Übersetzung einer Buchfälschung

Dieses Thema "Übersetzung einer Buchfälschung - Urheberrecht" im Forum "Urheberrecht" wurde erstellt von Cloakmaster, 10. April 2012.

  1. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 10.04.2012, 17:04

    Registriert seit:
    26. April 2011
    Beiträge:
    3.901
    Zustimmungen:
    152
    Punkte für Erfolge:
    63
    Renommee:
    163
    93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)
    Übersetzung einer Buchfälschung

    Mehrere Monate vor der lang ersehnten Veröffentlichung einer Romanfortsetzung findet K beim Stöbern im internet ein .pdf, welches angeblich ebendiese Fortsetzung beinhalten soll. Das sehr umfangreichen pdf wird auf den eigenen PC geladen, gespeichert und gelesen. Immer wieder finden sich Fußnoten des unbekannten .pdf-Erstellers, welcher mit ergänzenden Erklärungen die "Echtheit" des Dokuments untermauern möchte.

    Nach der erfolgten Veröffentlichung stellt sich heraus, daß das pdf nicht inhaltsgleich ist mit dem im Handel erhältlichen Original. Natürlich werden originale Charaktere, Schauplätze und auch Verweise auf die zahlreichen Vorgängerbände verwendet, die erzählte Geschichte ist aber letztlich eine andere, obwohl es durchaus einige interessante Parallelen zwischen beiden Versionen gibt.

    Anscheinend handelt es sich um eine Art "Fan fiction", also das Werk eines glühenden Fans der Buchserie. In den Fussnoten wird ausdrücklich darauf verwiesen, daß die Rechte an vorkommenden Namen, Schauplätzen etc allein bei der ursprünglchen Autorin und dem publizierenden Verlag liegen, und dort verbleiben. Die Buchtitel sind so beliebt, daß daraus mehrere Kinofilme entstanden, Merchendising-Produkte etc, das volle Programm.

    Der enorme Umfang und der hervorragende Schreibstil des .pdf lassen sogar den Verdacht, es könnte sich um eine frühe, aber irgendwann verworfene Version der Ur-Autorin selbst handeln, aufkeimen.

    K ist nichtsdestrotz sehr angetan, und möchte dieses .pdf ins Deutsche übertragen. Hauptsächlich aus "Spass an der Freud", aber auch, um dieses Freunden und Bekannten, welche des englischen nicht mächtig sind, zugänglich zu machen.

    Inzwischen sei die Hauptvermarktung abeschlossen: Das Buch wurde verfilmt, kam ins Kino, wurde auf DVD veröffentlicht, und lief inzwiscen auch im frei empfangbaren Fernsehen. Was natürlich nichts daran ändert, daß Buch & Film noch immer im Handel erhältlich sind.

    Inwieweit würde K Rechtsversöße begehen, durch den Besitz des .pdf, durch eine eventuelle kostenfreie Verbreitung des .pdf per eMail, durch eine Übersetzung, und eine kostenfreie Verbreitung der Übersetzung im Bekanntenkreis bzw auch an unbekannte? Natürlich würde K ausdrücklich darauf verweisen, daß es sich um die "Fan-Fiction" eines unbekannten Autors handelt, und K sich nur für die Übertragung ins Deutsche verantwortlich zeigt, und das Werk als z.B. "Barney Geröllheimer 7b - Barney und das alternative Ende" (oder ähnlich) benennen.
  2. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P. 10.04.2012, 18:05

    Registriert seit:
    16. Mai 2008
    Beiträge:
    9.236
    Zustimmungen:
    477
    Punkte für Erfolge:
    83
    Renommee:
    404
    89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)89% positive Bewertungen (9236 Beiträge, 488 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Die Bearbeitung eines geschützten Werkes (und dazu zählen auch Übersetzungen) ist nur mit Zustimmung des Urhebers erlaubt.

    Da gibt es übrigens - rein formalrechtlich - auch keine Ausnahme für Bearbeitungen zu "ausschließlich privaten Zwecken". (Daß man das in der Praxis kaum wird überprüfen können, ändert nichts an der Rechtswidrigkeit solchen Tuns.)

    Ein Werk in der beschriebenen Weise "unautorisiert fortzuschreiben" ist sowohl eine Verletzung des Urheberrechts des Autors als auch u.U. zusätzlich noch ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

    Alles was weiter daraus folgt ist dann ggf. genauso unzulässig.

    Insofern kollidiert die Idee spätestens bei der Verbreitung mit diversen Vorschriften des UrhG, je nach dem, wie es im Einzelfall dann praktisch gemacht wird.
  3. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 10.04.2012, 19:03

    Registriert seit:
    26. April 2011
    Beiträge:
    3.901
    Zustimmungen:
    152
    Punkte für Erfolge:
    63
    Renommee:
    163
    93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Hm. "Fan Fiction" ist inzwischen recht verbreitet, und dies geschieht offenbar auch unter Wissen und Dulden der Urheber, solange die Fan Fiction als solche gekennzeichnet ist, und erkennbar keine kommerziellen Ziele verfolgt werden.

    Der bloße Besitz einer solchen "Fan Fiction" dürfte Ihren Ausführungen zufolge noch nicht strafbar sein, strafbar macht sich offenbar nur, wer das Werk unautorisiert verändert bzw. fortführt, und/oder dieses unautorisierte Werk verbreitet.

    Selbst im Schulunterricht, bzw im Sprachkursus der Universität werden gerne Literaturwerke auszugsweise oder auch vollständig übersetzt. Ich habe meine Zweifel, ob da immer die Genehmigung des Autors vorliegt.

    Weiterhin könnte man die B-Version ja bereits als neues Werk des unbekannten Fan ansehen. Somit würde B nicht das Urheberrecht der bekannten Schriftstellerin tangieren, sondern nur das des unbekannten Veränderers.
    klausschlesinge gefällt das.
  4. Schmunzelkunst

    Schmunzelkunst Aktives Mitglied 10.04.2012, 19:54

    Registriert seit:
    19. Januar 2012
    Beiträge:
    232
    Zustimmungen:
    12
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    34
    100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Bei einer solchen Bearbeitung entsteht wie bei einer Übersetzung in der Regel zwar ein eigenständiges neues Werk, aber die Erstellung eines solchen Werkes ist dennoch erlaubnispflichtig.

    Verstehe ich das überhaupt richtig? Der Unbekannte Veränderer hat etwas getan, was nicht erlaubt ist (vgl. den Fall "Laras Tochter" ( googeln)). Der unbekannte Veränderer stellt selbst aber keine Ansprüche.

    Dann darf man m. E. das ganze Buch gem. § 53 an die oft zitierten sieben Bekannten weitergegeben werden, wenn man es für jeden einzelnen (also siebenmal) abschreibt. Das gilt m. E. auch dann, wenn man es dabei im eine andere Sprache übersetzt. Oder gilt das strenge Kopierverbot des § 53 nicht für Bücher im pdf-Format? Wenn nicht, dürfte man es für die sieben Bekannten auch digital kopieren.

    Das aber auch nur, wenn die Veränderung keine Entstellung im Sinne von § 14 ist. Entstellt werden dürfen Werke nicht einmal für den Privatgebrauch.

    MfG
    Johannes
  5. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 10.04.2012, 21:59

    Registriert seit:
    26. April 2011
    Beiträge:
    3.901
    Zustimmungen:
    152
    Punkte für Erfolge:
    63
    Renommee:
    163
    93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Alsodann mal etwas ausführlicher:

    Die allseits bekannte Autorin Joaine K. Rauling schreibt eine Besteller-Reihe, namens "Hairy Porter". 6 Bände sind bereits erschienen, der abschliessende siebente Band "Hairy Porter und die tüdeligen Heilsbringer" wird gross zur Veröffentlichung am Tag Y, dem Geburtstag des Titelhelden, angekündigt.

    Mehrere Monate vor dem Erscheinungstermin schreibt der unbekannte Mr. X ein fast 700(!) Seiten langes pdf-Buch, und stellt es unter dem vorab veröffentlichten Titel der Besteller-Autorin ins Internet. Er behauptet auf der Download-Seite, das Originalmanuskript der berühmten Autorin in Händen gehabt, und kopiert zu haben, und bietet dieses nun zum Download an. Die Identität von Mr. X lässt sich nicht ermitteln.

    Die Geschichte knüpft unittelbar an den fast zwei Jahre zuvor erschienenen sechsten Band der "Hairy Porter-Reihe" an. Natürlich beident die Geschichte sich dabei vollständig der Namen, Orte und Zusammenhänge aus den vorhergegangen sechs Bänden. Auf dem "Deckblatt" wird ausdrücklich darauf verwiesen, daß sämtliche Rechte am "Hairy Porter-Universum" ausschliesslich bei der korrekt benannten Autorin, und deren korrekt benannten Verlag liegen. So lange nur diese Version bekannt ist, kann man nur davon ausgehen, daß es sich tatsächlich um eine Kopie/Abschrift des Originalmanuskriptes handelt.

    K lädt dieses Manuskript herunter. Erst nach der Veröffentlichung des realen Buches, welches K noch am Erscheinungstag kauft, wird klar, daß das Vorabwerk eben nicht identisch ist mit dem offiziell publizierten, wobei es eben doch einige auffällige Parallelen gibt. In beiden Büchern ist eine Reisegruppe unterwegs, sie wandeln auf den Spuren einer alten Geschichte. und so bereist die Reisegruppe in beiden Versionen überwiegend die gleichen Orte. Allerdings setzt sich die Reisegruppe anders zusammen. In der Plagiatsversion schliesst sich ein vierter Hauptcharakter der Buchreihe verbotener Weise der eigentlich nur 3-köpfigen Reisegruppe an, wogegen es beim Original bei 3 Reisenden bleibt, und die vierte Person brav weiter die Schulbank drückt. Während sich im Original ein über die vergangenen sechs Bände als verhasst aufgebauter Hauptdarsteller im Finale als letztlich doch treuer Verbündeter erweist, bleibt dieser in der Plagiatsversion durch und durch böse bis zum Ende. Weitere Unterschiede und Parallelen würden das jetzt hier sprengen.

    K bennennt darufhin das abweichende Manunskript um in "Hairy Porter 7b - Hairy und das alternative Ende", und behält es auf seinem PC. Bei vielen Unterhalteungen mit anderen Fans der Buchreihe erwähnt K dieses - für ein Plagiat extrem umfangreiche und detailiert ausgereifte - Nebenpodukt. Manch einer ist so interessiert, daß er sich die .pdf-Datei von K kopieren lässt, um sie ebenfalls zu lesen.

    Allerdings trauen sich einige Bekannte nicht zu, ein komplettes Buch in der Originalsprache zu lesen, weshalb K sich irgendwann daran setzt, um die 700 Seiten langsam, Stück um Stück ins Deutsche zu übertragen, damit eben auch jene Leute aus K's Bekanntenkreis, die kein Englisch können, in den Genuß dieser tollen B-Variante kommen.

    700 Seiten übersetzt, ist natürlich ein Stück Arbeit. K möchte damit kein Geld verdienen, aber er ist stolz auf seine Übersetzung, und würde diese zB gerne auf seiner privaten Homepage zum Gratis-Download der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Dabei soll das Werk deutlich als "Fan-Fiktion" eines unbekannten Autors auf der Basis der bekannten Buchreihe und unter Verweis auf die Original-Autorin und den original-Verlag gekennzeichnet werden, mit dem Zusatz "in Deutsche übertragen von Konrad K".


    Die Autorin hatte im Vorfeld immer wieder mal kleine Bruchstücke über den Inhalt diese Finalbandes geäussert. So sei das letzte Wort des Buches "Blase" - ein Wort, welches über alle Bände eine gewisse Signifikanz innehatte. Auffällig ist, daß das Plagiat sämtliche dieser Vorab-Infos aufgegriffen, und umgesetzt hat, wogegen die Autorin in der von ihr publizierten Version von mehrerern ihrer Vorankündigungen abweicht - so auch in diesem "letzten Wort".

    Konrad K ist sich bis heute nicht sicher, ob die B-Version
    wirklich nur ein reines Fan-Werk ist, oder ob es sich eben um eine von der Autorin selbst erdachte, aber eben verworfene und nie publizierte Version der selben Geschichte handelt.
    Zuletzt bearbeitet: 10. April 2012
  6. Gerd aus Berlin

    Gerd aus Berlin V.I.P. 12.04.2012, 07:39

    Registriert seit:
    6. März 2006
    Beiträge:
    4.036
    Zustimmungen:
    340
    Punkte für Erfolge:
    83
    Renommee:
    364
    97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)97% positive Bewertungen (4036 Beiträge, 362 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Das gilt nur in diesen Ausnahmefällen laut Absatz 2 § 23 UrhG: "Handelt es sich um eine Verfilmung des Werkes, um die Ausführung von Plänen und Entwürfen eines Werkes der bildenden Künste, um den Nachbau eines Werkes der Baukunst oder um die Bearbeitung oder Umgestaltung eines Datenbankwerkes, so bedarf bereits das Herstellen der Bearbeitung oder Umgestaltung der Einwilligung des Urhebers."

    In allen anderen Fällen, also auch bei unautorisierten Übersetzungen, ist hingegen lediglich die Veröffentlichung und die Verwertung des bearbeiteten Werkes verboten: "Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden." Absatz 1 ebenda.

    In der einsamen Dichterstube ist mir also jegliche Herumpfuscherei an Texten erlaubt - ich darf sie nur nicht klammheimlich verfilmen!

    Eben doch. Um sie privat an die Wand zu hängen oder persönlich verbundenen Personen laut vorzulesen laut Absatz 3 § 15 UrhG :D.

    Dies alles gilt allerdings nur gegenüber dem Urheber des Plagiats. Und dessen erworbenes Urheberrecht an seinem Plagiat.

    Eine Privatkopie hingegen darf ich gar nicht anfertigen, wenn die Vorlage "offensichtlich rechtswidrig hergestellt" worden ist. Laut § 53 UrhG. Und demnach auch nicht an meine Freunde verschenken - was ich mit einem legalen Werk dürfte.

    Oder gilt ein Plagiat gar nicht als "offensichtlich rechtswidrig hergestellt", wenn es, wie von mir oben beschrieben, klammheimlich im privaten Keller geschah - ohne Absicht der Veröffentlichung?

    Gruß aus Berlin, Gerd
    klausschlesinge gefällt das.
  7. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 12.04.2012, 12:35

    Registriert seit:
    26. April 2011
    Beiträge:
    3.901
    Zustimmungen:
    152
    Punkte für Erfolge:
    63
    Renommee:
    163
    93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Gilt eine Homepage, auf welcher man Inhalte jedermann gratis zum Download anietet denn als Veröffentlichng/Verwertung? Verwertung würde ich ehrlich gesagt ausschliessen, allein duch die Kostenfreiheit, aber auch durch den Hinweis, nicht in die nach wie vor bestehenden Urheberrechte der Autorin und des Verlages eingreifen zu wollen, und keinerlei eigene Ansprüche zu erheben.

    Denn wenn man das beides ausschliessen kann, sollte dem "ergänzeden" Schaffen des Fans ja kein Hindernis mehr imm Wege stehen.. Die Hopemage von Mr.X ist inzwischen nicht mehr existent. K hat also keinerlei Möglichkeit mehr, nachzuweisen, wo die urspürngliche .pdf-Datei einmal hergekommen, bzw. wie sie entstanden ist.
  8. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 12.04.2012, 13:25

    Registriert seit:
    26. April 2011
    Beiträge:
    3.901
    Zustimmungen:
    152
    Punkte für Erfolge:
    63
    Renommee:
    163
    93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Gilt eine Homepage, auf welcher man Inhalte jedermann gratis zum Download anietet denn als Veröffentlichng/Verwertung? Verwertung würde ich ehrlich gesagt ausschliessen, allein duch die Kostenfreiheit, aber auch durch den Hinweis, nicht in die nach wie vor bestehenden Urheberrechte der Autorin und des Verlages eingreifen zu wollen, und keinerlei eigene Ansprüche zu erheben.

    Denn wenn man das beides ausschliessen kann, sollte dem "ergänzeden" Schaffen des Fans ja kein Hindernis mehr imm Wege stehen.. Die Hopemage von Mr.X ist inzwischen nicht mehr existent. K hat also keinerlei Möglichkeit mehr, nachzuweisen, wo die urspürngliche .pdf-Datei einmal hergekommen, bzw. wie sie entstanden ist.
  9. Schmunzelkunst

    Schmunzelkunst Aktives Mitglied 12.04.2012, 18:53

    Registriert seit:
    19. Januar 2012
    Beiträge:
    232
    Zustimmungen:
    12
    Punkte für Erfolge:
    18
    Renommee:
    34
    100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)100% positive Bewertungen (232 Beiträge, 14 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Das ist auch auf sogenannten privaten Homepages (selbst wenn kein Geld fließt) eine öffentliche Zugänglichmachung im Sinne von 15 und § 19a UrhG (siehe unten).

    Leider muss ich sagen. Denn ich komm mehr und mehr zu der Auffassung, dass im Internet alles oeffentlich zugänglich gemacht werden können sollte, was nicht massiv gegen Persönlichkeitsrechte verstößt. Deine Frage zeigt, dass unser Urheberrecht viel zu kompliziert ist. In Deinen Beispiel müssten Urheber und Plagiator die Zustimmung geben.

    MfG
    Johannes

    § 15 UrhG
    Allgemeines

    (1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfaßt insbesondere

    1. das Vervielfältigungsrecht (§ 16),

    2. das Verbreitungsrecht (§ 17),

    3. das Ausstellungsrecht (§ 18).

    (2) Der Urheber hat ferner das ausschließliche Recht, sein Werk in unkörperlicher Form öffentlich wiederzugeben (Recht der öffentlichen Wiedergabe). Das Recht der öffentlichen Wiedergabe umfasst insbesondere

    1. das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht (§ 19),

    2. das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19a),

    3. das Senderecht (§ 20),

    4. das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger (§ 21),

    5. das Recht der Wiedergabe von Funksendungen und von öffentlicher Zugänglichmachung (§ 22).

    (3) Die Wiedergabe ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.
  10. Cloakmaster

    Cloakmaster V.I.P. 12.04.2012, 20:18

    Registriert seit:
    26. April 2011
    Beiträge:
    3.901
    Zustimmungen:
    152
    Punkte für Erfolge:
    63
    Renommee:
    163
    93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)93% positive Bewertungen (3901 Beiträge, 165 Bewertungen)
    AW: Übersetzung einer Buchfälschung

    Bei der Suche im Internet findet sich ein Interview, in der die Autorin Joaine K. Rauling Fanfictions ihrer "Hairy Porter" - Reihe ausdrücklich begrüsst. Sie habe größten Respekt vor der Arbeit die sich die Fans machen, und keinerlei Einwände gegen FanFic, welche kostenfrei im online-Bereich zugänglich ist. Sie verwehrt sich lediglich gegen pornografische oder gewaltverherrlichende Abwandlungen, da "Hairy Porter" schliesslich eine Kinderbuchreihe ist, und auch bleiben soll. Weitehin müsse sie - aus Rücksicht gegenüber ihrem Verlag - jegliche kommerzielle und/oder Print-Versionen verbieten.

    Kann man aus einer solchen öffentlich getätigten Aussage bereits ein generelles OK der Autorin ableiten, wenn die Fassung - wie gewünscht - weiterhin vollständig jugendfrei ist?

    Wäre höchtens der Autor der englischen Fanfiction. Nur ist dieser mit gewöhnlichen Mittel wohl kaum aufzutreiben, und zudem wurde das Werk ja nicht als eigene Fanfic, sondern als illegal vor dem Veröffentlichungstermin entwendetes Original bezeichnet. Möglicherwiese ist ja auch nicht Mr. X, der das pdf damals zum Download abot, der Autor jenes pdf. Dann gestaltet sich die Suche nach dem Urheber noch schwieriger...
Ähnliche Themen:
Titel Forum Datum
Urheberrecht Übersetzung von Sachbuch Urheberrecht 2. Dezember 2013
Urheberrecht Übersetzung von Sachbuch Aktuelle juristische Diskussionen und Themen 2. Dezember 2013
Nichtkomerzielle Übersetzung Aktuelle juristische Diskussionen und Themen 26. Januar 2012
Veröffentlichung Übersetzung Urheberrecht 24. Oktober 2010
Frage / Übersetzung ? Computerrecht / EDV-Recht 14. August 2007