Miet- oder Nachbarschaftsrecht???

Dieses Thema "Miet- oder Nachbarschaftsrecht??? - Mietrecht" im Forum "Mietrecht" wurde erstellt von katmical, 29. Januar 2010.

  1. katmical

    katmical Boardneuling

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    Miet- oder Nachbarschaftsrecht???

    Folgender Fall:

    In einem Miethaus (8 Mietparteien+1Eigentümer im DG)gibt es Etagenweise andere Eigentümer , alle 8 Wohnungen sind vermietet, nur im Dachgeschoß wohnt ein Eigentümer.
    Über einer Mieterin (nennen wir sie Mieterin A) wurde die Wohnung jetzt neu bezogen und seit diesem Zeitpunkt herrscht nur noch Unruhe.
    Leider stellte sich nach mehreren Beschwerden diese neue Mieterin (B) als sehr unsozial, lernresistent und rücksichtslos dar.
    Fakt ist, sie ist mit ihren zwei Kindern überfordert, denn kleine Kinder die keine Sozialkkontakte haben, nicht zur Schule gehen (obwohl schulpflichtig) und den ganzen nur in der verrauchten Wohnung rumsitzen, springen und trampeln bis 0.30 Uhr jede Nacht in der Wohnung umher.
    Ab 1.00 Uhr nachts nimmt die neue Hartz IV Mieterin B jede Nacht ihr Vollbad, das Wasser einlaufen ist sehr laut, da die Wohnungen nicht schallgedämmt sind und spätestens durch das gequitsche in der Badewanne und das ablaufen des Badewassers (Fallrohre sind mangelhaft belüftet und beim Wasser ablaufen entstehen sehr laute Soggeräusche) steht Mieterin A dann senkrecht im Bett!
    Generell sind die Nächte sehr kurz durch das dauernde baden und poltern von Mieterin B, bis in die Morgenstunden.
    Auch wird jeden Tag für das Kind 2-3 mal Wasser in die Badewanne eingelassen, damit es mit den Booten in der Wanne spielen kann (anstatt für Kontakte mit anderen Kindern zu sorgen, schottet Mieterin B so ihr Kind völlig ab)
    Da in diesem Mietshaus über einen "pro-kopf-Wasserverbrauch abgerechnet wird, dürfen alle anderen Mietparteien den hohen Wasserverbrauch von Mieterin B letztlich mitbezahlen!

    Welche Möglichkeiten hat Mieterin A gegen die nächtlichen Badewannenspielchen einer Mieterin, die den ganzen Tag zu hause ist aber das Baden auf nach Mitternacht verlegt!
    Und wie steht es mit den Mehrkosten des Wasserverbrauchs, die dann alle mitzahlen dürfen???
    Jede Wohnung hat ihre eigene Wasseruhr, trotzdem wird "pro Kopf" abgerechnet!

    Mehrmalig hat Mieterin A ihren Vermieter eingeschaltet, welcher wieder rum sich mit dem Vermieter von Mieterin B in Verbindung gesetzt hat.

    Diese Gespräche mit Mieterin B scheinen nichts genützt zu haben, weil Mieterin A imer noch das gleiche Problem hat!

    Da der Vermieter von Mieterin A aber alles tut (sich dauernd bei dem Eigentümer bzw. Vermieter von Mieterin B beschwert) und dieser seine Mieterin dann zur Rede stellt, sich aber dennoch nichts ändert-fragt sich Mieterin A wie sie gegen diese rücksichtlose Person noch vorgehen kann???
    Kann man resistente, rücksichtslose Mieter direkt selbst anklagen???
    In nächster Zeit wird eine Aussprache organisiert, an dem beide Vermieter und beide Mieterinnen teilnehmen.
    Mieterin A muss nach vielen kurzen Nächten und viel Wut acht geben, das sie der lernresistenten Dame nicht an den Hals geht!
    Was kann sie angeben, damit jetzt auch Handlungsbedarf entsteht?

    Bitte um Rat-vielen Dank!
  2. 772

    772 V.I.P.

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    AW: Miet- oder Nachbarschaftsrecht???

    Nächtliche Ruhestörung ist ggf. ein Fall für die Polizei, die im berechtigten Wiederholungsfall sicher ungehalten gegenüber A wird. Das eröffnet evtl. Möglichkeiten für eine Strafverfolgung, und so werden die Fakten auch für die folgenden Möglichkeiten gesichert:

    Ziemlich gemein, aber vermutlich berechtigt, wäre es, wenn A gegenüber ihrem Vermieter eine Mietminderung durchführen würde. Das würde seine Motivation u.U. steigern (?) und ggf. die Solidarität des Vermieters von B ansprechen. Dieser müßte prüfen ob er B wegen ihres Verhaltens eine Abmahnung schicken könnte um ihr "Manieren beizubringen", und dies könnte ein Hebel sein um der B ggf. kündigen zu können.

    Ich habe gelernt, dass es auf beiden Seiten des Mietvertrags Leute gibt, bei denen Geduld und Nachsicht fehl am Platze sind. So kann man bei Bedarf die Abmahnung einsetzen und sollte auf der anderen Seite unter gewissen Voraussetzungen vor schneller(!) Mietminderung und auch Unterlassungsklagen nicht zurückschrecken. Ein Hausfrieden ist gut, aber nicht zu einseitigen Lasten!
  3. Frank Oseloff

    Frank Oseloff Star Mitglied

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    AW: Miet- oder Nachbarschaftsrecht???

    Der Hinweis auf den sozialen Status der Mieterin B macht Sie und Ihr Anliegen etwas unsympathisch.

    So ist das nunmal in der Sozialgemeinschaft, zu der auch mehrere Mieter eines Miethauses gehören. Der eine trägt des anderen Last mit. Dem Tenor Ihres Beitrages entnehme ich, dass Sie sich auch über häufige Arztbesuche Ihrer älteren Mitbewohner echauffieren könnten, da diese Ihre Krankenkassenbeiträge in die Höhe treiben.

    Wenn jede -aber auch wirklich jede- Wohnung über eine -regelmäßig geeichte, ggfs. Austausch- Wasseruhr verfügt, dann kann ein Mieter verlangen, dass eben über diesen erfassten Verbrauch abgerechnet wird. Dann kann Mieterin B 24/7 baden und mit ihren Kinden planschen wie sie will und zahlt die entsprechenden -individuellen- Kosten.

    Nein, das scheint nicht Fakt zu sein, sondern das Ergebnis Ihrer geistigen Hypertonie.

    Mein Rat: schaffen Sie sich Eigentum an. Am besten ein Einfamilienhaus, freistehend und ausserhalb jeglicher Gemeinschaft. Sie werden es als Zaungast des Lebens geniessen.
    Humungus gefällt das.
  4. vico

    vico V.I.P.

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    AW: Miet- oder Nachbarschaftsrecht???


    Guter Rat.......
  5. katmical

    katmical Boardneuling

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    AW: Miet- oder Nachbarschaftsrecht???

  6. schielu

    schielu V.I.P.

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    AW: Miet- oder Nachbarschaftsrecht???

    F.O. ist zwar recht hart in seiner Aussage, insbesonder in der persönlichen Ansprache des TE, dennoch neige ich dazu seinen Ausführungen zuzustimmen. Das Haus scheint (altersbedingt) etwas hellhörig zu sein, was die Mieter leider hinnehmen müssen (oder sich eine andere Wohnung suchen). Es gilt grundsätzlich für das Duschen und Baden nach 22 Uhr. In Anbetracht der veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen handelt es sich hierbei nach neuerer Auffassung in Rechtsprechung und Literatur um normale Wohngeräusche, die aus einer lediglich zweckentsprechenden Nutzung des Badezimmers resultieren. Der Mieter darf das Bad daher grundsätzlich zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzen. Entgegenstehende Klauseln in Mietverträgen oder Hausordnungen sind unwirksam (LG Köln, Urteil v. 17.4.1997, 1 S 304/96, WuM 1997, 323; vgl. auch Sternel, II 108, 151). Dies gilt selbst dann, wenn andere Hausbewohner dadurch in ihrer Nachtruhe gestört werden; allerdings darf das nächtliche Baden bzw. Duschen einschließlich Ein-und Auslaufen des Wassers nicht länger als 30 Minuten dauern (OLG Düsseldorf, Beschluss v. 25.1.1991, 5 Ss (OWi) 411/90 - (OWi) 181/90 I, WuM 1991, 288).
    Da es sich offensichtlich um eine Eigentumswohnanlage handelt, sind die Abrechnungsmodalitäten von der Gemeinschaft festgelegt. Allerdings ist die Warmwasserabrechnung zwingend nach der Heizkostenverordnung vorzunehmen. Darauf sollte der Eigentümer hingewiesen werden. Allerdings können die Mieter dafür nichts! Die Tatsache, dass ein Mensch vorm Zubettgehen badet, spricht eher für seine Sauberkeit!
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