Schule geschmissen - weiter Unterhalt oder nicht?

Dieses Thema "Schule geschmissen - weiter Unterhalt oder nicht? - Familienrecht" im Forum "Familienrecht" wurde erstellt von cateyes, 23. April 2012.

  1. cateyes

    cateyes Aktives Mitglied 23.04.2012, 09:26

    Registriert seit:
    14. Februar 2009
    Beiträge:
    211
    Zustimmungen:
    13
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    34
    100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)
    Schule geschmissen - weiter Unterhalt oder nicht?

    Moin zusammen ;-)

    Mal angenommen:

    Vater (nicht mit der KM verheiratet gewesen) und Lebensgefährtin nehmen die 17jährige Tochter des Vaters auf da Tochter massive Probleme bekommen hat (Alkohol, Anzeige wegen schwerer Körperverletzung, hat Geld von dem Lebensgefährten der Mutter gestohlen).

    Anfangs läuft alles gut - dann Scheckkartenbetrug mit der Geldkarte der Lebensgefährtin des Vaters, Schule schwänzen, wieder Alkohol.

    Man setzt sich zusammen, redet über alles, Regeln werden vereinbart. Vater und Lebensgefährtin glauben alles läuft besser - dann Anruf von der Schule - die mittlererweile 18jährige Tochter schwänzt wieder massiv die Schule, reicht keine Entschuldigungen bzw. Atteste vom Arzt (müssen von der Schule aus vorgelegt werden) ein.

    Beim Gespräch mit der Tochter gibt diese an, die Schule zwei Monate vor Beendigung (Realschulabschluss) hinschmeissen zu wollen da sie in der Schule nicht mitkommt (hat vorher gesagt alles wäre in Ordnung). Vater und Lebensgefährtin bieten Tochter an, für jedes Fach massive Nachhilfe zu bezahlen damit diese den Abschluss schafft - Tochter weigert sich. Vater und Lebensgefährtin sauer, Tochter schnappt sich Klamotten, wohnt jetzt bei ihrem Freund (der in diesem fiktiven Fall auch schon längere Zeit arbeitslos ist, bei Mama kostenlos wohnt und ständig Geld von seinem Opa bekommt).

    Tochter macht sich jetzt ein schönes Leben, ist immer unterwegs. Sie könnte einen Aushilfsjob haben, bei dem sie in der Woche mindestens über 100 Euro verdient.

    Tochter wurde aus der Schule geschmissen weil sie es nicht auf die Reihe bekommen hat, sich ordnungsgemäß abzumelden. Hat jetzt Hauptschulabschluss - natürlich grottenschlecht und wird mit diesem auf keinen Fall eine Lehrstelle bekommen.

    Unterhalt wird zur Zeit keiner bezahlt. Es gibt auch keine Bemühungen seitens der Tochter, sich eine richtige Arbeitsstelle zu suchen.

    Tochter könnte mittlererweile Hausverbot haben weil sie sich den Haustürschlüssel des Sohnes der Lebensgefährtin geklaut hat und nachts immer heimlich ins Haus kam. Lebensgefährtin hat beim Zusammenpacken der Sachen der Tochter auch Schmuck und Kleidung von sich gefunden - alles schön im Schrank versteckt.

    Durch all diese fiktiven Vorkommnisse könnte das Verhältnis von Vater und Lebensgefährtin zu der Tochter massiv gestört sein. Vater hat immer anstandslos von sich aus den Unterhalt bezahlt - aber er sieht nicht ein, jetzt den "Rumgammel-Lebensstil" seiner Tochter zu finanzieren.

    Muss er unter diesen Umständen weiter Unterhalt zahlen - und in wie weit würde der Nebenverdienst der Tochter angerechnet werden?

    Liebe Grüsse,
    cateyes
  2. Errato

    Errato Aktives Mitglied 24.04.2012, 10:51

    Registriert seit:
    14. Mai 2007
    Beiträge:
    214
    Zustimmungen:
    28
    Punkte für Erfolge:
    28
    Ort:
    München
    Renommee:
    49
    100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)100% positive Bewertungen (214 Beiträge, 29 Bewertungen)
    AW: Schule geschmissen - weiter Unterhalt oder nicht?

    Hallo,

    ich würde davon ausgehen, dass die volljährige Tochter derzeit große Probleme mit der Durchsetzung eines Kindesunterhaltsanspruchs vor Gericht hätte. Die (leistungsfähigen) Eltern müssen nicht das "Gammelleben" finanzieren. Unterhaltspflicht besteht solange das Kind nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Das bedeutet jedoch keinen Freibrief für eine "unproduktive" Lebengestaltung.

    Das Kind müsste im Streitfall vor Gericht nachweisen, dass es aufgrund seiner konkreten Lebensumstände nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Wenn diese "Unfähigkeit" aber sozusagen selbst gewählt ist, findet das keine Anerkennung.

    Grundsätzlich wäre dem Vater daher anzuraten, den Unterhalt weiter zu streichen und es auf eine gerichtliche Klärung ankommen zu lassen, falls sie nicht ihre Ausbildung (Schule oder Beruf) fortsetzt bzw. beginnt.
    Natürlich wird das die Situation zunächst einmal weiter belasten. Fraglich ist daher, ob es nicht doch irgendwie einen Weg gibt, an die Tochter heran zu kommen und ihr das derzeitige Verhalten bewusst zu machen. Wahrscheinlich ist diese gerade selbst in ihrer Situation so gefangen, dass sie nicht aus der Verweigerungshaltung heraus findet. Rein juristische Argumente sind dabei zwar faktisch wirksam aber gegenüber dem Adressaten meist nicht wirklich überzeugend.

    Gruß
    Errato
    zeiten gefällt das.
  3. cateyes

    cateyes Aktives Mitglied 24.04.2012, 15:43

    Registriert seit:
    14. Februar 2009
    Beiträge:
    211
    Zustimmungen:
    13
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    34
    100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)100% positive Bewertungen (211 Beiträge, 13 Bewertungen)
    AW: Schule geschmissen - weiter Unterhalt oder nicht?

    Vielen Dank für Deine Einschätzung ;-)

    In diesem fiktiven Fall ging es nie darum, sich um den Unterhalt zu drücken - nur so langsam kommt der wahre Charakter der Tochter durch, der durch den Lebensstil ihres Freundes noch unterstützt wird.

    Natürlich ist es erstmal toll, so ein Leben zu führen - keine Verpflichtungen, nur Spass - keine Miete bezahlen, umsonst essen - und Geld kommt von dem Nebenjob und dem Opa des Freundes.
    Der Blick des Vaters und der Lebensgefährtin ist natürlich mehr auf die Zukunft gerichtet - welche doch recht düster aussieht, sollte sich die Tochter nicht besinnen und zur Vernunft kommen.

    Es könnte sein, dass Vater und Tochter sich demnächst zu einen Gespräch treffen. Er würde natürlich versuchen, an ihre Vernunft zu appelieren und ihr ihre Zukunft aufzeigen, wenn sie so weiter macht.
    Leider ist sie in Punkto Verpflichtungen einzuhalten mehr als unzuverlässig - und leider sind schon sehr viele Sachen passiert bzw. hat sie rumerzählt (meistens Lügen oder total übertrieben dargestellt - sogar auf Facebook) - so dass zumindest die Lebensgefährtin keinen Kontakt mehr zu der Tochter haben will.
    Natürlich sollen sich Vater und Tochter wieder vertragen - er liebt sie über alles - aber da sich sehr wahrscheinlich auch die Kindesmutter nun tatkräftig einbringen wird, wird die Sache wahrscheinlich hässlich werden (die Kindesmutter kann nichts zu dem Unterhalt beitragen. Geht keiner Arbeit nach, fast von jedem Lebensgefährten/Ehemann ein Kind - und immer Männer in abgesicherter, finanzieller Situation) und wird die Tochter dazu drängen, Unterhalt einzufordern.

    Sollte die Tochter doch zur Vernunft kommen und ihren Realschulabschluss noch nachmachen oder sollte sie sich um eine Lehrstelle bemühen, wird natürlich wieder Unterhalt bezahlt - oder wenn tatsächlich vor Gericht entschieden werden sollte, dass ihr Unterhalt zusteht.

    Einen schönen Tag noch ;-)
    cateyes
Ähnliche Themen:
Titel Forum Datum
Kind soll weiter zur Schule, länger Unterhalt Familienrecht 4. April 2010
Unterhalt - 19 Jahre - neue Ausbildung? neue Schule? Familienrecht 19. März 2008
Schule Aktuelle juristische Diskussionen und Themen 21. September 2007
Ausziehen, volljährig, noch in Schule - UNTERHALT? Familienrecht 13. Februar 2006
Unterhalt Familienrecht 23. Mai 2005