Friedenspreis des deutschen Buchhandels für Gast des Berliner Künstlerprogramms Liao Yiwu

Dieses Thema "Friedenspreis des deutschen Buchhandels für Gast des Berliner Künstlerprogramms Liao Yiwu - Nachrichten: Wissenschaft" im Forum "Nachrichten: Wissenschaft" wurde erstellt von idw, 21. Juni 2012.

  1. idw

    idw Der Anbieter distanziert sich ausdrücklich von den 21.06.2012, 19:10

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    Friedenspreis des deutschen Buchhandels für Gast des Berliner Künstlerprogramms Liao Yiwu

    Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2012, der im Rahmen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse verliehen wird, geht an den chinesischen Schriftsteller Liao Yiwu. Er lebt in diesem Jahr auf Einladung des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin.

    In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: ''Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2012 an Liao Yiwu und ehrt damit den chinesischen Schriftsteller, der sprachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht. Liao Yiwu setzt in seinen Büchern und Gedichten den Menschen am Rand der chinesischen Gesellschaft ein aufrüttelndes literarisches Denkmal. Der Autor, der am eigenen Leib erfahren hat, was Gefängnis, Folter und Repression bedeuten, legt als unbeirrbarer Chronist und Beobachter Zeugnis ab für die Verstoßenen des modernen China.''

    Liao Yiwu wurde im Lauf der 1980er Jahre zu einem der namhaftesten Dichter seines Landes, der seine Werke teils im Untergrund, teils in anerkannten Literaturzeitschriften veröffentlichte. 1987 geriet er bereits wegen unliebsamer Kritik auf die ''Schwarze Liste'', aber es war die Niederschlagung des demokratischen Aufstands auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989, die ihn zum aktiven Regimegegner machte. Unmittelbar nach den Ereignissen verfasste er das Gedicht ''Massaker''; da es unmöglich gedruckt werden konnte, sprach Liao es auf Tonband, in ganz China wurden Kopien verbreitet. Auch im Ausland wurde das Gedicht bekannt, das alles benennt, was die Machthaber unbedingt vertuschen wollten. Anschließend wollte Liao Yiwu einen Film über den 4. Juni drehen, aber er wurde im Februar 1990 festgenommen und wegen ''Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda'' zu vier Jahren Haft verurteilt, die er fast vollständig verbüßte.

    Seine Haftzeit hat er nüchtern wie ein Chronist, doch mit der erschütternden Bildlichkeit eines Dichters in dem 2011 bei S. Fischer erschienenen Buch ''Für ein Lied und hundert Lieder. Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen'' verarbeitet. Die chinesische Führung hat alles darangesetzt, eine Veröffentlichung zu verhindern. Das Manuskript wurde mehrfach beschlagnahmt, sodass Liao Yiwu eine zweite und dritte Fassung erstellen musste, bis sein Bericht im vergangenen Jahr in Deutschland und Taiwan erscheinen konnte. In der Volksrepublik China darf er schon lange nicht mehr publizieren. 1994, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, blieb er ein politisch Verfolgter, ihm wurde die Aufenthaltsgenehmigung an seinem Wohnort entzogen. Im Juli 2011 reiste er nach Deutschland aus und ist in diesem Jahr Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

    Kontakt:
    Katharina Narbutovic
    Leiterin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD
    Tel.: 030 / 20 22 08 25, E-Mail: narbutovic.berlin@daad.de

    Francis Hugenroth, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Tel: 0228 / 882-454, E-Mail: presse@daad.de,

    Weitere Informationen:
    - http://www.daad.de/portrait/presse/pressemitteilungen/2012/21110.de.html

    Quelle: idw