unterhaltszahlungen bei privater insolvenz

Dieses Thema "unterhaltszahlungen bei privater insolvenz - Familienrecht" im Forum "Familienrecht" wurde erstellt von marie, 29. April 2005.

  1. marie

    marie Neues Mitglied 29.04.2005, 13:36

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    unterhaltszahlungen bei privater insolvenz

    hallo alle zusammen!

    folgender fall:
    vater zweier kinder (8 und 11 jahre alt), wohnend und arbeitend in österreich, angemeldet in deutschland, hat anfang letzten jahres private insolvenz angemeldet. der insolvenzanwalt hat seinen sitz in deutschland.
    die mutter lebt in deutschland, die kinder leben bei ihr.
    der vater zahlt seit fast einem jahr keinen kindesunterhalt mehr.
    frage: wie hoch ist der eigenbedarf des vaters und hat die zahlung des kindesunterhaltes vorrang,
    gegenüber den anderen verpflichtungen des vaters?
    zu welchen auskünften ist der insolvenzverwalter der mutter gegenüber verpflichtet?
    kann die mutter -trotz insolvenz des vaters- versuchen zu vollstrecken?

    der vater wohnt in einer "eheähnlichen gemeinschaft". hat das einen einfluss auf seinen eigenbedarf ?

    vielen dank im vorraus und mit vielen lieben grüßen

    marie :confused:
  2. Huutsch

    Huutsch V.I.P. 02.05.2005, 08:21

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    AW: unterhaltszahlungen bei privater insolvenz

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob sich das alles großartig ändert, ob nun der Mann in A oder D wohnt, ich meine zumindest, daß das keine großen Unterschied macht.

    Wenn der Mann keinen Unterhalt mehr zahlt (zahlen kann) dann sollte sich die Frau an das Jugendamt/Sozialamt wenden, diese übernehmen die Pflichten und greifen dann auf den Mann zurück, natürlich nur, woseit er leistungsfähig ist.

    Ich bin mir nicht sicher, aber Unterhaltsansprüche fallen, meines Erachtens, nicht unter eine private Insolvenz.

    Zu den Fragen:
    - der Eigenbedarf ist individuell, hier kann niemand eine verbindliche Auskunft geben, der keine genauen Zahlen kennt.
    Anhaltspunkt bietet die sog. Düsseldorfer Tabelle.
    - Meines Wissens geht die Unterhaltsberpflichtung vor den anderen Verpflichtungen, sie erhöhen sich ja auch weiterhin, während keine weiteren anderen Schulden mehr gemacht werden dürfen.
    - Der Insolvenzverwalter hat meines Erachtens gar nichts mit der Auskunft gegenüber der Frau zu tun, Verpflichtet zur Auskunft ist der Mann gegenüber der Frau.
    Für den Insolvenzverwalter ist die Unterhaltsverpflichtung nur in sofern wichtig, weil es den Eigenbedarf des Mannes gegenüber der anderen Gläubigern erhöht. (es muß ihm mehr gelassen werden, damit er seinen Unterhaltsverpflichtungen nachkommen kann.)
    - Ich denke, daß die Frau auch vollstrecken kann, nur wird sie, wg. der Insolvenz da nicht viel holen können, ich empfehle nach wie vor, sich den Unterhalt über das Jugendamt/Sozialamt zu holen, sollen die sich darum kümmern, ob sie Geld beim Mann bekommen können oder nicht.
    - Eine eheähnliche Gemeinschaft hat in der Tat einen Einfluß auf den Eigenbedarf.
    Die Partnerin ist zwar nicht unterhaltspflichtig gegenüber Mann oder seinen Kindern, aber teilweise verringern sich Kosten, z.B. die Miete kann geteilt werden, und somit sein Eigenbedarf niedriger sein.

    Alle Unterhaltsfragen sind aber so individuell, daß eine Rechtsberatung bei einem (Fach-)Anwalt und/oder Beratungsgespräche bei Jugend-/Sozialamt anzuraten sind.

    Alle Angaben ohne Gewähr.

    Gruß
    Huutsch
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