Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

Dieses Thema "Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität? - Strafrecht / Strafprozeßrecht" im Forum "Strafrecht / Strafprozeßrecht" wurde erstellt von Nane91, 30. Juli 2011.

  1. Nane91

    Nane91 Boardneuling 30.07.2011, 16:44

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    Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    A begeht vorsätzlich eine gefährliche Körperverletzung an B. B kommt bewusstlos ins Krankenhaus, wo Arzt C sie operiert. Arzt C dosiert jedoch fahrlässig ein Medikament falsch. B stirbt. Mitursächlich für den Tod ist jedoch, dass Arzt D der A vorher ein nicht zugelassenes Dopingmittel verabreicht hat, welches jedoch nicht unmittelbar gesundheitlich gefährdet gewesen wäre.
    Wie ist die Strafbarkeit der A?

    §224 (+), aber §227? Ist das ein atypischer Kausalverlauf? Das fahrlässige handeln des C ist A wohl zuzurechnen. Aber das des D? Ist der Kausalverlauf unterbrochen? Die Handlung des D findet ja bereits vor der Körperverletzung der A an B statt. Oder fehlt es am tatbestandsspezifischen Gefahrzusammenhang (§227)?
    Zuletzt bearbeitet: 30. Juli 2011
  2. *YI*

    *YI* Aktives Mitglied 30.07.2011, 17:25

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    AW: Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    Meiner Meinung nach, ergibt ihr geschilderter Sachverhalt - absolut - keinen Sinn & ich vermag auch nicht zu verstehen worauf sie hinauswollen:

    Also kann B sich nicht mehr strafbar machen!


    Was?!


    B ist tot, weil C falsch dosierte. Wie kann einem - nakotisierten - Patienten, das fahrlässige Handeln des operierenden Arztes zugerechnet werden?!
  3. AlicBinder

    AlicBinder Forum-Interessierte(r) 30.07.2011, 18:34

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    AW: Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    Ich verstehe es auch nicht. Es müsste nocheinmal sauber der reine Sachverhalt so genau wie möglich geschildert werden. ZB ist unklar, wie ein von D dem A verabreichtes Dopingmittel zum Tod des B geführt haben soll?
  4. Nane91

    Nane91 Boardneuling 30.07.2011, 22:01

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    AW: Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    Sry, ich habe den Sachverhalt geändert.
    D ist der Sportarzt der B. Es verabreicht ihr ein nicht zugelassenes Dopingmittel, das alleine nicht die Gesundheit oder gar das Leben der B gefährdet.
    Nun begeht aber A an B eine gefährliche Körperverletzung. B kommt ins Krankenhaus. Dort stirbt sie während der OP, da Arzt C ein Medikament falsch dosiert hat. Im Sachverhalt steht: "Mitursächlich ist die Vergabe des Dopingmittels durch D an B". B wäre zu 15% auch bei richtiger Dosierung des C vor der OP gestorben.

    A ist gem §§223,224 StGB strafbar. Aber kommt auch eine Körperverletzung mit Todesfolge in Betracht? Das fahrlässige Dosieren des C (Dazwischentreten eines Dritten in den Kausalverlauf) kann A meiner Meinung nach zugerechnet werden, da es lediglich fahrlässig ist. Aber wie soll ich das Verhalten des D einordnen?
  5. *YI*

    *YI* Aktives Mitglied 31.07.2011, 15:06

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    AW: Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    Servus,

    :danke:


    Das sehe ich anders:

    Ein Erfolg ist dem Täter objektiv zurechenbar, wenn dieser (1.) eine rechlich missbilligte Gefahr für ein geschütztes Rechtsgut geschaffen und (2.) sich diese Gefahr im konkreten tatbestandsmäßigen Erfolg realisiert hat.

    Vorliegend hat - so weit, wie ich es zu deuten vermag - der A durch die gefährliche Körperverletzung die rechtlich missbilligte Gefahr des Todes für B geschaffen, die zu 15% hätte eintreten können:

    Da aber die B
    , starb, hat sich die von A rechtlich missbilligte Gefahr des Todes nicht im konkreten tatbestandsmäßigen Erfolg realisiert.

    Es ist - meines erachtens - nämlich gerade nicht typisch, dass eine in ein Krankenhaus gelieferte verletzte Person, durch einen Behandlungsfehler des leitenden Arztes stirbt, da dieser zuvor ein illegal verabreichtes Dopingmittel gespritzt wurde:


    Auch der BGH tendiert dazu, den Zurechnungszusammenhang in Frage zu stellen, soweit ein grober Behandlungsfehler des leitenden Arztes vorliegt:

    Vgl. BGH (NStZ 2009, 92, 93), Aktenzeichen: 3 StR 190/08


    Folglich ist der Tod der B dem A nicht objektiv zurechenbar, da dieser Erfolg völlig außerhalb dessen liegt, was nach allgemeiner Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Verlauf der Dinge noch in Rechnung zu stellen ist.

    Dahingehend scheidet mithin eine Strafbarkeit aus § 227 StGB aus.

    LG
  6. Nane91

    Nane91 Boardneuling 31.07.2011, 17:14

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    AW: Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    Vielen, vielen Dank für die Antwort!

    Zunächst eine andere Frage zu §227: Es handelt sich ja um einen erfolgsqualifizierten Delikt.
    Mein Lehrbuch schlägt folgenden Aufbau vor:
    1.Verwirklichung des Grunddelikts
    2. Eintritt der besonderen Tatfolge
    3. Kausalität und objektive Zurechnung
    4.Tatbestandsmäßiger Gefahrzusammenhang
    Usw…

    Teilweise habe ich allerdings auch gesehen, dass man zunächst nur die Kausalität prüft um die objektive Zurechnung dann im Rahmen des tatbestandsmäßigen Gefahrzusammenhangs zu prüfen.
    Nun frage ich mich, ob dieser Aufbau nicht besser ist? Immerhin ist ja der tatbestandsmäßige Gefahrzusammenhang eine besondere Form der objektiven Zurechnung. Würde ich meinen Aufbau folgen und die Kausalität verneinen könnte ich dem Korrektor nicht mehr „zeigen“, dass ich weiß, was mit diesem Gefahrzusammenhang gemeint ist…

    Oder hat dieser Gefahrzusammenhang nicht wirklich etwas mit der objektiven Zurechnung zu tun?

    Nun zu deiner Antwort:
    Wenn Arzt C nicht grob fahrlässig handelt kommt die h.M. zu dem Schluss, dass der Kausalverlauf nicht unterbrochen ist. Außerdem ist das fahrlässige Falsch-Dosieren nicht atypisch, da es nicht außerhalb des Vorhersehbaren liegt.

    Findet du es wirklich atypisch, dass ein Arzneimittel (das Doping) mit einem fahrlässig zu hoch dosierten Medikament reagiert (ist im Sachverhalt nicht so genau geschrieben) und daher zum Tod führt? Es kommt doch relativ häufig vor, dass irgendwelche (zuvor eingenommenen) Medikamente mit einem Narkosemittel o.ä. reagieren?
    Immerhin wird als atypischer Kausalverlauf immer das Einschlagen des Blitzes bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist ja wirklich verschwindet gering..
    Aber ab wann ist ein Kausalverlauf schon atypisch?

    Ich habe auch zuerst an einen atypischen Kausalverlauf gedacht, bin mir aber total unsicher… Spätestens beim tatbestandsspezifischen Gefahrzusammenhang würde ich ohnehin dazu kommen, dass B nicht gem. §227 strafbar ist. Nur schneide ich mir da nicht selbst ein Problem ab? (Klausurtaktisch gedacht)

    Nochmal zur Verdeutlichung: D hat B ein Dopingmittel verabreicht. Nach den Schlägen der A kommt B ins Krankenhaus. Arzt C Dosiert ein Medikament falsch. Daher ist B der Operation nicht gewachsen und stirbt. Mitursächlich für den Tod der B ist das Dopingmittel, das von D verabreicht würde. Hätte Arzt C das Medikament richtig dosiert wäre B dennoch (aufgrund der Dopingmittel) zu 15% gestorben. Die Dopingmittel allein (also ohne OP etc.) ist nicht gesundheitsschädlich. Ist A wegen §227 strafbar?

    Vielen Dank im Voraus :)
  7. *YI*

    *YI* Aktives Mitglied 01.08.2011, 12:56

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    AW: Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    :bitte:


    Ich denke, beiden Prüfungsvarianten kann gefolgt werden. Ist also Geschmacksache.
    Ich persönlich bevorzuge aber den 1. - also gesonderte Prüfung der objektiven Zurechnung und des tatbestandsspezifischen Gefahrzusammenhangs.
    Dadurch bleibe ich i.R.d. Tatbestandsmäßigkeit der "gewöhnlichen" Prüfung eines vorsätzlichen vollendeten Begehungsdelikts treu, schiebe lediglich die objektive Fahrlässigkeit hinein und Prüfung am Ende den tatbestandsspezifischen Gefahrzusammenhang.

    Der tatbestandsspezifische Gefahrzusammenhang dient dazu, der hohen Strafandrohung des § 227 StGB Rechnung zu tragen.

    Er verlangt, dass sich gerade die dem Grundtatbestand anhaftende spezifische Gefahr in der schweren Folge niedergeschlagen hat.

    Ich würde auch behaupten, dass der tatbestandsspezifische Gefahrzusammenhang eine "besondere Ausprägung" der objektiven Zurechnung darstellt.


    Kausalität und objektive Zurechnung sind zwei paar Schuhe! :ruhe:

    Die Kausalität werden Sie in aller Regel nicht/nie verneinen: Nach der Äquivalenztheorie sind alle Bedingungen gleichwertig.
    Um dieser Uferlosigkeit entgegenzuwirken, wurde die objektive Zurechnung entwickelt.

    So auch im vorliegenden Fall:
    Die Schläge des A können nicht hinweggedacht werden, ohen dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele. Das Handeln des A war mithin conditio-sine-qua-non.

    Davon abgesehen, ich habe niemals die Kausalität verneint. ;)



    Ja, ich persönlich empfinde es als atypisch, dass einer Person (A) der Tod einer Person (B) (objektiv) zugerechnet werden soll, weil B aufgrund des Zusammenspiels eines zuvor eingenommenen Dopingmittels und einer Falschdosierung stirbt, obwohl A die B - objektiv zu keiner Zeit - in Lebensgefahr brachte.

    Insoweit sei meine Aüßerung korrigiert:

    Da Sie schildern:


    Aber basierend auf der Freiheit der Wissenschaft sei es Ihnen erlaubt eine andere Ansicht zu vertreten und die objektive Zurechnung zu bejahen. ;)


    Sie können durchaus die objektive Zurechnung bejahen und die Strafbarkeit aus § 227 StGB an dem tatbestandsspezifischen Gefahrzusammenhang scheitern lassen. Klausurtaktisch gedacht durchaus nachvollziehbar.

    Eine Frage am Rande:
    Wenn sie die objektive Zurechnung bejahen, scheitert dann die Strafbarkeit des A aus § 212 I StGB oder ggf. aus §§ 212 I, 211 StGB am Vorsatz? - Der Sachverhalt gibt in der von Ihnen geschilderten Variante keine Einsicht darüber.

    LG
  8. Nane91

    Nane91 Boardneuling 01.08.2011, 14:21

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    AW: Unterbricht Vorverhalten eines Dritten die Kausalität?

    Im Sachverhalt steht nur, dass A der B aus Zorn an die Schläfe schlägt und ihr einen Kinnhaken verpasst.
    Da nicht im Sachverhalt steht, dass sie den Tod billigend in Kauf nimmt und keinerlei Anhaltspunkte für einen Vorsatz bestehen, kommen für mich §212 I bzw. §§212I, 211 nicht in Betracht. (Wenn keine Anhaltspunkte gegeben sind, wäre es wohl auch zu viel die Hemmschwellentheorie anzusprechen)

    Und nochmals vielen Dank
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