Veranstalter verpasst Stornotermin | Stornokosten ohne AGBs

Dieses Thema "Veranstalter verpasst Stornotermin | Stornokosten ohne AGBs - Reiserecht" im Forum "Reiserecht" wurde erstellt von reisender, 27. Juni 2007.

  1. reisender

    reisender Boardneuling 27.06.2007, 18:58

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    Veranstalter verpasst Stornotermin | Stornokosten ohne AGBs

    Ich nehme folgenden Sachverhalt an und würde hierzu gerne meine Meinung diskutieren:

    Reiseveranstalter A schließt einen Vertrag mit Hotel XY.

    Vertragsbestandteile sind u.a. Anzahl der Einzelzimmer (EZ) und Anzahl der Doppelzimmer (DZ) sowie die Stornobedingungen, nachdem der Veranstalter bis 6 Wochen vor Reisebeginn die Zimmer kostenfrei stornieren kann. Danach würde nach "gesetzlichen Stornofristen" verfahren.

    Der Veranstalter benötigt die Hälfte des Kontingents, informiert das Hotel hierüber aber erst 3 Tage vor Termin.
    Der Veranstalter überbucht aber den EZ Anteil seiner Reservierung.

    Der Hotelier verlangt nach der Reise für die überbuchten EZ den Kurs für DZ und droht im nachhinein mit der Geltendmachung von Stornokosten für die nicht in Anspruch genommenen Zimmer.

    Der mitgereiste Reiseleiter wurde bei Ankunft ausquartiert, weil das Hotel ausgebucht war.

    Meine Meinung:
    + Der Hotelier hätten den Veranstalter vor Reisebginn (3 Tage) über seine "Mehrberechnung" informieren müssen. So hätte der Veranstalter nach anderen für Ihn günstigeren Lösungen suchen können.

    + Eine gesetzlliche Stornofrsit gibt es nicht. Wenn nicht anders geregelt gilt das Mietrecht, hier § 537 BGB, nach dem der Hotelier eine anderweitige Verwertung mit dem entstanden Schaden verrechnen muß.
    Das Haus war aber nachweislich mit Individualgästen (höherer Preis) ausgebucht.

    Welche Meinungen finden sich im Forum?
  2. mosaik

    mosaik Senior Mitglied 28.06.2007, 08:40

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    AW: Veranstalter verpasst Stornotermin | Stornokosten ohne AGBs

    Meiner Meinung nach hätte der Hotelier keine Informationspflicht, wenn Stornobedingungen vertraglich festgelegt waren. Man wusste ja, was geschieht, wenn man storniert.

    Allerdings ist hier eine andere Frage wichtiger: Waren denn Stornogebühren auch bei einer Verringerung des Kontingents vereinbart? Wenn nämlich hierüber keine Vereinbarung getroffen wurde, trifft meines Erachtens eine "Stornierung" ja gar nicht zu. Schließlich wurde die Hälfte der vereinbarten Zimmer in Anspruch genommen.

    Nein, hier greift nicht das Mietrecht, sondern es liegt ein Beherbungsvertrag vor. Für Beherbergungsverträge gelten in Deutschland eigene "Allgemeine Bestimmungen". Allerdings muss auch ein Hotelier Schadensminderung betreiben, das heißt, aktiv versuchen, leer bleibende Zimmer zu vermieten. Und kann natürlich auch nur jenen Schaden verlangen, der ihm tatsächlich durch Schlechtervermietung oder Leerbleiben entstanden ist.

    Wenn also das Haus nachweislich für den gesamten Aufenthalt der Gruppe ausgebucht war, hat der Hotelier keinen gesetzlichen Anspruch auf Stornogebühren.

    Auch kann er nicht einwenden, da er die zugesagten Einzelzimmer anderwertig vermietet hat, nun eine (möglicherweise vereinbarte) Aufzahlung für Doppelzimmer zur Einzelbelegung zu verrechnen.

    Aber Vorsicht: man muss nachweisen können, dass das Hotel tatsächlich ausgebucht war.

    Gruß
    Peter
  3. reisender

    reisender Boardneuling 28.06.2007, 11:24

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    AW: Veranstalter verpasst Stornotermin | Stornokosten ohne AGBs

    Wurde missverstanden. Die Informationspflicht bezieht sich auf die Mehrberechnung für die "Überbuchten" Einzelzimmer.

    Bei geringer Abweichung sehe ich das auch so. Bei einer Abweichung von 50% ist dieser Ansatz aber schwierig. Von einer geringfügigen Kontingentreduzierung kann ja nicht mehr die Rede sein.


    Beherbergungsvertrag ist korrekt. Nur was wenn strittige Punkte nicht gereglt sind? Welche "Allgemeinen Bestimmungen" sollen dann gelten. Es gibt Empfehlungen der DEHOGA, die aber Regional unterschiedlich sind. Rechtsverbindlich sind diese dann aber nicht.

    Zugesagt war eine geringere Anzahl von Einzelzimmern. Der Veranstalter im angenommenen Fall, überbucht quasi sein EZ-Kontingent. Der Veranstalter geht aber nur von einer Berechnung als Ez aus, erhält aber nach der Reise eine Rechnung über DZ zur Alleinbenutzung. Hätte das Hotel den Veranstalter hierüber nicht vor Reisebginn informieren müssen?
  4. mosaik

    mosaik Senior Mitglied 28.06.2007, 14:10

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    AW: Veranstalter verpasst Stornotermin | Stornokosten ohne AGBs

    Lass mich mal so antworten - pauschal: nach den mir bekannten Gesetzeslagen in Deutschland gibt es überhaupt keine kostenfreie Auflösung eines geschlossenen Beherberungsvertrages. Wenn hier also nicht ein einheitlich für alle in Deutschland geltende Bestimmung vorhanden ist (Genaueres könnte ich erst am Wochenende zu Hause wieder überprüfen) fiele mangels anders lautender Vereinbarungen die vollen Kosten für alle Zimmer an, sofern man nicht beweisen kann, dass das Hotel ausgebucht war.

    Natürlich wäre es meines Erachtens korrekter gewesen, hätte der Hotelier drei Tage vorher noch angerufen und gesagt: pass auf, ich kann die Einzelzimmer noch verkaufen, nicht aber die Doppelzimmer zur Alleinbenützung. Ich verlange keine Stornogebühren, dafür musst du die Mehrkosten für die DZ = EZ schlucken...

    Hat er aber nicht.

    Ich mache das in der Praxis immer so: bei Anfrage frage ich gleich mit, bis wann ich KOSTENFREI komplett stornieren kann. Dann melde ich mich zu diesem Termin mit meinem bisherigen Verkauf und vereine Weiteres: bis wann kann ich nochmals kostenfrei Zimmer zurück geben usw. Auf der anderen Seite vereinbare ich mit meinen Kunden immer schriftlich fixe Stornosätze.

    Bin ich dann knapp vor dem Termin und ein Kunde storniert und das Hotel besteht auf den Gebühren, bin ich meist aus dem Schneider mit meinen vom Kunden verlangten Stornogebühren.

    Gruß
    Peter
  5. reisender

    reisender Boardneuling 28.06.2007, 15:43

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    AW: Veranstalter verpasst Stornotermin | Stornokosten ohne AGBs

    Recht hast Du.

    Der von Dir angesprochene Stornotermin bestand ja auch.
    Schade nur, wenn der Veranstalter in dem von mir beschriebenen, imaginären Fall, den Stornotermin verschläft.

    Ansonsten ist Deine Praxis wohl die übliche.

    Wie verhält es sich mit einem noch nicht behandelten Aspekt:

    Der Hotelier droht im Nachhinein mit der Berechnung von Stornokosten.

    Hätte ein solcher Hinweis nicht zeitnah erfolgen müssen. Dem Veranstalter wurde somit keine Möglichkeit gegeben den Schaden (Leerstand und folgliche Stornokosten) in Eigenregie zu minimieren? (Weiterverkauf über Agenturen, ebay... - außerhalb einer ausgeschriebenen Reise, also nur Hotel. Möglicherweise zu Dumpingpreisen...)

    Gruß,

    Ines
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