Kataster

    Kataster V.I.P. 04.05.2012, 14:19

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    AW: Verhältnismäßigkeit bei Reparaturkosten nach Unfall

    Es gibt nun mal Leute, die wollen jeden Kratzer auch tatsächlich spurlos entfernt haben. Warum auch nicht rechtlich? Sollen die das Geld kriegen und die, die den Kratzer drin lassen oder Klarlack drauftun, sollen nichts bekommen? Von der Beurteilung der Hinnehmbarkeit von optischen Beeinträchtigungen wollen wir mal gar nicht reden...

    Die Regulierung ist nach deutschem Recht. Und jedem zugänglich und wird auch von allen über die Versicherung bezahlt. Von daher ist das doch in Ordnung. Wer das erhaltene Geld nicht will, kann es doch spenden nach seinem Gutdünken.
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