Tannen als Hecke auf Grenze schon über 5 M hoch!

Dieses Thema "Tannen als Hecke auf Grenze schon über 5 M hoch! - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von halter, 6. März 2012.

  1. halter

    halter Boardneuling 06.03.2012, 14:58

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    Tannen als Hecke auf Grenze schon über 5 M hoch!

    Hallo,
    Nachbar A kufte vor 11 Jahren ein Grundstück. Ca 2 M von dem Gebäude (Küche, Durchgangsraum und Abstell-Futteraum -Pferde) an der Nordseite wurden von B ca. auf der Grenze vor langer Zeit mit Einvernehmen des damaligen Besitzers Fichten als Heckenreihe gepflanzt. Länge ca 15m, das Pflanzniveau ist ca 50-80cm höher als der Fußboden, da Anhöhe.
    Letztmaliger Schnitt/Kappen auf ca 2,5 M vor 6 Jahren von B . Seit dem bittet Besitzer A immer wieder, die Tannen zu stutzen. Mitlerweile sind sie über 5 Meter hoch und da sie ca. 2M von der Gebäudemauer weg stehen hat A auch im Sommer tagsüber seit Jahren im Durchgangsraum immer Licht an, da im EG es sehr dunkel ist.
    Gesamte Küche ist sehr dunkel. Letzter Durchgangsraum ohne licht trotz 3 Fenster nicht zu betreten.
    Es eskalierte, als A die Tannen stutzen wollte und nicht wieder die im Frühjahr neuen Triebe bis an die Scheiben wachsen lassen wollte.
    Nachbar B : Seine Tannen und beruft sich auf die Schonzeit wg. Brütens.
    Gibt es eine Dringlichkeit diesen Beschnitt zu erzwingen?

    LG Halter
  2. Ross_i

    Ross_i Senior Mitglied 07.03.2012, 16:34

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    AW: Tannen als Hecke auf Grenze schon über 5 M hoch!

    Hallo Halter,

    soweit mir bekannt, ist entscheidend was im Kaufvertrag vereinbart wurde und im Grundbuch steht, d.h. steht da nichts von der alten Vereinbarung zwischen dem Vorbesitzer/Verkäufer und dem Nachbarn B im Kaufvertrag des Nachbarn A, ist alles andere "hinfällig"! Das pure Wissen alleine ist nicht ausschlaggebend, es muss "vertraglich niedergeschrieben" worden sein und hier sogar "notariell beglaubigt", weil es sich um einen Kaufvertrag einer Immobilie handelt. Ist das nicht der Fall, dann ist es irrelevant!

    Ansonsten gilt das sog. "Nachbarrecht des Bundeslandes in dem man wohnhaft ist"! Dieses Recht kann auf jeder Gemeinde oder Stadtverwaltung hinterfragt werden. Oftmals gibt es hierzu auch eine kleine Broschüre, die alles beinhaltet wie Bäume, Sträucher, Zäune usw.

    Das Nachbarschaftrecht von Niedersachsen besagt z.B. folgendes:
    Das Niedersächsische Nachbarschaftsgesetz schreibt vor, dass Gehölze eine best. Höhe nicht überschreiten dürfen, abhängig vom Abstand zur Grenze:
    Höhe bis 1,2 Meter ist ein Mindestabstand von der Grenze unter 0,25 Meter nicht zu lässig; Höhe bis 2 Meter = Mindestabstand 0,50 Meter; Höhe bis 3 Meter = Mindestabstand 0,75 Meter; Höhe 5 Meter = Mindestabstand 1,25 Meter etc.p.p.
    Auch wenn die Zweige und Äste eines Baumes oder Strauches nicht über die Grundstücksgrenze hinüberragen, können sie den Nachbarsgarten übermässig beschatten, beim Nachbarshaus die Wohnräume verdunkeln oder der Terrasse die Sonne nehmen.
    Stehen Gehölze hinter einer undurchsichtigen Einfriedung oder einer Wand an der Grenze und reichen sie nicht darüber hinaus, dann brauchen die genannten Höhenbegrenzungen NICHT eingehalten zu werden. Im Außenbereich und Waldungen gelten z.T. andere Abstände.
    Der Abstand wird am Erdboden von der Mitte des Baumes oder Strauches bis zur Grenze gemessen.
    Ist ein Baum oder Strauch höher, als er sein dürfte, kann der Nachbar verlangen, dass der Grundstückseigentümer ihn auf die zuzlässige Höhe zurückschneidet. Der braucht das allerdings nur in der Zeit vom 1.Oktober bis zum 15.März (in der freien Natur teilweise nur bis Ende Februar zu tun, damit die Pflnzen nicht während der Wachstumsperiode geschädigt werden.
    Bei Gehölzen, die weniger als 0,25 Meter Grenzabstand haben, kann der Nachbar verlangen, dass sie beseitigt werden.

    In manchen Fällen verträgt die Pflanze ein Beschneiden nicht, oder ein Baum lässt sich wegen seiner Höhe nicht mehr beschneiden. Dann bleibt dem Grundstückseigentümer nichts anderes übrig, als die Pflanze ganz zu beseitigen.

    Achtung:
    Wenn jeder Grundstückseigentümer darauf bestehen würde, dass die Bäume oder Sträucher in Nachbars Garten nicht höher wachsen als vorgeschrieben, sähen unsere Wohngebiete völlig verändert aus. Von dem üppigen Grün, das das Auge erfreut und das wir zur Reinhaltung der Luft brauchen, müsste ein grosser Teil verschwinden. Deshalb sollte man nicht gleich zum Zollstock greifen, um die Bäume des Nachbarn zu vermessen. Wenn man sich ernsthaft gestört fühlt, dann sollte man zuerst immer das Gespräch suchen. VIELLEICHT REICHT ES AUCH AUS, WENN NUR EINZELNE BÄUME ODER STRÄUCHER BESCHNITTEN WERDEN, SO DASS DAS GESAMTBILD NICHT GESTÖRT WIRD!
    Die gesetzlichen Höhenmaße sollten wirklich nur dann durchgesetzt werden, wenn eine Verständigung der Nachbarn ganz und gar nicht möglich ist! (Vielleicht kann auch ein Schiedsmann zur gütigen Einigung verhelfen, statt gleich Klage zu erheben. Hier bietet jede Gemeinde oder Stadtverwaltung ein sog. Schiedsamt an oder kann sagen, wo dieses zu finden ist.)

    Besteht jedoch über den Baum ein ausgesprochener Schutz laut Baumschutzsatzung oder Bebauungspläne, dann kann vom Nachbarn ein Beschnitt oder Entfernen NICHT verlangt werden, dann ist die Gemeinde oder Stadtverwaltung zuständig und Anträge müssten dort gestellt werden. An geschützen Bäumen oder Sträuchern darf man auch nicht selbst Hand anlegen, man würde sich strafbar machen!

    Handelt es sich aber um nicht geschütze Pflanzen, dann kann man vom Nachban verlangen, dass er seine Zweige und Wurzeln entfernt, soweit sie über die Grundstücksgrenze hinüberragen oder das eigene Eigentum BEEINTRÄCHTIGEN (z.B. wenn Wurzeln einen Plattenweg anheben, in Abwasserleitungen eindringen oder überstehende Zweige einem das Licht nehmen). Dies gilt allerdings nicht bei Straßenbäumen, sie sind Eigentum der Stadt oder Gemeinde!
    Kommt der Nachbar den berechtigten Wünschen NICHT NACH, kann man sich u.U auch selbst behelfen. Sie dürfen in best. Fällen die eingedrungenen Zweige und Wurzeln auch selbst beschneiden oder entfernen (dies gilt aber nur für überstehende Zweige oder herüber wachsenden Wurzeln), wenn:
    dem Nachbarn zurerst eine ANGEMESSENE FRIST GESETZT WURDE. Diese Frist muss so lang sein, dass der Nachbar genügend Zeit für die Arbeiten hat und dass dem Baum oder Strauch nicht unnötig geschadet wird. Wir der Nachbar also im Sommer zur Beseitigung aufgefordert, darf die Frist i.d.R. frühestens im Spätherbst ablaufen, denn ein Abschneiden während der Wachstumsperiode darf nicht verlangt werden. Dies gilt auch für das Abschneiden von Wurzeln, die rüber gewachsen sind. Man sollte immer zuerst den Nachbarn hierüber in Kenntnis setzen und ihm mit einer angemessenen Frist Gelegenheit geben, das Notwendige selbst zu tun. Bei Bäume und Sträucher muss Rücksicht auf den Nachbarn genommen werden, dass vor allem der Schatten nicht lästig wird. Vorsicht aber bei sog. ALTBESTAND VON BÄUMEN, die schon lange vorher gestanden haben, bevor die Grundstücke gekauft wurden (z.B. Bäume, die schon viele Jahrzehnte vorher gestanden haben, vor dem Kauf des Grundstücks und somit nicht selbst angepflanzt wurden, vielleicht sogar schon vor Einteilung der Grundstücksgrenzen vorhanden waren. Hiervtrifft dies NICHT ZU!!! Denn dieser Baum war schon vorher da und wurde nicht vom Nachbarn gepflanzt!!!)
    Sollte nun der Nachbar dieser SCHRIFTLICHEN Aufforderung NICHT nachkommen, dann kann man auch selbst die überstehenden Zweige oder Wurzeln in der dafür vorgesehenen Schneidezeit vornehmen und sogar den Beschnitt behalten. Dies gilt aber nicht bei einem Höhenbeschnitt des Baumes, da dieser Beschnitt nicht auf dem eigenem Grund, sondern auf dem Grund des Nachbarn vorgenommen werden müsste!!!


    Eines vorweg:
    Unter Nachbarn sollte man nach Möglichkeit erst gar nicht fragen wer im Recht ist. Das Leben nebeneinander ist nur dann erträglich, wenn zwischen den Nachbarn ein gutes persönliches Verhältnis besteht. Das erfordert gegenseitige Rücksichtnahme und Verständigung. Wer auf sein Recht beharrt, wird sich vielleicht durchsetzen, aber wenig Freude daran haben. Deshalb wenn einen etwas in Nachbars Garten stört, sprechen Sie mit ihm. Unter vernünftigen Leuten lassen sich vernünftige Lösungen finden. Man sollte lieber auf ein Recht, das einem das Gesetz gibt, verzichten. Man kann dann oftmals eher erwarten, dass auch der Nachbar den Wünschen entgegenkommt. Gesetze und Verordnungen sollten erst dann herangezogen werden, wenn es gar nicht anders geht!!! Und wie gesagt, wenn es nicht mehr anders geht, kann man auch zuerst versuchen einen Schiedsmann über das Schiedsamt einzusetzen - man spart Kosten und Zeit, Ärger und Streit!

    ACHTUNG! DIES WAREN DIE BESTIMMUNGEN FÜR DAS BUNDESLAND NIEDERSACHSEN - FÜR ANDERE BUNDESLÄNDER GELTEN DURCHAUS ANDERE BESTIMMUNGEN!!!:wegrenn: Diese können aber entweder bei der Gemeinde, Stadtverwaltung oder auch im Internet abgefragt werden.:ruhe:

    Ich hoffe, es hilft Nachbar A auch weiter.... :D

    VG
    Ross_i :rolleyes:
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