Mindestlohn im Praktikum mit abgeschlossenem Bachelorstudium

Dieses Thema "Mindestlohn im Praktikum mit abgeschlossenem Bachelorstudium - Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" im Forum "Aktuelle juristische Diskussionen und Themen" wurde erstellt von tobiboi, 17. Februar 2017.

  1. tobiboi

    tobiboi Neues Mitglied 17.02.2017, 17:49

    Registriert seit:
    2. September 2016
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    1
    Renommee:
    10
    Keine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, tobiboi hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    Mindestlohn im Praktikum mit abgeschlossenem Bachelorstudium

    Hallo zusammen,

    angenommen Person A hat ein Bachelorstudium im Jahr 2015 erfolgreich absolviert und nimmt im Jahr 2016 eine Praktikumsstelle bei Unternehmen D an. Die Praktikumsstelle baut auf den Studiengang von Person A auf, die Person hat somit fundiertes Wissen auf diesem Gebiet und muss von Unternehmen D kaum eingearbeitet werden. Im Arbeitsvertrag ist geregelt, dass die Arbeit von Person A mit 450€ im Monat vergütet wird, da das Praktikum laut Unternehmen D aufgrund der Dauer nicht mindestlohnpflichtig ist. Person A hat das so akzeptiert und hat das Praktikum erfolgreich absolviert und wurde sogar nach den 3 Monaten von Unternehmen D unbefristet eingestellt.

    Hat Person A aufgrund eines bereits absolvierten Bachelorstudiengangs in der Fachrichtung des Praktikums nicht bereits Anspruch auf Mindestlohn, unabhängig von der Dauer des Praktikums?

    Kann Person A diesen Anspruch auch noch nach dem absolvierten Praktikum rückwirkend den Mindestlohn für das Praktikum bekommen?

    Hat Person A aufgrund der Festeinstellung nach dem Praktikum Anspruch auf Mindestlohn?

    Oder hat Unternehmen D vollkommen richtig gehandelt und Person A hat keinen Anspruch auf den Mindestlohn während der Zeit des Praktikums?
  2. fernetpunker

    fernetpunker V.I.P. 17.02.2017, 18:11

    Registriert seit:
    14. Oktober 2007
    Beiträge:
    6.811
    Zustimmungen:
    1.051
    Punkte für Erfolge:
    113
    Geschlecht:
    männlich
    Ort:
    Region Hannover
    Homepage:
    Renommee:
    1.182
    99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)99% positive Bewertungen (6811 Beiträge, 1186 Bewertungen)
    Sie können ja mal versuchen, das Praktikum der Person A unter eine der Bestimmungen des § 22 Abs. 1 Satz 2 MiLoG zu subsumieren. Wenn Ihnen das nicht gelingt, dürfte der Mindestlohn geschuldet sein, auch rückwirkend. Ich bin der Meinung, dass hier kein "Praktikum" iSv § 23 I 2 MiLoG vorlag. Ob man bei einer Lohnklage allerdings bei dem Arbeitgeber noch lange Freude haben wird, ist eine andere praktische Frage, keine juristische.

    https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__22.html

    Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz - MiLoG)
    § 22 Persönlicher Anwendungsbereich
    (1) Dieses Gesetz gilt für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Praktikantinnen und Praktikanten im Sinne des § 26 des Berufsbildungsgesetzes gelten als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes, es sei denn, dass sie
    1.
    ein Praktikum verpflichtend auf Grund einer schulrechtlichen Bestimmung, einer Ausbildungsordnung, einer hochschulrechtlichen Bestimmung oder im Rahmen einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsakademie leisten,
    2.
    ein Praktikum von bis zu drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums leisten,
    3.
    ein Praktikum von bis zu drei Monaten begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung leisten, wenn nicht zuvor ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat, oder
    4.
    an einer Einstiegsqualifizierung nach § 54a des Dritten Buches Sozialgesetzbuch oder an einer Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68 bis 70 des Berufsbildungsgesetzes teilnehmen.
    Praktikantin oder Praktikant ist unabhängig von der Bezeichnung des Rechtsverhältnisses, wer sich nach der tatsächlichen Ausgestaltung und Durchführung des Vertragsverhältnisses für eine begrenzte Dauer zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit zur Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit unterzieht, ohne dass es sich dabei um eine Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes oder um eine damit vergleichbare praktische Ausbildung handelt.
Ähnliche Themen:
Titel Forum Datum
Mindestlohn Arbeitsrecht 4. April 2013
Mindestlohn? Arbeitsrecht 16. März 2012
Mindestlohn Arbeitsrecht 17. April 2010
Mindestlohn Arbeitsrecht 30. Mai 2008
Praktikum Allgemeines Forum für Jurastudenten 5. Juni 2006

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.


Sitemap | Kontakt | Datenschutz | AGB | Impressum