Schadenerstatz bei Verspätung der Ersatzfluges

Dieses Thema "Schadenerstatz bei Verspätung der Ersatzfluges - Reiserecht" im Forum "Reiserecht" wurde erstellt von HINJS, 19. April 2017.

  1. HINJS

    HINJS Neues Mitglied 19.04.2017, 21:24

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    Schadenerstatz bei Verspätung der Ersatzfluges

    Hallo zusammen,

    ich habe ein abstraktes Fallbeispiel auf das ich auch nach Durchsicht der zugrundeliegenden
    Gesetzestexte keinen Rat weiß.

    Angenommen es wurde bei einer Fluggesellschaft (FG1) ein Rückflug aus einem nicht-europäischen Flughafen A über einen weiteren Flughafen B (ebenfalls nicht Europa) in den Heimatflughafen C (in Europa) gebucht.
    Jetzt kommt es beim Flug von A nach B zu einer Verspätung woraufhin der Anschlussflug nach C verpasst wird. Die Flugsegelschaft FG1 bucht nun die Passagiere auf einen Flug einer anderen Fluggesellschaft FG2 um wodurch eine Verspätung von ca. 8h auftritt.
    Nun hat der neue Flug der Fluggesellschaft FG2 allerdings ebenfalls eine erhebliche Verspätung (weit über 8h).

    Die Frage die ich mir stelle ist, wer in diesem Fall nun nach dem europäischen Recht für die Ausgleichszahlung haften muss. Den Flug nach Europa wurde ja von FG2 durchgeführt. Kann diese jetzt darauf verweisen das die Gesamtverspätung ja ursprünglich von FG1 hervorgerufen wurde?


    Vielen Dank im Voraus
  2. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 20.04.2017, 13:24

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    Richtig. Flüge sind immer getrennt zu betrachten, es sei denn, daß sich die Unregelmäßgikeit des Erstfluges auf den Folgeflug auswirkt.
    Da der Erstflug hier von A nach B außerhalb Europas liegt, unterliegt er nicht er VO (EG) 261/2004, der sogen. 'Europ. Fluggastrechteverordnung'.
    Der Flug von B nach C unterliegt der VO (EG) 261/2004 nur dann, wenn der von einer EU-Airline durchgeführt wird. Dazu macht der Sachverhalt keine Angaben.

    Es ist Vespätungsschaden-Geltendmachung nach dem Montrealer Abkommen bzw. nach dem Warschauer Abkommen möglich. Dazu müßte man konkret wissen, von wo nach wo die Flugstrecke verläuft (Ortsangaben/Länderangaben).
  3. HINJS

    HINJS Neues Mitglied 20.04.2017, 14:55

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    Angenommen A liegt in Thailand, B in China und C in Deutschland (FG2 ist ein deutsches Luftfahrtunternehmen und FG1 ein asiatisches) könnte sich dann FG2 darauf berufen das die ursprüngliche Verspätung von FG1 hervorgerufen wurde?
    Der Flug bei FG2 wurde auch direkt als Erstatzflug von FG1 gebucht. Daher klingt das Argument ja zunächst auch schlüssig das die Verspätung im allgemeinen von FG1 hervorgerufen wurde. Allerdings hatt dieser besagte Ersatzflug ja eben auch eine immense Verspätung und war ja dann auch schlussendlich der Flug der in Europa gelandet ist.
  4. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 20.04.2017, 15:44

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    Ja. FG 2 -ganz einfach ausgedrückt- hat nichts falsch gemacht.
  5. HINJS

    HINJS Neues Mitglied 20.04.2017, 17:42

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    Vielen Dank schomal für die Antwort.

    Nur noch eine Frage: Nach der Umbuchung auf die FG2 hatte das FG2 Flugzeug das zb. um 11:00 hätte starten sollen weitere 20h Verspätung (Zum Zeitpunkt des Erhalts des Tickets wurde dies aber nicht erwähnt!). Fluggäste die ein reguläres Ticket erworben haben, hätten ja somit Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Warum haben dann Fluggäste die von einer anderen Airline auf diesen Flug umgebucht wurden keinen Anspruch? Was mich daran iritiert ist der Satz in der europäischen Fluggastrecht-Verordnung VO (EG) 261/2004 Artikel 3, Punkt 3:

    Ist das nicht genau hier der Fall?
    Desweiteren wären in diesem hypotetischen Beispiel Ausgleichszahlungen
    an Teile der Reisegruppe ("aus Kolanzgründen") gegeangen, nur an vereinzelte Personen nicht. Auch wenn dies natürlich keine rechtliche Grundlage darstellt
    Ausgleichszahlungen einzufordern (wie gesagt von der Luftfahrtsunternehmensseite wurde keine Schuld eingestanden) scheint mir
    das hier doch nach einem sehr zweifelhaften vorgehen.

    Viele Grüße
  6. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 20.04.2017, 18:32

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    Nachfrage: Wie hätte FG2, auf welches umgebucht wurde (also die Ersatzflugverbindung) denn fliegen sollen (direkt von Thailand nach Deutschland oder von Thailand über ein Drittland nach Deutschland)???
    Wenn der Passagier eine bestätigte Buchung für den Ersatzflug von Thailand direkt (!) nach Deutschland auf FG2 gehabt haben sollte, würde er einen Anspruch auf eine entfernungsabhängige Ausgleichszahlung (hier: EUR 600,-) haben. (Urteil würde ich dann nachliefern.)
  7. HINJS

    HINJS Neues Mitglied 20.04.2017, 19:44

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    Nein der Flug von FG2 auf den umgebucht wurde ging von China nach Deutschland. Dafür war natürlich ein Ticket vorhanden (bezahl von FG1) und dieser Flug hatte eben dann starke Verspätung.
  8. klausschlesinge

    klausschlesinge V.I.P. 20.04.2017, 21:07

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    Man hat auch Fluggastrechte auf einem von der Fluggesellschaft bestätigtem Ersatzflug, wenn der Ursprungsflug annulliert wurde. Voraussetzung ist, daß man über eine -bestätigte Flugbuchung für diesen neuen Ersatzflug verfügte und man sich -rechtzeitig zum Check-In für diesen neuen Ersatzflug eingefunden hat.

    Die Fluggastrechte nach der Europäischen Fluggastrechteverordnung, der VO (EG) 261/2004 finden nach dem reinen Gesetzestext Anwendung bei .)Annullierung und bei .)Nichtbeförderung und gem. drei Urteilen des EuGH auch im Falle der .)'großen Verspätung' von über drei Stunden. Zu letzterem kam es hier.

    Das Urteil, auf welches man sich berufen kann:
    Amtsgericht Frankfurt/M., Az.:31 C 3349/12 (78) v. 16.05.2013
    Im dortigen Fall würde der Ersatzflug annulliert und den Passagieren eine entfernungs- und verspätungsabhängige Auslgeichsleistung über EUR 250,- zugesprochen.

    In unserem Sacherhalt beträgt die Flugstrckte über 3.500 km und somit ist die Ausgleichsleistung EUR 600,- pro Passagier.

    In unserem Sachverhalt kam es offenbar zu einer 'großen Verspätung' des Ersatzfluges. Gem. Rechtsprechung des EuGH steht eine solche 'große Verspätung' einer Annullierung gleich (siehe oben).

    Aus dem Urteil des AG Frankfurt: 'Auch greift Art. 3 Abs. 3 der FluggastrechteVO nicht ein. Ein Alternativflug kann nicht als kostenloser Flug angesehen werden, denn auch dieser ist durch die Bezahlung des ursprünglichen Fluges vergütet.'

    Der Ersatzflug unterliegt den Bestimmungen der VO (EG) 261/2004. Dieser wird zwar von außerhalb Europas nach Europa durchgeführt, jedoch von einer Airline, die ihren Sitz innerhalb der EU hat.

    Man muß sich immer an die Airline wenden, die den Flug ausführt. Dies ist In unserem Sachverhalt FG2.

    Sollte die Airline den berechtigten Anspruch des Passagiers ablehnen, empfehle ich: http://fluggastrecht.blogspot.de/2015/03/fluggastrechte-durchsetzen.html
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