Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

Dieses Thema "Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"? - Arbeitsrecht" im Forum "Arbeitsrecht" wurde erstellt von HeldDerArbeit, 27. Dezember 2011.

  1. HeldDerArbeit

    HeldDerArbeit Neues Mitglied

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    Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Hallo liebe Foristen,

    angenommen, ein ehemaliger Arbeitnehmer würde aufgrund eines ungenügenden Arbeitszeugnisses an seinen Ex-Arbeitgeber eine Email verfassen, in welcher er den AG wie folgt zu einem besseren Arbeitszeugnis bewegen möchte:

    "[..] Wie Sie wissen, möchte ich mich mit dem Zeugnis bei anderen Arbeitgebern bewerben. Dies ist mir so nicht möglich. Genau wie ich ist sicher auch die 'XXXX GmbH' daran interessiert, in der Öffentlichkeit bzw. gegenüber Dritten sowohl als Arbeitgeber wie auch als Dienstleister positiv beschrieben zu werden".

    Könnte eine solcher Satz in irgendeiner Weise juristisch relevant sein, z. B. vor Gericht zum Nachteil des AN ausgelegt werden? Könnte hier z. B. eine (offene) Drohung, Nötigung, Erpressung vorliegen?

    Ich würde mich über eure Meinung freuen!

    Gruß vom Held der Arbeit
  2. Angelito

    Angelito V.I.P.

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Drohung und Erpressung scheiden klar aus, da man weder mit einem Verbrechen droht, noch sich bereichern möchte.
    Nötigung würde ich an sich auch nicht sehen, aber es könnte evtl. sein. Ich denke da warte ich lieber was die Experten sagen
  3. Casa

    Casa V.I.P.

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Ich bin kein Experte, aber hab genügend Senf zum dazugeben.

    Es wird nicht mit einem empfindlichen Übel gedroht, daher keine Nötigung.
  4. Angelito

    Angelito V.I.P.

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Da könnte man sich ja jetzt streiten. Ein Unternehmen kann durchaus ziemlichen Schaden nehmen, wenn man über es extrem negativ spricht usw. Also wenn ein ehemaliger Mitarbeiter über ein Restaurant sagen würde, dass es die ekelhafteste Gammelbude ist, in der er ja gearbeitet hat, dann dürfte sich das sehr negativ auf´s Geschäft auswirken.
    Der Mitarbeiter hier sagt ja durch die Blume, dass er rumerzählen wird, dass das Unternehmen nicht nur ein mieser Arbeitgeber ist, sondern auch seinen Job insgesamt schlecht macht. Dies ist geschäftsschädigend und somit natürlich auch ein empfindliches Übel

    Trotzdem denke ich nicht das die obige Aussage dafür ausreicht, nur 100% sicher bin ich da nicht. Das empfindliche Übel sehe ich nämlich schon
  5. TomRohwer

    TomRohwer V.I.P.

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Es wird keine negative Äußerung angedroht, es wird darauf hingewiesen, daß eine positive Äußerung gut für den Ex-Arbeitgeber wäre...

    "Ungenügende Arbeitszeugnisse" regelt man aber sinnvollerweise anders.
  6. Casa

    Casa V.I.P.

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Er drückt nur seinen Unmut aus und nicht ein konkretes Übel, also dass er schlecht über die Firma reden wird.
  7. motzmecker

    motzmecker V.I.P.

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Da ich selbst auch zu solchen Spielchen und schlauen Formulierungen neige, die Schlussfolgerung aus damit gesammelten Erfahrungen:

    Die XXXX GmbH wird sicher ihre Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden immer völlig fair und korrekt behandeln und auch alle einschlägigen Vorschriften einhalten. Also kann es sich doch bei den indirekt angedrohten Negativ-Äußerungen ja nur um Verleumdungen und Ähnliches handeln, also Straftaten, die erst dann, wenn wirklich geschehen, zu verfolgen wären. Umgekehrt weckt die Anzeige einer Nötigung in diesem Fall eher den Gedanken, dass XXXX tatsächlich Dreck am Stecken haben könnte.

    In der Position des XXXX-Personalchefs würde ich diesen Satz, rein juristisch betrachtet, hinten runter fallen lassen und durch eine neue Beurteilung würdigen, die formal zwar eine geringfügig bessere Note gibt, dem Ex-AN aber tatsächlich endgültig alle Türen vor der Nase zuschlägt.
    Diesem würde ich deshalb eine sachliche und völlig neutrale Formulierung anraten, wobei er aber klar mitteilen sollte, was aus seiner Sicht in dem Zeugnis falsch ist. Das wurmt mehr als "Spielchen" und coole Sprüche.
  8. Angelito

    Angelito V.I.P.

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Es ist doch ziemlich eindeutig, was er mit dieser Aussage bezweckt. Viele Interpretationsmöglichkeiten gibt es nicht
  9. HeldDerArbeit

    HeldDerArbeit Neues Mitglied

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Vielen Dank für eure Meinung zu dem Fall.

    @Casa, @Angelito: Ich nehme für mich mit, dass die Rechtslage zumindest aus der Sicht der hier herrschenden Meinungen nicht eindeutig scheint (Übel zwar nicht konkret ausgedrückt, Aussage aber im Prinzip klar).

    @motzmecker: Ich danke dir für den Blick über den Tellerrand (Beleuchtung einer möglichen Arbeitgeberreaktion).
  10. FroSch91

    FroSch91 Boardneuling

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    AW: Juristische Relevanz indirekt formulierter "Drohung"?

    Indirekt andeuten ist keine Drohung und ich würde ferner behaupten, dass etwaige Schäden durch Gelaber des AN nicht wirklich den direkten Druck auf den AG insofern erhöhen, dass man von Erpressung reden könnte. Ein AG ist übrigens nicht zu einem Top-Zeugnis verpflichtet.



    Darüber hinaus darf nur etwas nicht zutreffendes drin stehen.

    :)
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