Inkassovergütung

Dieses Thema "Inkassovergütung - Bürgerliches Recht allgemein" im Forum "Bürgerliches Recht allgemein" wurde erstellt von xzero, 21. Juli 2010.

  1. xzero

    xzero Boardneuling 21.07.2010, 20:08

    Registriert seit:
    11. Februar 2008
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Beruf:
    schüler
    Ort:
    zuhause
    Renommee:
    10
    Keine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, xzero hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    Inkassovergütung

    Hallo Zusammen,

    meine frage relativ simple und direkt.

    muss man die "inkassovergütung" zahlen?

    beispiel: jemand reagiert nicht auf rechnungen eines unternehmen, dieses gibt die sache irgendwann an ein inkasso unternehmen weiter.

    angenommen:

    forderung : 100€
    "inkassogebühr" : 50€

    neue gesamtforderung 150€


    muss der gesammte betrag gezahlt werden?


    danke im vorraus!
  2. HemeresNyx

    HemeresNyx Forum-Interessierte(r) 22.07.2010, 10:22

    Registriert seit:
    4. März 2010
    Beiträge:
    47
    Zustimmungen:
    2
    Punkte für Erfolge:
    0
    Beruf:
    Kaufmann/Niederlassungsleiter
    Ort:
    Da wo die Kehrwoche her kommt:-)
    Renommee:
    22
    Keine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, HemeresNyx hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
  3. marcus.summer

    marcus.summer V.I.P. 22.07.2010, 11:23

    Registriert seit:
    30. Juni 2006
    Beiträge:
    3.480
    Zustimmungen:
    442
    Punkte für Erfolge:
    83
    Renommee:
    475
    99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)99% positive Bewertungen (3480 Beiträge, 450 Bewertungen)
    AW: Inkassovergütung

    Sehe ich auch so, wenn bei Beauftragung des Inkassobüros bereits Verzug im Sinne des Gesetzes bestand. Übrigens betragen die gesetzlichen Regelgebühren eines RA bei einem Gegenstandswert bis 300 Euro lediglich (erstattungsfähige netto) 39,00 Euro. Im Bereich kleiner Forderungen liegen die Inkassogebühren aufgrund der freien Festsetzung durch die Inkassobüros regelmäßig über den Gebühren, die ein RA außergerichtlich ansetzen würde.
    Im Übrigen gibt es inzwischen viele Gerichte, die bei einer späteren zusätzlichen Beauftragung eines RA nur die Kosten als erstattungsfähig ansehen, welche bei sofortiger Beauftragung eines Rechtsanwaltes entstanden wären.
    Gruß
    Marcus
  4. Dr.Kamphausen

    Dr.Kamphausen V.I.P. 22.07.2010, 11:50

    Registriert seit:
    26. November 2006
    Beiträge:
    4.113
    Zustimmungen:
    539
    Punkte für Erfolge:
    113
    Beruf:
    ...das Recht, seine Anwendung...und Durchsetzung
    Ort:
    ...im Kosmos...
    Renommee:
    578
    99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)99% positive Bewertungen (4113 Beiträge, 549 Bewertungen)
    AW: Inkassovergütung

    Es wird auch die Ansicht vertreten, daß die Kosten des Inkassomandatars grundsätzlich nicht erstattungsfähig sind.

    Es entsteht häufig Streit um die Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten, die nicht nur Gläubiger, Schuldner und Rechtsdienstleister, sondern auch vor allem die Gerichte beschäftigen. Obwohl es sich um eine Vielzahl von Fällen handelt, findet man eine unübersehbare Literatur und Rechtsprechung zu diesen Streitfragen, ohne dass Aussicht auf eine annähernd gleiche Praxis der Spruchpraxis der Gerichte besteht.
    Schweigt nämlich der Schuldner auf Zahlungsaufforderungen des Gläubigers, ist die Annahme, das Inkassounternehmen werde bei seinen außergerichtlichen Versuchen, die Forderung einzutreiben, erfolgreicher sein als der Gläubiger selbst, unbegründet.

    Kosten, die auf diese Weise entstehen, sind zwar möglicherweise während des Verzuges des Schuldners entstanden, aber wegen § 254 BGB nicht erstattungsfähig.
    Dies wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen führt, daß auch das Inkassobüro über keine Mittel verfügt, die Forderung geltend zu machen, die nicht auch dem Gläubiger zur Verfügung stehen.

    Nach OLG Dresden 8. Zivilsenat, Urteil vom 05.12.2001, Aktenzeichen 8 U 1616/01
    können Inkassokosten nur dann als Schadenersatz ersatzfähig sein, wenn sie der
    Gläubiger zur Beitreibung seiner Forderung für erforderlich und angemessen halten
    darf. Daran fehlt es, wenn der Schuldner gegen einen Mahnbescheid insgesamt
    Widerspruch einlegt und damit zu erkennen gibt, daß er es auf eine gerichtliche
    Auseinandersetzung ankommen lassen will.

    Nach OLG Köln, 19. Zivilsenat, Urteil vom 12.01.2001, Aktenzeichen 19 U 85/00,
    können Inkassokosten dann nicht erstattet werden, wenn der Gläubiger bei Erteilung
    des Inkassoauftrages konkrete Anhaltspunkte dafür hatte, daß auch das
    Inkassounternehmen den Schuldner nicht zu einer Erfüllung oder Sicherstellung
    bewegen wird. Eine Beauftragung eines Inkassounternehmens – so das OLG Köln –
    verstößt sodann gegen die Schadenminderungspflicht.
    Das Amtsgericht Geldern hat in einer Entscheidung vom 03.12.1999, Aktenzeichen 3
    C 337/96, geurteilt, daß die Kosten der Beauftragung eines Inkassobüros dann nicht
    zu ersetzen sind, wenn der Schuldner erkennbar zahlungsunwillig oder
    zahlungsunfähig ist, da in einem solchen Fall die Notwendigkeit, später einen
    Rechtsanwalt beauftragen zu müssen, vorhersehbar ist.
    Gläubigerfreundlich ist hingegen die Entscheidung des OLG Düsseldorf vom
    16.07.1987 (Jur. Büro 11/1988 Seite 1512 ), demnach kann der Gläubiger die Kosten
    eines von ihm beauftragten Inkassobüros als Verzugsschaden ersetzt erhalten, wenn
    er aufgrund konkreter, in seiner Rechtsbeziehung zum Schuldner oder in dessen
    Person liegender Umstände positive Kenntnis davon hat, daß der Schuldner bei
    Einschaltung eineseines Inkassobüros zahlen wird.


    Sehr weitgehend ist die Feststellung des OLG Frankfurt in einer Entscheidung vom
    14.11.1998. (NJW-RR 1990 Seite 729) Das OLG Frankfurt stellt fest, daß der
    säumige Schuldner grundsätzlich die durch die Beauftragung eines Inkassobüros
    entstandenen Kosten zu ersetzen hat. Allerdings entfällt eine Erstattungspflicht dann,
    wenn der Schuldner erkennbar zahlungsunfähig ist oder zahlungsunfähig war.
    In einem solchen Fall verstößt der Schuldner nämlich gegen seine
    Schadensminderungspflicht, wenn er trotzdem ein Inkassobüro beauftragt.
    Nach OLG Karlsruhe (NJW RR 1987 Seite 15) ist die Einschaltung eines
    Inkassobüros überflüssig, wenn für den Gläubiger aufgrund der gesamten Umstände
    erkennbar ist, daß eine weitere außergerichtliche Mahnung nicht fruchtet und er
    deshalb auf die Erlangung eines Titels angewiesen ist.
    Das Landgericht Rottweil führt in einer Entscheidung vom 24.02.1993 aus, daß
    Inkassogebühren im Blick auf § 254 BGB nur erstattungsfähig sind, wenn der
    Gläubiger aufgrund der Umstände des Einzelfalles damit rechnen kann, daß der
    Schuldner auch ohne Inanspruchnahme gerichtlicher Hilfe zahlen wird( NJW 1994, 265).

    Der Gläubiger hat nach dem Landgericht Rottweil kein freies Wahlrecht zwischen
    Inkassounternehmen, Rechtsbeistand oder Rechtsanwalt, sondern muß sich
    überlegen, ob eine weitere außergerichtliche Mahnung durch ein
    Inkassounternehmen Erfolg verspricht. In dem konkreten Fall hatte die Gläubigerin
    mehrfach vergeblich gemahnt. Nach Landgericht Rottweil mußte sie deshalb davon
    ausgehen, daß die Schuldnerin nicht zahlen will und / oder nicht zahlen kann. Die
    Einschaltung eines Inkassobüros versprach aus diesem Grunde keinen besseren
    Erfolg.
    Ähnlich argumentiert das OLG Düsseldorf in einer Entscheidung vom 19.09.1996,
    demnach sind die Kosten eines Inkassounternehmens im Rahmen des Schuldnerverzuges nur zu erstatten, wenn die Gläubiger bei Beauftragung des
    Inkassounternehmens anhand konkreter Umstände damit rechnen konnte, seine
    Forderung werde sich auf diesem Wege ohne Einschaltung eines Rechtsanwaltes
    und Klage eintreiben lassen. Diese Umstände hat der Gläubiger darzulegen.
    Nach OLG Düsseldorf kann alleine ein bloßes Schweigen des Schuldners noch nicht
    den begründeten Eindruck hervorrufen, der Schuldner werde nach Beauftragung
    eines Inkassobüros zahlen oder in weiterem Umfang Zahlungen leisten. Ein bloßes
    Schweigen des Schuldners auf Zahlungsaufforderung kann vielmehr damit gedeutet
    werden, daß der Schuldner nicht zahlen kann oder zahlen will und deshalb Zeit
    gewinnen möchte, folglich auch durch Inkaufnahme eines aussichtslosen Prozesses
    ( Entscheidung vom19.09.1996, AZ: 5 U 28/96 ).
    Das OLG Düsseldorf äußert sich auch dahin gehend, daß eine Frist von gut einer
    Woche ab Zugang des Mahnschreibens bis zur Beauftragung des
    Inkassounternehmens um einen zuverlässigen Eindruck von der Beitreibbarkeit der
    Forderung zu gewinnen, zu knapp bemessen ist. Im Ergebnis wurde die
    Erstattungsfähigkeit der Inkassokosten in diesem Fall verneint.
    Das Landgericht Schwerin ist in einer Entscheidung vom 07.12.1995, Aktenzeichen 4
    O 240/95, zu dem Ergebnis gekommen, daß Inkassokosten abgerechnet werden
    können, wenn der Gläubiger davon ausgehen konnte, es werde nicht zu einem
    streitigen Prozeß kommen. Dies gilt auch für den Fall, daß der Schuldner im Grunde
    die Forderung anerkennt und lediglich – im Gegensatz zu anderen Entscheidungen -
    zahlungsunfähig ist.

    Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Entscheidung des OLG Dresden vom
    04.04.1995, Aktenzeichen 13 O 1515/93, wonach die Inkassokosten dem Grunde
    nach als Verzugsschaden gem. § 286 Abs. 1 BGB vom Schuldner zu erstatten sind,
    wenn der Gläubiger bei Beauftragung eines Inkassounternehmens davon ausgehen
    durfte, daß seine Forderung auch ohne Einschaltung von Rechtsanwalt und Gericht
    beitreibbar ist, dies ist dann der Fall, wenn der Schuldner sie vorher noch nicht
    bestritten hat und auch keine erkennbare Zahlungsunfähigkeit oder
    Zahlungsunwilligkeit vorgelegen hat.
    FranzHubert08 und Libertin gefällt das.
  5. striker980292

    striker980292 Aktives Mitglied 31.07.2010, 22:16

    Registriert seit:
    1. Februar 2010
    Beiträge:
    121
    Zustimmungen:
    20
    Punkte für Erfolge:
    18
    Ort:
    Frankfurt
    Renommee:
    40
    100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)
    AW: Inkassovergütung

    ICH würde nur die HF plus z.b 5 € Mahngebühren zweckgebunden an den Ursprungsgl zahlen und gegenüber dem Inkasso die Forderung mangels Vorlage der GL Vollmacht zurückweisen

    AG Osnabrück
    Az.: 44 C 307/00
    Verkündet am: 11.01.2001
    Ein Anspruch auf Ersatz der Inkassokosten besteht nicht. Nach ständiger Rechtsprechung des
    Gerichts werden Inkassokosten nicht als Verzugsschaden anerkannt, wenn ein Schuldner auf Mahnungen nicht zahlt.
    Die Tätigkeit des Inkassobüros erschöpft sich nur darin, den Schuldner zur Zahlung aufzufordern.
    Durch Einschaltung eines Inkassobüros entstehen demnach nur zusätzliche Kosten.
    ******
    (AG Berlin Mitte vom 01.09.2009
    Geschäftsnr. 8 C 118/09)
    “Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat,
    kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die
    Schadensminderungspflicht gemäß §254 BGB ausgeschlossen….
    Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind,
    wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten,
    die denen des Gläubigers überlegen wären.
    *****
    AG Zossen: Az. 2 C 229/06 vom 13.12.2006
    Kosten eines Inkassounternehmens nicht erstattungsfähig
    Das Amtsgericht Zossen hat entschieden, dass ein Gläubiger, der zunächst ein Inkassounternehmen mit dem Einzug
    seiner Forderung beauftragt, bevor er anschließend den Schuldner auf Zahlung verklagt, nicht den Ersatz der Kosten des Inkassounternehmens verlangen könne.
    Das Verfahren wurde an die 6. Zivilkammer Az. 6 S 2/07 (LG Potsdam) abgegeben und endete mit Berufungsrücknahme (Beschluss vom 07.06.2007).
    *****
    AG Krefeld
    6 C 407/06 vom 29.08.2006
    Die Klägerin hat gegen den Beklagten einen Anspruch auf Zahlung von 9 € als Verzugsschaden.
    Die Klägerin hatte den Beklagten nach Fälligkeit drei Mal gemahnt, je Mahnung hält das Gericht einen Betrag von 3 € angemessen.
    Soweit die Klägerin auch Inkassokosten als Verzugsschaden geltend macht, war die Klage abzuweisen.
    Denn bezüglich der geltend gemachten Inkassokosten ist die Klage nicht schlüssig.
    Wenn daher ein Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragt, um seine Forderungen schnell
    durchsetzen zu können, so geschieht dies daher generell auf sein eigenes Kostenrisiko.
    *****
    AG Bochum Urteil 75 C 187/06 v. 06.10.2006
    Ein Unternehmen hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Erstattung von Inkassokosten. Bei Inkassokosten handelt es sich um Eigenaufwand des Unternehmens.
    Dieser kann nicht dadurch erstattungsfähig werden, dass das Unternehmen mit der Einziehung von Außenständen einen Dritten beauftragt. (tku)
    BGB § 254, BGB § 280, BGB § 286 Abs. 1, BGB § 286 Abs. 3
    Das AG Bochum hatte mit Urteil vom 6.10.2006 (75 C 187/06, JurBüro 2007, 91) über geltend gemachte Inkassokosten zu entscheiden.
    Dabei kam es zu dem Ergebnis, dass Inkassokosten einen grundsätzlich nicht erstattungsfähigen Aufwand des Kaufmanns darstellten.
    Es gehöre zum täglichen Geschäft des Kaufmanns, sich um Außenstände selbst zu kümmern.
    Durch eine Verlagerung dieser Tätigkeit auf Dritte könne man die Nichterstattungsfähigkeit nicht umgehen.
    *****
    AG Jever vom 21.08.97 AZ.: 5 C 368/97
    AG Cottbus vom 18.05.99 AZ.: 38 C 455/98
    Ein Gläubiger verstößt gegen die Schadensminderungspflicht, wenn er nach
    erfolglosen Mahnungen ein Inkassounternehmen mit der Geltendmachung seines
    Anspruchs beauftrag und kann deshalb in einem späteren Klageverfahren die
    durch das Inkassounternehmen entstandenen Kosten nicht verlangen
    *****
    AG Wiesbaden 92 C 3458/07 - 22 - vom 15.11.2007
    "Die Klage war hinsichtlich der geltend gemachten Inkassokosten in Höhe von 130,50 € abzuweisen.
    Innkassokosten sind dann nicht erstattungsfähig, wenn der Gläubiger geschäftserfahren ist und die Sache aus der Sicht zum
    Zeitpunkt der Einschaltung des Dritten zu Inkassozwecken keine besonderen Schwierigkeiten aufwies.
    Eine Erstattungspflicht für eigene Aufwendungen des Gläubigers besteht nur insofern, als ein wirtschaftlich denkender Mensch
    bei der Betrachtung ex ante (im Zeitpunkt der Einschaltung des Inkassobüros) diese für notwendig halten durfte.
    Das Überwachen von Zahlungspflichten und die Übersendung von Mahnungen sind einfachste kaufmännische Tätigkeiten,
    die zum eigenen Pflichtenkreis der Klägerin gehören. Ein beachtenswertes Interesse, diese Tätigkeiten auf eine andere Rechtsperson
    zu verlagern
    *****
    LG Cottbus, Beschl. v. 25.10.2004 – 10 T 36/04
    Zur Beitreibung einer Forderung bedarf es nicht der Inanspruchnahme eines Inkassobüros; Inkassokosten sind daher
    aus dem Grunde der Schadensminderungspflicht nicht erstattungsfähig.
    Die darüber hinaus geltend gemachten Inkassokosten hält die Kammer jedoch – in ständiger Rechtsprechung – für nicht ersatzfähig,
    weil sie bei Beachtung der sich aus § 254 BGB ergebenden Schadensminderungsobliegenheit vermeidbar gewesen wären.
    Ein Gläubiger darf sich zu der Beitreibung einer Forderung nur derjenigen Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind,
    wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.
    Ein Inkassobüro verfügt nicht über Möglichkeiten, die diejenigen des Gläubigers gegenüber als
    erweitert angesehen werden können. Es hat keinerlei legale Machtmittel, die beizutreibende Forderung zu realisieren.
    Mehr, als eine Forderung anzumahnen, kann auch das Inkassobüro nicht tun.
    *****
    AG Wedding, Urteil vom 24.10.01 - 20 C 104/01 -
    Der Klägerin steht darüber hinaus auch kein Anspruch gegen den Beklagten auf Zahlung von 87 DM vorgerichtlicher Inkassokosten aus § 286 Abs. 1 BGB zu.
    Denn die Klägerin ist ihrer diesbezüglichen Schadensminderungspflicht nach § 254 Abs. 2 BGB nicht nachgekommen. Angesichts der dauernden
    Leistungsverweigerung des Beklagten, u.a. auch auf Schreiben der Klägerin vom 14.4. 2000 hin sowie nach Einschaltung des Mietervereins,
    welcher für den Beklagten unter dem 19.4.2000 die Weigerung der Betriebskostennachzahlung ohne nachträgliche Begründung erklärte, durfte die
    Klägerin diesbezüglich keine weiteren Kosten verursachen. Es ist nicht ersichtlich, dass sie davon ausgehen durfte, dass der Beklagte durch die
    Beauftragung eines Inkassobüros zahlungswillig würde. …
    *****
    Urteil des LG Berlin, AZ: 20 0 63/95 heißt es:
    Die Kosten fürs Inkassobüro trägt d. Gläubiger.
    Wer Schulden hat und sofort durch ein Inkassobüro zur Zahlung aufgefordert wird, braucht die sehr teuren Gebühren nicht zu bezahlen. Mit der Beauftragung des Inkassobüros hat d. Gläubiger es sich zu leicht gemacht und gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen.
    *****
    Amtsgericht Bad Homburg (MDR 10 1983 Seite 840), wonach ein Gläubiger, der einen kaufmännisch organisierten Betrieb hat,
    gegen die Schadensminderungspflicht verstößt, wenn er die Einziehung von Forderungen einem Inkassoinstitut überträgt
    *****
    OLG Düsseldorf AZ: 5 U 28/96 kann alleine ein bloßes Schweigen des Schuldners noch nicht den begründeten Eindruck hervorrufen, der Schuldner werde nach Beauftragung eines Inkassobüros zahlen
    oder in weiterem Umfang Zahlungen leisten. Ein bloßes Schweigen des Schuldners auf Zahlungsaufforderung kann vielmehr damit gedeutet werden, daß der Schuldner nicht zahlen kann oder zahlen will und deshalb Zeit gewinnen möchte,
    folglich auch durch Inkaufnahme eines aussichtslosen Prozesses ( Entscheidung vom19.09.1996, AZ: 5 U 28/96 ). -
    *****
    OLG Köln, Urteil vom 03.04.2006, Az. 16 U 65/05
    Keine Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten als vorgerichtliche Mahnkosten, wenn Notwendigkeit gerichtlicher Geltendmachung absehbar ist
    Das UN-Kaufrecht stellt an die Notwendigkeit der Einschaltung eines Inkassobüros zur Schadensminderung strenge Anforderungen.
    Bei einem Verzug des Käufers sind gem. Art. 74 CISG die Kosten für die Beauftragung eines Inkassobüros oder eines Rechtsanwalts mit der außergerichtlichen Geltendmachung des Kaufpreises in der Regel nicht erstattungsfähig.

    AG Saarbrücken v. 11.08.1998 Az.: 36 C 44/98, Erstattung der Inkassokosten BGB §§ 286, 254
    Beauftragt ein Unternehmen oder sonst ein Berufsangehöriger oder eine Einrichtung mit hinreichender Geschäftserfahrung
    ein Inkassobüro mit der Einziehung einer Forderung, so besteht gegen den Schuldner, wenn nachträglich noch ein Rechtsanwalt
    beauftragt werden mußte, im allgemeinen kein Anspruch auf Ersatz der Inkassobürokosten. (OLG Dresden, Urteil vom 01.12.1993 - 5 U 68/93 ...

    OLG Oldenburg, 11. Zivilsenat
    Typ, AZ: Versäumnisurteil, 11 U 8/06
    Datum: 24.04.2006
    Leitsatz:
    Keine Erstattung der Kosten eines Inkassobüros bei erkennbarer zahlungsunwilligem oder
    -unfähigem Schuldner.
  6. mastermind93

    mastermind93 Neues Mitglied 06.08.2010, 13:55

    Registriert seit:
    6. August 2010
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    10
    Keine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, mastermind93 hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    AW: Inkassovergütung

    Hallo,
    Ich habe dasselbe Problem, ich habe am 22.6.10 etwas bei Ebay für 18,55€ inclusive Versand bestellt, aber habe leider keine Afterbuy-Kaufabwicklung per E-Mail erhalten. So und leider habe ich vergessen den Betrag zu überweisen. Dann erhielt ich am 21.7.2010 eine Zahlungserinnerung und habe den Betrag inclusive der 1,50€ Mahnkosten innerhalb von einer Woche überwiesen.
    Nun erhielt ich heute am 6.8.10 per Post ein Schreiben des Inkassounternehmens "mediafinanz" :

    "Hier erhalten Sie eine aktuelle Auflistung des noch ausstehenden Betrages unter Berücksichtigung der von Ihnen geleisteten Zahlung:

    Grundforderung unseres Mandanten 18,55 EUR
    bisherige Mahnkosten unseres Mandanten 1,50 EUR
    Direktzahlung an unseren Mandanten -20,05 EUR
    vorgerichtliche Inkassogebühren 37,50 EUR
    vorgerichtliche Inkassoauslagen 4,50 EUR
    Kontoführungsgebühren 4,00 EUR

    noch offener Gesamtbetrag (Stand: 04.08.2010) 46,00 EUR"

    Jetzt wollte ich fragen, ob ich die ganzen Inkassogebühren noch bezahlen muss, obwohl ich den Betrag und die Mahnkosten schon überwiesen hatte? Ich finde nämlich das ist eine riesen Frechheit, denn ich habe ja die Schulden schon längst beglichen gehabt. Vielleicht könnt ihr mir empfehlen, wie ich jetzt weiter vorgehen sollte.

    Vielen dank schonmal an alle
    MFG Sönke
  7. FranzHubert08

    FranzHubert08 Star Mitglied 07.08.2010, 11:06

    Registriert seit:
    8. September 2009
    Beiträge:
    677
    Zustimmungen:
    40
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    61
    98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)
    AW: Inkassovergütung

    Das nenne ich mal eine ausführliche Antwort!!!
    Hatte ähnliche Fragen in meinem Bahn-Thread.
    Solche Antwort hätte ich mir gewünscht.

    Danke schön!

    Ich meine, die Gerichte werden besonders hellhörig werden, wenn Unternehmen UND Inkassounternehmen Kinder derselben Mutter sind.

    Es kommt hinzu, dass Ursprungsforderung und Inkassogebühren in der Höhe fast identisch sind. Die Inkassogebühren summieren in Höhe von 90 % der Ursprungsforderung!!!
    40 Euro Forderung
    35 Euro Inkasso

    Nicht wahr?
  8. FranzHubert08

    FranzHubert08 Star Mitglied 07.08.2010, 11:17

    Registriert seit:
    8. September 2009
    Beiträge:
    677
    Zustimmungen:
    40
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    61
    98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)
    AW: Inkassovergütung

    Ich habe gehört, Kontoführungsgebühren dürften nicht verlangt werden.

    Kann das jmd verifizieren?

    Lol, 18 Euro Forderung, 40 Euro Inkasso. Darf das sein? Oder spielt die Höhe der Forderung für die Inkassofrage keine Rolle?
  9. striker980292

    striker980292 Aktives Mitglied 07.08.2010, 21:24

    Registriert seit:
    1. Februar 2010
    Beiträge:
    121
    Zustimmungen:
    20
    Punkte für Erfolge:
    18
    Ort:
    Frankfurt
    Renommee:
    40
    100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)100% positive Bewertungen (121 Beiträge, 20 Bewertungen)
    AW: Inkassovergütung

    Dürfen geht immer - ob auch durchsetzungsfähig steht auf einem anderen Blatt.
    Ich würde gegenüber dem Inkasso die Forderung schriftlich mangels Vorlage der Gläubigervollmacht zurückweisen und gleichzeitig mitteilen das es keine offene Forderung gibt
    Wg der IB Gebühren den Rechtsweg anheimstellen
    Schläft ein bzw wird ausgebucht
    2 bis 3 Bausteinbriefe können aber trotzdem kommen
    :cool:
  10. FranzHubert08

    FranzHubert08 Star Mitglied 07.08.2010, 21:37

    Registriert seit:
    8. September 2009
    Beiträge:
    677
    Zustimmungen:
    40
    Punkte für Erfolge:
    0
    Renommee:
    61
    98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)98% positive Bewertungen (677 Beiträge, 42 Bewertungen)
    AW: Inkassovergütung

    Ich weiß nicht, welche Frist in der Zahlungserinnerung angegeben wurde. Aber sie hat freilich nur Sinn, wenn eine halbwegs angemessene Frist gesetzt wird.
    Wenn du das binnen einer Woche erledigt hast, bist du aus dem Schneider. Das wird nicht zuletzt durch zitiere Urteile (s.o.) deutlich.
    Schreib das ihnen und befolg das, was der Vorposter gesagt hat.

    Bist du mit der Inkasso schon in Kontakt getreten?
Ähnliche Themen:
Titel Forum Datum
Inkassovergütung trotz Zahlung Bürgerliches Recht allgemein 7. Dezember 2013
Inkassovergütung Aktuelle juristische Diskussionen und Themen 21. November 2012

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.


Sitemap | Kontakt | Datenschutz | AGB | Impressum