Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

Dieses Thema "Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief - Bürgerliches Recht allgemein" im Forum "Bürgerliches Recht allgemein" wurde erstellt von AcidForce, 29. März 2009.

  1. AcidForce

    AcidForce Boardneuling 29.03.2009, 19:01

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    Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    Hallo zusammen, mal angenommen, Herr Muster ist 1999 finanziell ziemlich am Ende und er kann seine Stromrechnung nicht bezahlen. Die Stromwerke Schilda AG erwirken im Jahre 2000 einen Mahnbescheid und anschl. einen Vollstreckungsbescheid. Herr Muster zieht innerhalb der Stadt Schilda um, ist aber bis heute immer noch Stromkunde bei den Stromwerken Schilda AG. Zwangsmassnahmen (Gerichtsvollzieher etc.) werden aus unbekannten Gründen nicht durchgeführt.
    Ende Januar 2009 bekommt Herr Muster Post von dem Inkassounternehmen WC-Inkasso, mit der Mitteilung, dass WC-Inkasso von den Stromwerken Schilda AG mit der Einziehung der titulierten Forderung beauftragt wurde. Die Hauptforderung lag bei 218,00 EUR.
    Durch Zinsen, Inkassokosten etc. ist die Gesamtforderung auf 535,00 EUR gestiegen, welche Herr Muster innerhalb von 10 Tagen bezahlen soll.

    Herr Muster schreibt zurück, dass ihm die Angelegenheit unbekannt ist und er bittet um Zusendung einer Kopie des Vollstreckungsbescheides von 2000.
    Weiterhin bittet Herr Muster um Zusendung der korrekten Beauftragung der Fa. WC-Inkasso durch die Stromwerke Schilda AG mit entsprechender Vollmacht.

    Eine Woche später erhält Herr Muster eine Kopie des Vollstreckungsbescheides von 2000 und eine Kopie einer allgemein gehaltenen Vollmacht der Stromwerke Schilda AG vom Mai 2007 mit erneuter 10 Tagesfrist, Regulierungsvorschläge bei WC-Inkasso vorzulegen.

    Da Herr Muster weiß, dass eine kopierte Vollmacht, und eine allgemeine, 2 Jahre alte Vollmacht sowieso, unzulässig ist, tut er nichts und wartet ab.

    Kurz nach Fristablauf kommt Post von WC-Inkasso mit neuer 5-Tagesfrist zur Bezahlung der mittlerweile 550,00 EUR. Der Ton des Schreibens ist schon etwas schärfer, und WC-Inkasso droht, dass nach Fristablauf ohne weitere Mahnung Maßnahmen gegen Herrn Muster ergriffen werden und dass Herrn Muster "erhebliche Mehrkosten" und "Unannehmlichkeiten" entstehen werden.

    Herr Muster weiß aber, dass die Forderung nach 9 Jahren Untätigkeit der Stromwerke Schilda AG, trotz der titulierten Forderung verwirkt ist (dazu aber mehr in einem kommenden Foren-Beitrag).

    Herr Muster wäre heute in der Lage die Hauptforderung von 218,00 EUR und auch die unverschämten Inkassokosten zu zahlen, was bei den meisten anderen Inkasso-Opfern nicht der Fall ist.

    Herrn Muster wundert sich über die Unverfrorenheit des Inkassounternehmens, ohne Vorlage einer ordnungsgemäßen Original-Vollmacht weiterhin auf die Zahlung der Gesamtsumme von 550,00 EUR zu bestehen und er ärgert sich vor allem über die Drohung nach Maßnahmen, erheblichen Mehrkosten und Unannehmlichkeiten, wie immer die auch aussehen würden.

    Herr Muster ist juristischer Laie, hat sich aber im Internet (u.a. auch in diesem Forum) informiert.
    Herr Muster weiß, dass er die Forderung mangels Vorlage einer Original-Vollmacht gem. §174 BGB einfach abweisen kann.

    Aus diesem Grund und weil die Forderung sowieso wegen Verwirkung rechtlich nicht mehr einforderbar ist, möchte Herr Muster nun ein Spielchen mit der unverschämten WC-Inkasso spielen, bzw. anders ausgedrückt, er möchte auf sein gutes Recht bestehen.

    Herr Muster ist der Ansicht, wenn er schon verarscht werden soll, dann soll sich die Fa. WC-Inkasso wenigstens ein bisschen Mühe geben.

    Herr Muster würde in der kommenden Woche folgenden Brief an die Fa. WC-Inkasso schreiben. Er ist der Meinung, dass dieser Brief, oder zumindest Teile davon, bzw. einige rechtliche Inhalte u.U. von anderen betroffenen Inkasso-Opfern als Vorlage genutzt werden könnte, um unverschämte Inkasso-Blutsauger in ihre Schranken zu weisen,

    Herr Muster ist gespannt, ob und wie die WC-Inkasso auf den Musterbrief reagieren würde.

    Herrn Muster würde die Meinung der anderen Foren-Mitglieder dazu interessieren und ob er etwas falsch machen würde, wenn er den Brief so verschicken würde

    Musterbrief:

    Herr Muster
    Musterstr. 48
    54321 Schilda



    Fa. WC-Inkasso
    Kanal Straße 10

    51234 Schilda



    AZ.: A00/012345
    Forderung der Firma Stromwerke Schilda AG
    Ihre Schreiben vom 30.01.2009, 13.02.2009 und 25.03.2009
    Mein Schreiben vom 08.02.2009


    Wertes Inkassounternehmen,

    gestern erhielt ich ihr Schreiben vom 25.03.2009, indem sie mir eine letztmalige Frist setzen und mir ohne weitere Mahnung mit Maßnahmen drohen, welche erhebliche Mehrkosten und Unannehmlichkeiten zur Folge haben werden.

    Gemäß ihrem Briefkopf sind sie Mitglied im BDIU* und BDR*, was eigentlich für ein gewisses Mindestmaß an Sach- und Fachverstand im Forderungsmanagement sprechen sollte.
    Aber klar ersichtlich trifft diese Annahme hier nicht zu.

    Bevor sie mich nochmals mit irgendwelchen letztmaligen Fristen und bedeutungslosen Drohgebärden belästigen, machen sie doch bitte erst mal ihre Hausaufgaben.

    Mit Schreiben vom 08.02.2009 bat ich sie um Zusendung einer Kopie des Vollstreckungsbescheides, sowie der korrekten Beauftragung ihrer Firma durch die Firma Stromwerke Schilda AG mit entsprechender Vollmacht.
    Daraufhin schickten sie mir mit Schreiben vom 13.02.2009 die Kopie des Vollstreckungsbescheides vom 03.04.2000 und eine Kopie einer Vollmacht vom 22.05.2007.

    Muss ich als Privatperson, ihnen als zugelassenem Inkassounternehmen erklären, wie eine ordnungsgemäße Vollmacht auszusehen hat? Offensichtlich ja.

    Gemäß §174 BGB haben sie sich als forderungseintreibendes Unternehmen zu legitimieren und mir eine Vollmachtsurkunde im Original vorzulegen.
    Bei dem mir übersandten Schriftstück, welches sie als Vollmacht bezeichnen mögen, handelt es sich um eine Fotokopie, die den rechtlichen Anforderungen an eine Vollmachtsvorlage nicht entspricht. Nur die Übersendung der Originalurkunde genügt diesen Anforderungen.

    Wie sie ebenfalls wissen dürften, ist eine allgemein gehaltene, globale Generalvollmacht, welche darüber hinaus aufgrund ihres Ausstellungsdatums im Mai 2007 in keinem zeitlichen Zusammenhang mit ihrem Tätigwerden steht, hier unzulässig.
    Sie haben eine Individualvollmacht vorzulegen und zwar - ausdrücklich im Sinne des Gesetzes - im Original.


    Zur Vorlage der ordnungsgemäßen Individualvollmacht in der Forderungsangelegenheit der Firma Stromwerke Schilda AG setze ich ihnen hiermit eine Frist bis zum

    10.04.2009


    Sollten sie mich nochmals anschreiben, ohne die oben beschriebene ordnungsgemäße Vollmacht vorgelegt zu haben, bzw. sollten sie die o.g. Frist untätig verstreichen lassen, gehe ich davon aus, dass sie nicht berechtigt sind, die Forderung gemäß Vollstreckungsbescheid vom 03.04.2000 einzufordern.

    Nach fruchtlosem o.g. Fristablauf werde ich gemäß §174 BGB die Forderung der Stromwerke Schilda AG im gesamten mangels Vorlage der ordnungsgemäßen Vollmacht zurückweisen.

    Des Weiteren behalte ich mir vor, nach Ablauf der o.g. Frist, ohne weitere vorherige Mitteilung, Maßnahmen gegen sie ergreifen zu lassen, welche für SIE erhebliche Mehrkosten und Unannehmlichkeiten zur Folge haben können:**

    Aufgrund hier nicht näher definierter Ausführungen, hat ihr Geschäftsgebahren in dieser Angelegenheit gute Chanchen, den Betrugstatbestand des Strafgesetzbuches zu erfüllen.


    § 263 StGB
    1. Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil
    zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch
    Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen
    einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit
    Geldstrafe bestraft (…).
    2. Der Versuch ist strafbar (…).


    Aufgrund ihres Tätigwerdens ohne Vorlage einer ordnungsgemäßen Vollmachtsurkunde gemäß §174 BGB, werden alle Merkmale des Betrugstatbestandes erfüllt, denn der Versuch des Betruges ist nach der allgemeinen Lehre dann gegeben, wenn bereits zur Vornahme von Täuschungshandlungen unmittelbar angesetzt wurde.

    In Anbetracht der möglichen Folgen, lege ich ihnen Nahe, die o.g. Frist ganz besonders im Auge zu behalten.**
    Es liegt nunmehr an ihnen, was zu geschehen ist.**



    Herr Muster

    Musterbrief ende

    * BDIU und BDR -
    Interessenverbände deutscher
    Inkassobüros und Rechtshelfer/-Rechtsdienstlei.

    ** Diese Sätze könnten fast wörtlich im letzen Inkasso-Schreiben stehen...



    So - ich bin's noch mal. Wer es bis hier geschafft hat, hat echt Ausdauer.
    Ich fühle mich genötigt noch zu schreiben, dass ich mich hier über niemanden
    lustig machen möchte.
    Wenn es Herrn Muster gäbe - der würde das glatt durchziehen und ich würde
    mich über ein paar Antworten freuen.


    Güße aus Köln


    AcidForce




    Zuletzt bearbeitet: 30. März 2009
  2. Liszt

    Liszt Aktives Mitglied 30.03.2009, 13:25

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    Ein paar grundsätzliche Hinweise:

    Es wirkt in hohem Maße laienhaft, wenn in einem Schriftwechsel persönliche Angriffe benutzt werden. Zudem ist der Schuldner verpflichtet seine Verbindlichkeiten zu zahlen. Das Vorlageverlangen einer Vollmacht ändert daran nichts. Die Gläubigern kann grds. die Zwangsvollstreckung betreiben. Erfahrungsgemäß ist zudem das "herumdiskutieren" mit Inkassobüros idR zwecklos.

    Die Forderung in der Höhe des Vollstreckungsbescheides zzgl. Zinsen bis zum heutigen Tage sollte daher direkt an die Gläubigerin (also die Stadtwerke) überweisen werden. Dem Inkassobüro ist dann kurz mitzuteilen, dass die Hauptforderung beglichen wurde und alle weiteren Forderungen dem Grunde und der Höhe nach bestritten werden.
  3. portcontrol

    portcontrol Junior Mitglied 30.03.2009, 18:03

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    Ich muss zugeben, dass ich den "kommenden Foren-Beitrag" - so schon existent - noch nicht gelesen habe.
    Ich hoffe aber, dass Herr Muster weiß, dass ein reiner Zeitablauf - auch mit paralleler Untätigkeit des Gläubigers, noch keine Verwirkung bewirkt.
    Für eine Verwirkung sind weitere Umstände erforderlich, im Falle des Herrn Muster könnten die zB darin bestehen, dass ein mögliches Guthaben nach den letzten Jahresabrechnungen von den Stadtwerken an den Herrn Muster ausgezahlt wurden und und nicht gegen die Forderung der Stadtwerke aufgerechnet wurde.

    Lg,
    Alex
  4. AcidForce

    AcidForce Boardneuling 30.03.2009, 20:08

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    Herr Muster möchte nicht den Pulitzer-Preis gewinnen, sondern er antwortet der
    WC-Inkasso in dem gleichen Stil, welches dieses Inkasso-Büro benutzt hat.


    Es ist das gute Recht des Herrn Muster, eine ordnungsgemäße Vollmacht zu erhalten.
    Warum es dem Inkasso-Büro auch noch leicht machen. Meint denn wirklich ein
    Mensch hier im Forum, Inkasso-Büros würden einem Schuldner in irgendeiner
    Weise entgegenkommen, wenn sie keinen Vorteil davon hätten?
    Die pressen den letzten Cent aus jedem heraus, wenn sie es können, auch wenn
    der Schuldner dabei seine Existenz und alles andere verlieren sollte.

    Herr Muster ist der festen Überzeugung, dass WC-Inkasso gar keine Individual-
    Vollmacht der Stromwerke Schilda AG für ihn besitzt, warum sonst wurde nur eine
    Fotokopie der allgemeinen Vollmacht aus 2007 vorgelegt?
    Eine Fotokopie wohl auch deshalb, weil mit weiteren Kopien der Vollmacht aus 2007
    noch andere Inkasso-Opfer geblendet werden sollen.


    Es geht hier nicht um "herumdiskutieren" mit Inkassobüros, sondern darum,
    dass Herr Muster eine unberechtigte Forderung eines unkorrekt handelden
    Inkassobüros abwehrt - und das zu Recht !!!


    Bei einer wenigen Jahre alten Forderung wäre das der Weg, den Herr Muster
    beschritten hätte. Aber bei einer 9 Jahre alten Forderung ist das der falsche Weg.

    Warum sollten denn die Zinsen für die vergangenen 9 Jahre von Herrn Muster
    bezahlt werden? Die Zinsen, die WC-Inkasso von Herrn Muster für 9 Jahre verlangt,
    sind nicht tituliert, d.h. nicht Bestandtel des Vollstreckungsbescheides, weil erst
    später entstanden.
    Die Zinsen auf die Hauptforderung wurden von der Stromwerken Schilda AG nicht
    geltend gemacht, sondern von WC-Inkasso, die ohne ordnungsgemäße Vollmacht
    im rechtsfreien Raum schweben.
    Sämtliche Zinsforderungen sind nach drei Jahren verjährt, wenn sie denn angemeldet
    worden wären.

    Ein Inkassobüro hat grundsätzlich nicht mehr Rechte als die Schwiegermutter
    von Herrn Muster, irgendeine Forderung einzutreiben.
    Aber ohne Vorlage einer ordnungsgemäßen Individual-Vollmacht zu einer
    bestimmten Forderung, ist ein Inkasso-Büro noch nicht einmal berechtigt,
    einen Schuldner anzuschreiben, geschweige denn eine Ratenzahlungs-
    vereinbarung o.ä. anzubieten.
    Hierzu der Abschnitt im Musterbrief über "§ 263 StGB" Betrug, bzw. versuchter Betrug.


    Nur zur Info: Bei Abschluss einer solchen "Ratenzahlungsvereinbarung"
    mit einem Inkassobüro kommen auf den Schuldner neben den nebulösen
    "Kontoführungs- und sonstigen Inkassogebühren" auch noch weitere
    Ratenzahlungsgebühren zu (ca. 100,00 EUR für z.B. 6 Raten).
    Dieses wird den Schuldnern aber meist erst nach Abschluss einer "Ratenzahlungsvereinbarung" mitgeteilt.
    Soviel zur möglichen Fairnis gegenüber Inkassobüros.


    portcontrol hat verstanden, was Herr Muster mit "Verwirkung" meint.
    Herr Muster hat neben dem reinen Zeitablauf von 9 Jahen Untätigkeit der
    Stromwerke Schilda AG noch weitere "Umstände" auf Lager, um die Verwirkung
    ausreichend zu begründen.

    @ portcontrol: Danke für den Hinweis mit den mögl. Guthaben aus den Jahresabrechnungen.
    Da hätte Herr Muster noch ein weiteres Argument für die Verwirkung.

    Ich werde für die "Verwirkung von alten Forderungen" in kürze ein neues Thema
    öffnen und in diesem Thema darauf hinweisen.
    Die Verwirkung steht zwar in Zusammenhang mit Herrn Musters Geschichte,
    zumal er selbst darauf hingewiesen hat. Hier sollte es erst mal nur um
    "Inkasso ohne Vollmacht" gehen, weil es offensichtlich noch viele "Unwissende"
    zu diesem Thema gibt.

    Gruß

    AcidForce
  5. Liszt

    Liszt Aktives Mitglied 31.03.2009, 03:51

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    Wenn Herr Muster die gleiche Energie, die er für ungesundes Halbwissen bei der Diskussion mit Inkassobüros aufwendet, für Geldverdienen und Begleichung seiner Schulden aufwenden würde, wäre ihm möglicherweise mehr und langfristiger geholfen.
  6. AcidForce

    AcidForce Boardneuling 31.03.2009, 09:31

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief


    Lieber Kollege Liszt, wie wäre es mit ein paar Argumenten zu diesem Thema ???
    Einfach "ungesundes Halbwissen" zu unterstellen nicht fair.
    Herr Muster hatte 1999 - vor 10 Jahren - einen ernsten finanziellen Durchhänger. Es kann
    auch davon ausgegangen werden, dass die unbezahlte Stromrechnung nicht die einzige offene
    Angelegenheit war, die es damals gab. Gehaltspfändungen, Kontopfändungen etc. sind Herrn
    Muster auch nicht unbekannt. Herr Muster stand kurz vor dem Nichts.
    Aber Herr Muster hat sich aber aus eigener Kraft aus dem Dreck gezogen und er ist stolz
    darauf.

    Und eines sollte auch bedacht werden: Die Hauptforderung der Stomwerke Schilda AG ist doch
    längst abgeschrieben. Die Forderung wurde für ein paar Prozent ihrer Summe in einem Paket
    anderer alter offener Forderungen an WC-Inkasso verkauft, bzw. übergeben.
    Wer wird denn wohl den Löwenanteil eines jeden Euros erhalten, wenn Herr Muster zahlen
    würde? Bestimmt nicht die Stromwerke, sondern WC-Inkasso !!!
  7. AcidForce

    AcidForce Boardneuling 31.03.2009, 09:53

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    §174
    Einseitiges Rechtsgeschäft eines Bevollmächtigten
    Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das ein Bevollmächtigter einem anderen gegenüber
    vornimmt, ist unwirksam, wenn der Bevollmächtigte eine Vollmachtsurkunde nicht vorlegt
    und der andere das Rechtsgeschäft aus diesem Grunde unverzüglich zurückweist.
    Die Zurückweisung ist ausgeschlossen, wenn der Vollmachtgeber den anderen von der
    Bevollmächtigung in Kenntnis gesetzt hatte.


    Die Vollmachtsurkunde muss im Original vorgelegt werden. Die Vorlage einer beglaubigten
    Abschrift oder Kopie genügt nicht.
    BGH NJW 81,1210,94,1472,LAG Düs MDR 95,612 FFM NJW-RR96,10
    Nicht ausreichend ist auch das Angebot die Urkunde beim Bevollmächtigten einzusehen.
    LG Mannheim JUST 76, 511. Sowie AG Siegburg vom 21.06.2004, AZ 4 C 622/03

    Also - auf solche "Hilfe" kann Herr Muster wahrlich verzichten und hätte er sich nicht
    selber informiert, wäre er jetzt wirklich arm dran.
  8. AcidForce

    AcidForce Boardneuling 31.03.2009, 10:47

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    Ich möchte nochmals betonen, dass Herr Muster juristischer Laie ist und das selbst
    wochenlage Recherche im Internet keine juristische Ausbildung oder kein Studium
    ersetzen kann.

    Ich wollte zwar eigentlich noch etwas warten, ehe ich das neue Thema "Verwirkung"
    eröffne, aber in Anbetracht der Antworten dieses Themas, gibt es ab sofort das neue Thema:

    "Inkasso nach Jahren - Verwirkung - Musterbrief"

  9. Liszt

    Liszt Aktives Mitglied 31.03.2009, 14:37

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    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    In der Tat ist die Vorschrift direkt nur auf einseitige empfangsbedürftige Rechtsgeschäfte, wie Kündigung, Rücktritt und Anfechtung anwendbar. Nach ganz h.M. unterfallen aber auch rechtsgeschäftsähnliche Handlungen der analogen Anwendung des § 174 BGB (BGH NJW 2001, 289, 290). Dazu zählen insbes. die Mahnung (BGH NJW 1983, 1542) und die Fristsetzung ( Deggau JZ 1982, 796).

    Die Zurückweisung des einseitigen Rechtsgeschäfts ist aber gemäß S. 2 ausgeschlossen, wenn der Vollmachtgeber den Erklärungsempfänger von der Bevollmächtigung in Kenntnis gesetzt hat. An der Beauftragung des Inkassobüros dürften objektiv keine Zweifel bestehen.

    Spätestens wegen § 242 BGB hat das Ansinnen des Herrn Muster keine Aussicht auf Erfolg.
  10. AcidForce

    AcidForce Boardneuling 31.03.2009, 15:04

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    Keine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhaltenKeine Wertung, AcidForce hat noch keine 10 Bewertungen von anderen Mitgliedern erhalten
    AW: Inkasso ohne Vollmacht - Musterbrief

    Das verstehe ich leider nicht. Fallen deiner Meinung nach nun diese Inkasso-
    Schreiben unter den §174 BGB oder nicht ?

    Auch das verstehe ich nicht richtig.
    Deine Aussage unterstellt, dass die Stromwerke Schilda AG unserem Herrn Muster
    mitgeteilt hat, dass sie das Inkasso-Büro eingeschaltet/beauftragt hat.

    Dem ist nicht so. Herr Muster hat in der Forderungsangelegenheit von den
    Stromwerken zuletzt gehört, als im Jahre 2000 der Mahnbescheid kam.
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