Gibt es sowas wie "bedingte" Interessenkollision?

Dieses Thema "Gibt es sowas wie "bedingte" Interessenkollision? - Standesrecht" im Forum "Standesrecht" wurde erstellt von Benutzer1a, 14. April 2017.

  1. Benutzer1a

    Benutzer1a V.I.P. 14.04.2017, 13:35

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    Gibt es sowas wie "bedingte" Interessenkollision?

    Bekannt ist ja das Verbot widerstreitende Interessen zu vertreten... Wie sieht es aber aus, wenn vorhersehbar ist, dass sich die Interessenslage einer Partei mit gewisser Wahrscheinlichkeit ändern kann?

    Beispiel ein G verklagt einen P auf eine hohe Summe.
    Gleichzeitig verklagt der G einen S auf Schadenersatz, weil ihn eine Mitschuld an dem Schaden , den P verursacht hat trifft.
    Beim Verfahren des G gegen S wäre P als Zeuge zu hören.

    Anwalt A vertritt jetzt sowohl S als auch P gegen G.

    Obwohl G./.P viel früher gestartet ist, hat A es geschafft eine Entscheidung soweit herauszuzögern, das G./.S beginnen muss.

    Solange G./.P nicht entschieden ist, besteht ein hoher Anreiz für P in G./.S falsch auszusagen. Nur dann sind die Interessen gleichgerichtet...

    Unterläge aber P gegen G , wären P und S Gesamtschuldner bzw. P könnte ggf. sogar S in Regerss nehmen...

    Die Interssenlagen liegen also am Ausgang des anderen Prozesses....

    Läge hier ein Vertretungsverbot vor?

    (Also , da man es kaum versteht: Objektiv - nur nach materieller Rechtslage - wären die Interessen des P und S entgegengesetzt. Von der "gemeinsamen Vertretung" profitiert insoweit nur S. P hat allein schon deshalb mit Nachteilen zu rechnen, da A durch die Vertretung des S von Tatsachen Kenntnis erlangt die ungünstig für P sind - und er so seinen Vortrag eigentlich nicht mehr halten dürfte...)
    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2017
  2. Beth82

    Beth82 V.I.P. 19.05.2017, 20:53

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    Hallo,

    eine Interessenkollision könnte ausscheiden, wenn die Mandanten vorab über die Umstände informiert wurden und ausdrücklich damit einverstanden waren, und §3 Abs. 2 Satz 1 BORA dem nicht entgegensteht.

    Im Strafrecht wäre diese Konstellation nicht möglich, § 146 StPO.

    Quelle

    Ansonsten noch ein Hinweis auf § 147 ZPO.

    Sowie zwei gegenteilige Entscheidungen zum Thema Interessenkollision:


    http://www.zimmermann-notar-rostock.de/caw2_maklerrecht/1_U_134409.pdf

    https://www.rechtsportal.de/[URL=http://www.juraforum.de/lexikon/rechtsprechung]Rechtsprechung/Rechtsprechung/2013/BGH/Gemeinsame-Vertretung-der-Pflichtteilsberechtigten-durch-einen-Rechtsanwalt-bei-der-Durchsetzung-von-Pflichtteilsanspruechen-und-deren-Mutter-bei-der-Abwehr-von-Nachlassforderungen-anlaesslich-desselben-Erbfalls-Aufhebung-der-Beiordnung-eines-Rechtsanwalts-gem.-121-ZPO-bei-Vorliegen-einer-Interessenkollision[/url]
    Zuletzt bearbeitet: 19. Mai 2017
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